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BAW maßgeblich an der Erneuerung der deutschen Forschungsflotte beteiligt

11.07.2014 - (idw) Bundesanstalt für Wasserbau (BAW)

Das Tiefseeforschungsschiff SONNE, das heute von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde getauft wurde, ist das zweite Schiff im Rahmen der schrittweisen Erneuerung der deutschen Forschungsflotte. Konzeption und Ausschreibungsplanung des auf der Meyer Werft in Papenburg gebauten Schiffes stammen von der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW), die auch während der gesamten Bauzeit den Baufortschritt federführend überwacht hat. Die SONNE ist 116 Meter lang, 20,6 Meter breit, hat einen maximalen Tiefgang von 6,60 Meter und kann neben der 35-köpfigen Besatzung bis zu 40 Wissenschaftler beherbergen. Die technische Herausforderung im Planungsprozess bestand für uns vor allem darin, die vielfältigen Anforderungen der Wissenschaftler an den späteren Betrieb des Schiffes zu erfüllen, sagte der Leiter des Referats Schiffstechnik der BAW, Benno Lenkeit. Ein bereits auf dem Forschungsschiff MERIAN erfolgreich umgesetztes Konzept für die wissenschaftliche Ausrüstung, bestehend aus zentralem Windenraum, großem L-förmigen Arbeitsdeck mit Heckgalgen und Arbeitskränen, anschließendem Hangar sowie einer Reihe spezieller Labore an Bord erlaubt die Durchführung unterschiedlichster meereskundlicher Untersuchungen und Experimente. Darüber hinaus ermöglichen moderne und leistungsfähige Lotanlagen den Wissenschaftlern neue und aufschlussreiche Blicke in die Tiefsee.
Neueste Umwelt- und Abgasstandards, wie z. B. ein umweltfreundliches Schiffsdesign zur Erlangung des Umweltzeichen Blauer Engel sowie Einhaltung der erst ab 2016 geltenden IMO/Marpol-Vorschriften in Bezug auf Abgasgrenzwerte wurden bei der Planung berücksichtigt. Durch den Einsatz von SCR-Katalysatoren werden die Stickoxid-Emissionen der Antriebsanlage deutlich reduziert, und die aus den Abgasen entzogene Wärme wird über Absorptionskälteanlagen den Kühlregistern der Klimaanlagen zugeführt. Auch auf die Geräuschabstrahlung ins Wasser haben wir besonderes Augenmerk gelegt. So wird die SONNE die Anforderungen der ICES 209 erfüllen, sagte Lenkeit.
Haupteinsatzgebiete des neuen Tiefseeforschungsschiffes, das den inzwischen 45 Jahre alten Vorgänger ablöst, sind der Indische und Pazifische Ozean. Die SONNE wird dazu beitragen, wissenschaftlich und gesellschaftlich besonders relevante Forschungsfragen zu beantworten, insbesondere hinsichtlich des Klimawandels, der Versorgung mit marinen Rohstoffen und der Folgen des menschlichen Eingreifens in die Ökosysteme.
Dass wir bei der Erneuerung der deutschen Forschungsflotte an entscheidender Stelle mitwirken können, freut uns sehr. Dies stärkt die Position der BAW als Kompetenzzentrum für den zivilen Spezialschiffbau des Bundes, sagte der Leiter der Bundesanstalt für Wasserbau, Prof. Dr.-Ing. Christoph Heinzelmann. Mit den Planungen für den Ersatzneubau der POLARSTERN haben wir bereits begonnen. Weitere Informationen:http://www.baw.de/de/wasserbau/schiffbau/index.html
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