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Wissenschaftsrat: Stabwechsel zwischen Wolfgang Marquardt und Manfred Prenzel

14.07.2014 - (idw) Wissenschaftsrat

Im Rahmen der Dresdener Sommersitzungen des Wissenschaftsrates wurde Wolfgang Marquardt, Vorsitzender des Wissenschaftsrates von 2011 bis 2014, offiziell aus seinem Amt verabschiedet. Bundesministerin Johanna Wanka und Landesministerin Sabine Kunst würdigten sein Wirken für das Beratungsgremium und sprachen stellvertretend für die Verwaltungskommission des Wissenschaftsrates ihren Dank aus. Marquardt, der zum 1. Juli seine neue Aufgabe als Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich übernommen hat, wird noch bis Ende Januar 2015 Mitglied der Wissenschaftlichen Kommission bleiben. In seiner Amtszeit beschäftigte Wolfgang Marquardt insbesondere die künftige Gestaltung des deutschen Wissenschaftssystems und in diesem Kontext vor allem die Frage, wie es mit den erfolgreichen Pakten von Bund und Ländern die Exzellenzinitiative, der Pakt für Forschung und Innovation, der Hochschulpakt und der Qualitätspakt Lehre weitergehen wird. So ist sein Name insbesondere mit den Perspektiven des Wissenschaftssystems verbunden Empfehlungen, die der Wissenschaftsrat im Juli 2013 und damit so rechtzeitig verabschiedete, um mit ihnen den politischen Beratungsprozess im Umfeld der Regierungsbildung im Herbst 2013 noch prägen zu können. Ein vielseitig leistungsstarkes Wissenschaftssystem, das in mannigfacher Weise seien es Köpfe, Produkte, Ideen, Debattenbeiträge, Ausstellungen oder Expertisen in Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur hineinwirkt und sich seinerseits von ihnen inspirieren und herausfordern lässt auf diese kurze Formel ließe sich Wolfgang Marquardts Idealvorstellung von der Rolle des Wissenschaftssystems in der Gesellschaft vielleicht am besten zusammenfassen. Der vom Wissenschaftsrat unter Marquardts Leitung entwickelte Zukunftspakt von Bund und Ländern, in dem die verschiedenen Maßnahmen, in denen Bund und Länder kooperieren, zu einem kohärenten Ganzen gebündelt werden, soll helfen, diesem Ziel einen wichtigen Schritt näher zu kommen.

Zweiter herausragender Themen­komplex in der Amtszeit Wolfgang Marquardts war die demographische Entwicklung in ihrem Bezug auf die Fachkräftequalifizierung. Dabei hat Marquardt vor allem die Frage im Wissenschaftsrat vorangebracht, wie das Hochschulsystem und sein Verhält­nis zur beruflichen Bildung zukünftig zu organisieren sind, um den Bedarf der Volks­wirtschaft an unterschiedlichen Qualifikationen zu befriedigen.

Der Münchner Bildungsforscher Manfred Prenzel ist der mittlerweile 17. Vorsitzende des Wissenschaftsrats in seiner fast sechzigjährigen Geschichte. Prenzel, 1952 in Forchheim geboren, absolvierte ein Studium der Fächer Pädagogik, Psychologie, Soziologie, Anthropologie und Humangenetik an der Ludwig-Maximilians-Universität München, das er 1976 abschloss; es folgten die Promotion (1980) und die Habilitation (1987) dort. Von 1993 bis 1997 war Prenzel zunächst als Professor für Pädagogische Psychologie an der Universität Regensburg tätig, ehe er 1997 den Lehrstuhl für Erziehungswissenschaft an der Universität Kiel übernahm und dort auch Direktor des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaften wurde. 2009 kehrte er nach München zurück und ist seitdem Inhaber des Susanne Klatten-Stiftungslehrstuhls für Empirische Bildungsforschung an der TU München und Gründungsdekan der TUM School of Education. In der Öffentlichkeit ist der Name des Bildungsforschers seit Beginn der 2000er Jahre auch mit der internationalen Schulleistungsstudie PISA verbunden. Seit 2011 gehört Prenzel dem Wissenschaftsrat als Mitglied an.

Auf gemeinsamen Vorschlag der Bundesregierung und der Länderregierungen wurde Professor Dr. Michael Kaschke, Vorstandsvorsitzender der Carl Zeiss AG, für drei Jahre in den Wissenschaftsrat berufen. Kaschke ist Vorstandsvorsitzender, Arbeitsdirektor und im Vorstand verantwortlich für die Unternehmensbereiche Vision Care, Medical Technology und Microscopy sowie die Konzernfunktionen Strategic Corporate Develop­ment, Corporate Communications und Corporate Human Resources. Weitere Informationen:http://www.wissenschaftsrat.de/download/archiv/3228-13.pdf - Perspektiven des deutschen Wissenschaftssystems (Drs. 3228-13), Juli 2013

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