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Patienten entwickeln die besseren Apps: Best Best Paper Award geht an TUHH

10.07.2014 - (idw) Technische Universität Hamburg-Harburg

Moritz Göldner, Doktorand am TUHH-Institut für Technologie- und Innovationsmanagement (TIM), ist Gewinner des R&D Management Konferenz 2014 Best Paper Award. Ausgerichtet hatte die international renommierte Konferenz für Forschung und Entwicklung das Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. Göldner ist einer von zehn ausgewählten Kandidaten, die ihre Forschungsergebnisse in einer Drei-Minuten-Präsentation vorstellten. Prämiert wurde der Aufsatz Are patients a valuable source of innovation for R&D of medical devices? The case of medical smartphone applications. Göldner studierte Mediziningenieurwesen an der TUHH und Technology Management am NIT. Seit 2012 ist er Doktorand am TIM. Seiner wissenschaftlichen Arbeit wie auch dem in Stuttgart prämierten Aufsatz liegt als Thema der innovative Patient in Bezug auf die Erfindung von intelligenten medizinischen Apps für Smartphones zugrunde. Smartphones können chronisch Kranken das Leben erleichtern. Daran dürfte es wenig Zweifel geben, sagte Göldner. Bei Erkrankungen wie beispielsweise dem Diabetes mellitus oder der Hypertonie spielen Selbstmessungen und die Dokumentation der Messwerte eine wichtige Rolle beim Therapiemanagement. Wir haben festgestellt, dass Patienten und deren Angehörige überaus innovativ sind und die mit Abstand beliebtesten medizinischen Apps für Smartphone entwickeln. Sie sind Spezialisten auf ihrem Gebiet und die aus ihrer persönlichen Erfahrung entwickelten Apps werden weitaus besser bewertet als die von Ärzten, Unternehmen oder unabhängigen Entwicklern, sagt Göldner. Es sind die Erfinder von Systemen, in denen sich beispielsweise Maßnahmen wie die Medikamentendosierung leicht nachvollziehen lassen, die auf nicht eingehaltene Vorgaben (zum Beispiel Medikamenteneinnahme) hinweisen, und mit denen sich Vitalparameter messen, speichern und weiterleiten lassen.

Auf dem Weg zu dieser Erkenntnis sichteten Göldner und Kollegen die Top 500 verfügbaren Apps aus Deutschland, Großbritannien und den USA im medizinischen Bereich vor dem Hintergrund, wer sie entwickelt hat und wie die Gemeinde der Nutzer sie bewerten. Das Ergebnis: 43 Prozent dieser Apps wurden von Unternehmen entwickelt, 39 Prozent von Ärzten und Pflegepersonal, 8 Prozent stammen von unabhängigen Entwicklern, 6 Prozent von Patienten und Angehörigen und 4 Prozent von Interessenverbänden. Moritz Göldner: Bei der Bewertung erhielten Apps von Patienten und Angehörigen die Bestnote von 4,4 von maximal fünf Punkten deutlich besser als Apps, die von Firmen oder auch Ärzten entwickelt wurden. Gleichzeitig werden diese Apps in Deutschland und England häufiger herunter geladen als beispielsweise die von Unternehmen entwickelten Apps. So lautet das Fazit des Doktoranden: Patienten, bzw. Kunden, sollten niemals unterschätzt werden. Speziell Betroffene entwickeln optimale Lösungen für ihre Bedürfnisse und dies oftmals besser als Firmen oder Ärzte. Werden sie von Unternehmen frühzeitig in die Produktentwicklung einbezogen, können beispielsweise unangenehme Überraschungen bei der Markteinführung des Produkts wie das einer medizinischen App vermieden werden. Weitere Informationen:http://www.tuhh.de
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