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Österreichische und bayerische Tafelmusik aus Texas

09.07.2014 - (idw) Universität Augsburg

Das Barockensemble "Fantasmi" der University of North Texas zu Besuch in Augsburg / "Mensa Harmonica" am 15. Juli 2014 im Goldenen Saal des Rathauses / Eintritt frei Augsburg/KF/KPP - Unter dem alten lateinischen Titel "Mensa Harmonica" kündigen neun Musikerinnen und Musiker des College of Music der University of North Texas (UNT) unter Leitung von Paul Leenhouts ein Konzert an, das sie gemeinsam mit den Barockexperten Christoph Hammer und Iris Lichtinger vom Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg am 18. Juli 2014 im Goldenen Saal des Augsburger Rathauses geben werden. Beginn ist um 19.30 Uhr, der Eintritt ist frei

Der Konzertabend im Goldenen Saal verspricht, alles andere als verstaubt zu werden: "Mensa Harmonica" - so die früher durchaus übliche lateinische Bezeichnung für Tafelmusik - war eine heitere und lebendige Interpretation unterschiedlicher Stücke für Streichinstrumente, teils auch mit Gesang, die im Hintergrund die Gäste bei Festen, Banketten etc. bei Laune hielt.

Die "Fantasmi" sind mit ihrem Programm "Mensa Harmonica" derzeit in Europa auf Tour. In ihrem Augsburger Konzert - einem von insgesamt elf - bieten sie vokale und instrumentale Meisterwerke aus dem bayerischen und österreichischen Barock. Die europäische Multikulturalität der damaligen Zeit steht dabei im Mittelpunkt: Neben deutschsprachigen Stücken werden italienische, französische und spanische Arien und Instrumentalmusiken geboten. Und auch die Komponisten, wenngleich sie aus Irsee, München oder Passau stammten, waren teils weit gereist: Der Deutsch-Franzose Georg Muffat etwa, mit dem das Konzert eröffnet wird, kam aus Schottland über Frankfurt und Salzburg nach Passau, wo er sich schließlich niederließ.

Für Paul Leenhouts, Blockflötist und Leiter des Ensembles "Fantasmi", ist das zu beobachtende steigende Interesse an Alter Musik gerade bei jungen Musikerinnen und Musikern leicht verständlich: Die Alte Musik ermögliche den Interpreten, ja erwarte von ihnen geradezu viel freie Interpretation und eigenständige Ausdrucksformen. Und das mache eben enorm viel Spaß. So sei auch der anhaltende Boom der Alten Musik in den USA zu erklären. Im College of Music der UNT, der größten Musikausbildungsstätte der USA, an dem Leenhouts unterrichtet, wird neben Neuer Musik und Jazz daher seit 15 Jahren bereits auch Alte Musik gefördert. Leenhouts persönliches Interesse ist es, die für ihn so spannende Musik der Alten Zeit besonders für junge Leute wieder lebendig werden zu lassen.

Die Zusammenarbeit des UNT-Ensembles mit Musikern des Augsburger LMZ geht zum einen auf Christoph Hammer zurück, der von 2009 bis 2013 an der University of North Texas Professor für historische Tasteninstrumente war und jetzt am LMZ die Professur für historische Tasteninstrumente vertritt, und zum anderen auf die LMZ-Dozentin Iris Lichtinger, ehemals Schülerin von Paul Leenhouts. Das College of Music der UNT zeigt bereits seit geraumer Zeit erfreuliches Interesse am regen Austausch mit dem Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg. Nicht zuletzt der musikhistorische Reichtum Augsburgs ist es, der den amerikanischen Barockkünstlerinnen und -künstlern das Musizieren hier zum Erlebnis macht.

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Mensa Harmonica - Vokale und instrumentale Meisterwerke aus dem Bayerischen und Österreichischen Barock

Freitag, 18. Juli 2014, 19.30 Uhr
Goldener Saal Rathaus, Rathausplatz, 86150 Augsburg

Programm:
Georg Muffat (1653 - 1704) "Fasciculus I / Nobilis Juventus aus "Florilegium Secundum
Franz Anton Hugl (1706 - 1745) Fuga ex B
Agostino Steffani (1654 - 1728) Arie "Valli secrete" und "Dolce è per voi soffrire
Meinrad Spieß (1683 - 1761) Fuga á 5 voci
Ludwig Senfl (ca 1490 - ca 1543) "Trincklang - Das Glaut zu Speyer" Lieder und Instrumentalstücke
Heinrich Ignaz Franz Biber (1644 - 1704) Serenata à 5 "Der Nachtwächter" / Sonata X
Johann Friedrich Fasch (1688 - 1758) Concerto F-Dur
Johann Georg Conradi (1645 - 1699) "O Jesu dulcissime
Benedict Anton Aufschnaiter (1665 - 1742) Aria "Kommt beschaut die Weisheit
Johann Kaspar Kerll (1627 - 1693) Passacaglia variata
Johann Christoph Pez (1664 - 1716) Passacaglia

Mitwirkende:
Das Ensemble "Fantasmi unter Leitung von Paul Leenhouts (Blockflöte) und mit Fabiana González (Sopran), Bradley King (Bariton), Josip Kvetek und Chuong Vu (Violinen), Jan-Hendrik Harley (Bratsche), Fran Lebo (Violoncello), Aaron Olguin (Violone) und Andreas Stoltzfus (Trompete); weiterhin Iris Lichtinger (Blockflöte) und Christoph Hammer (Cembalo), beide Leopold-Mozart-Zentrum der Universität Augsburg

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Das Barockensemble Fantasmi
... präsentiert eine neue Generation junger Spezialisten für alte Musik. Die Gruppe wurde im Oktober 2010 von Paul Leenhouts gegründet, mit der Idee talentierten Musikern eine Konzertplattform für ihre angehende Laufbahn anzubieten. Fantasmi gab ihr Eröffnungskonzert im Murchison Performing Arts Center an der University of North Texas in 2010. In variabler Besetzung widmete sich das Ensemble in den vergangenen Programmen vor allem der Kammermusik des Barock, wobei das deutsche, österreichische und tschechische Repertoire alter Meister aus dem 17. und 18. Jahrhundert einen Schwerpunkt bildete. Dabei gilt das Interesse nicht nur der Standardliteratur, sondern auch unveröffentlichten Vokal- und Intrumentalwerken. Die Musiker gastierten bereits mit großem Erfolg in der USA und konzertierten u.a. beim The International Baroque Institute at Longy, Cambridge, Massachusetts, The Texas Early Music Project in Austin, The DiMenna Center for Classical Music in New York, sowie bei bedeutenden Festivals wie dem Boston Early Music Festival und Berkely Early Music Festival in San Francisco. Im Juni 2013 unternahm Fantasmi eine Konzertreise durch Brasilien und wurde zum Enflama VI Festival in São Paulo und zum XXVI Festival Internacional de Música do Pará in Belém eingeladen.

Paul Leenhouts
... erhielt sein Solistendiplom am Sweelinck Conservatorium in Amsterdam, wo er von 1993 bis 2011 als Professor für Blockflöte und historische Aufführungspraxis lehrend tätig war. Er ist als Gründungsmitglied seit 1978 dem Amsterdam Loeki Stardust Quartet verbunden und leitet seit 2002 das Kollektiv Blue Iguana für zeitgenössische Musik. Im Jahr 1986 war er Initiator des Open Holland Recorder Festival Utrecht (SONBU). Seit 1990 ist er Direktor des International Baroque Institute in Longy, Boston (USA). Sein besonderes Interesse für das Consort-Repertoire der Renaissance führte 1997 zur Gründung von The Royal Wind Music, einem 13-köpfigen Ensemble aus Renaissanceblockflöten. Im Jahr 2004 war Paul Leenhouts Direktor des First European Recorder Performance Festival in Amsterdam. Neben zahlreichen Konzerten und Meisterkursen auf dem Gebiet der Alten Musik tritt er auch regelmäßig mit zeitgenössischen Produktionen und Musiktheateraufführungen in Erscheinung, wie etwa in Zusammenarbeit mit Musikfabrik, Nederlands Vocaal Laboratorium, ZT Hollandia und NT Gent. Darüber hinaus ist er Komponist, Arrangeur und Herausgeber mehrerer Werke für Blockflöte. Paul Leenhouts hat für Decca LOiseau-Lyre, Channel Classics, Vanguard, Lindoro and Berlin Classics zahlreiche CD-Produktionen eingespielt. Im August 2010 wurde Paul Leenhouts als Leiter der Abteilung für Alte Musik und des UNT Barockorchesters an die Universität von North Texas berufen.


Christoph Hammer
... zählt international zu den profiliertesten und vielseitigsten Musikern im Bereich der Alten Musik. Nach einem ersten Preis im Fach Orgel beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert 1983 folgten Orgelstudien an der Hochschule für Musik München, sowie Meisterkurse bei ver
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