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Studie der Universität Hamburg zeigt: Online-Poker-Markt schrumpft

14.07.2014 - (idw) Universität Hamburg

Poker ist ein Glückspiel, dem gerade in der Online-Version ein hoher Suchtfaktor zugeschrieben wird. In Deutschland ist Online-Pokern mit Geldeinsatz verboten, trotzdem war Deutschland bisher mit 10,8 Prozent weltweit der zweitgrößte Markt für das illegale Glücksspiel. Eine aktuelle Studie des Arbeitsbereichs Glücksspiele der Universität Hamburg zeigt jetzt: Die Attraktivität von Online-Poker schrumpft. 2010 wurden weltweit insgesamt noch 3,6 Milliarden Dollar verspielt, 2013 waren es nur noch zwei Milliarden Dollar. In Deutschland pokerten 2010 noch 581.000 Spielerinnen und Spieler online um Echtgeld, 2013 waren es lediglich 357.000. Das Spielvolumen ging dabei von 392 Millionen auf 176 Millionen Dollar zurück. Deutschland ist damit nur noch viertgrößter Markt (Marktanteil 8,6 Prozent).

In der Studie haben Dr. Ingo Fiedler und Dr. Ann-Christin Wilcke sechs Monate lang Herkunft und Spielverhalten von weltweit 2,9 Millionen Online-Poker-Spielerinnen und Spielern untersucht. Sie verglichen die Daten mit 4,6 Millionen aufgezeichneten Spielerinnen und Spielern ihrer Untersuchung aus dem Jahr 2010. Dadurch entstand die Online-Poker-Datenbank der Universität Hamburg (OPD-UHH) mit detaillierten Analysen zu Marktgröße, Marktentwicklung und Spielverhalten.

Auffallend ist vor allem die starke Konzentration des Marktes auf eine kleine Gruppe an Vielspielern, sagt Ann-Christin Wilcke. Dies ist ein Hinweis sowohl auf Spielsüchtige als auch auf professionelle Spieler. Insgesamt scheint sich der der Online-Poker-Markt, insbesondere im Vergleich zu den boomenden Sportwetten, langsam aufzulösen, ergänzt Ingo Fiedler. Zu diesem Marktrückgang habe auch die Situation in den USA beigetragen, nachdem die US-Bundespolizei 2011 zahlreiche Poker-Webseiten geschlossen hat. Der einst größte Pokermarkt USA sei dadurch um
97 Prozent eingebrochen.

Auch in Deutschland ist Online-Poker ein illegales Geschäft. Lediglich für Sportwettanbieter sollen im Rahmen des seit 2012 geltenden Glücksspielstaatsvertrags Lizenzen vergeben werden. Zu dem Staatsvertrag legt Deutschland in der zweiten Jahreshälfte einen Zwischenbericht bei der EU-Kommission vor. Hierbei spielt auch die Bekämpfung des illegalen Online-Glücksspiel-Marktes eine Rolle. Dazu Ingo Fiedler: Die Kommission sollte dabei im Auge behalten, dass Deutschland nicht allein ist mit dem Problem der Rechtsdurchsetzung. Weltweit spielen noch immer 82 Prozent aller Pokerspieler bei unregulierten Anbietern.

Für Rückfragen:

Dr. Ingo Fiedler
Fakultät für Betriebswirtschaft
Institut für Recht der Wirtschaft
Tel.: 040 42838-6454
E-Mail: ingo.fiedler@uni-hamburg.de Weitere Informationen:http://www.bwl.uni-hamburg.de/de/irdw/dokumente/publikationen/bericht_onlinepoke... - Vorläufiger Endbericht der Studie
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