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Sicherer in der Pflege schwer herzkranker Patienten

11.07.2014 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Erster Weiterbildungskurs zur Heart Nurse am Universitätsklinikum Heidelberg erfolgreich abgeschlossen / Neues Angebot des Universitätsklinikums und der Akademie für Gesundheitsberufe Heidelberg vermittelt Hintergrundwissen zu chronischen Herzerkrankungen und erleichtert den Einstieg auf kardiologischen Intensivstationen Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger, die neu in die Pflege chronisch herzkranker Patienten einsteigen, können sich bei einer Weiterbildung am Universitätsklinikum Heidelberg nun erstes, hilfreiches Hintergrundwissen aneignen. Die ersten elf Teilnehmer haben die Qualifizierung zur Heart Nurse gerade erfolgreich abgeschlossen, ein weiterer Kurs soll im November 2014 starten. Anders als bei der Fachweiterbildung zur Intensiv- und Anästhesiefachpflegekraft ist für die Teilnahme keine Berufserfahrung erforderlich. Der Kurs richtet sich vorrangig an Berufseinsteiger, die auf kardiologischen Stationen tätig sind, erklärt Frank Stawinski, Leiter der Akademie für Gesundheitsberufe Heidelberg, der die in Baden-Württemberg bisher einmalige Weiterbildung mit konzipierte. Die frühe und gezielte Qualifizierung junger Pflegekräfte trägt maßgeblich dazu bei, die komplexe Betreuung herzkranker Patienten weiter zu verbessern.

Der Kurs ist kein Ersatz für die später ansetzenden Weiterbildungen, erleichtert aber den Einstieg in diesen hochspezialisierten Pflegebereich, betont Stawinski. Auch erfahrene Pflegekräfte, die aus anderen Bereichen auf kardiologische Stationen wechseln, profitieren vom kompakt vermittelten Grundlagenwissen in Theorie und Praxis.

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist Vorreiter in der Versorgung von Patienten mit fortgeschrittener Herzschwäche: Speziell für diese Patienten wurde hier 2012 die deutschlandweite erste Wachstation mit acht Betten eröffnet. In der Advanced Heart Failure Unit (AHFU) betreut ein interdisziplinäres Behandlungsteam jährlich rund 400 schwer herzkranke Patienten, die z.B. unter akuter Herzmuskelentzündung leiden, sich von einem Infarkt erholen müssen oder auf ein Spenderherz warten. Behandlung und Pflege dieser Patienten sind höchst anspruchsvoll, erklärt Professor Dr. Hugo A. Katus, Ärztlicher Direktor der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. Die Weiterbildung soll neue Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger dabei unterstützen, sich dieser Herausforderung zu stellen.

Kritische Situationen besser einschätzen, souverän reagieren

An fünf Unterrichtstagen innerhalb von vier Monaten erweitern die Teilnehmer ihr kardiologisches Fachwissen aus der Berufsausbildung, lernen Herzerkrankungen, Diagnoseverfahren, Therapien und Leitlinien kennen. Die Themen reichen von Erkrankungen der Herzkranzgefäße und -klappen, Rhythmusstörungen sowie chronischer Herzschwäche bis hin zu kardiologischen Untersuchungsmethoden wie EKG, Herzultraschall, Echokardiographie und Herzkatheter. Die Teilnehmer führen einfachere Untersuchungen wie EKG und Ultraschall selbständig durch und sind z.B. bei Herzkathetereingriffen dabei. Auch die Handhabung modernster Herzunterstützungssysteme, wie sie in der AHFU zum Einsatz kommen, ist Teil der Ausbildung.

Ein Schwerpunkt ist die Pflege der chronisch herzkranken Patienten sowie Beratung und Gesprächsführung. Unser Ziel ist es, den Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pflegern mehr Sicherheit im Stationsalltag zu geben, sagt Elke Szelig, stellvertretende Pflegedienstleitung in der Kardiologie. Wir geben ihnen das Handwerkszeug mit auf den Weg, das sie brauchen, um kritische Situationen besser einschätzen und dann souverän reagieren zu können. Zudem ist es für geschulte Herz-Schwestern leichter, Fragen der Patienten kompetent zu beantworten. Entwickelt wurde die Weiterbildung von Jochen Treu, Stationsleiter der kardiologischen Intensivstation, Gesundheits- und Krankenpflegerin Alexandra Noll und Ärzten der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologie.

Die Rückmeldungen der ersten elf Absolventen, fünf aus dem Universitätsklinikum und sechs aus umliegenden Krankenhäusern, fielen durchweg positiv aus: Besonders der hohe Praxisbezug wurde gelobt. Die Teilnehmer freuen sich darüber, dass sie nun z.B. die Anzeigen auf den Überwachungsmonitoren besser interpretieren und damit auch den Zustand des Patienten genauer einschätzen können. Das motiviert! so Szelig. Weitere Informationen:http://www.afg-heidelberg.de/Kompetenzentwicklung-und-Beratung.8393.0.html Akademie für Gesundheitsberufe Heidelberg / Fort- und Weiterbildunghttp://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Herzinsuffizienz-Wachstation.129742.0.html Advanced Heart Failure Unit (AHFU) der Medizinischen Universitätsklinik, Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pneumologiehttp://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Pflegedienst-Startseite.479.0.html Pflegedienst des Universitätsklinikums Heidelberg

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