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Physik: Maser-Forschung in Japan

15.07.2014 - (idw) Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Der Physiker Hannes Kraus (32) von der Uni Würzburg geht als Postdoktorand nach Japan. Die Stelle dort bekommt er vom Deutschen Akademischen Austauschdienst finanziert in einem neuen Förderprogramm, für das nur 31 von über 300 Bewerbern ausgewählt wurden. Die Auswahlkriterien waren sehr streng und ihr Erfolg ist beeindruckend. GLÜCKWUNSCH! So heißt es in einem Schreiben, das Hannes Kraus vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Bonn bekommen hat. Dort hatte sich der Physiker von der Universität Würzburg für eine Förderung als Postdoktorand im Ausland beworben mit Erfolg: Aus den 304 Bewerbungen, die für das neue Förderprogramm eingingen, wurden nur 31 ausgewählt.

Nun kann sich Kraus auf seine Postdoc-Zeit in Japan vorbereiten. Ein Jahr lang wird er ab Januar 2015 in der Arbeitsgruppe von Dr. Takeshi Ohshima an der Japan Atomic Energy Agency in Takasaki forschen. Der Titel seines Projekts, das er im dortigen Labor für Halbleiteranalyse und Strahleneffekte verfolgen wird: Silicon Carbide Atomic Scale Spin Center Radiation Engineering.

Maser im Zentrum der Forschung

Worum es dabei geht? Letzten Endes um eine Strahlenquelle namens Maser. So wie ein Laser sichtbares Licht abstrahlt, gibt ein Maser Mikrowellen von sich. Allerdings funktionieren Maser bislang nur bei extrem tiefen Temperaturen. Für den Einsatz im Alltag eignen sie sich darum noch nicht. Weil Maser aber neue Möglichkeiten für die Kommunikationstechnik versprechen und auch als Sensoren und Messapparate in Frage kommen, wird auf diesem Gebiet intensiv geforscht auch an der Universität Würzburg, am Lehrstuhl für Experimentelle Physik VI bei Professor Vladimir Dyakonov. Dort ist Hannes Kraus tätig, dort war er maßgeblich an Forschungserfolgen beteiligt, über die er mit seinen Kollegen unter anderem in der Zeitschrift Nature Physics berichtete.

Das Würzburger Team fand zum Beispiel heraus: Maser, die auch bei Raumtemperatur funktionieren sollen, lassen sich prinzipiell aus Kohlenstoff-Silicium-Kristallen herstellen, wenn man diese mit Elektronen oder Neutronen beschießt. Kein Wunder also, dass diese Kristalle nun weiter erforscht werden. Kraus wird das ab Januar in Japan tun mit dem Ziel, erstmals einen solchen Maser herzustellen.

Hannes Kraus stammt aus Würzburg und hat hier Physik mit dem Nebenfach Japanologie studiert. Seine Promotion ist so gut wie abgeschlossen, und nach seinem Postdoc-Jahr in Japan kommt er wieder an den Lehrstuhl von Professor Dyakonov zurück. Hier wird er in den ersten sechs Monaten nach seiner Rückkehr weiter vom DAAD gefördert, denn die Reintegration in die deutsche Forschungslandschaft ist fester Bestandteil des Förderprogramms.

Das Prime-Projekt des DAAD

Ziel des Programms Postdoctoral International Mobility Experience (P.R.I.M.E.) ist es, die internationale Mobilität und die wissenschaftliche Weiterqualifikation von herausragenden Postdoktoranden voranzubringen. Den Geförderten werden dazu Auslandsaufenthalte von einem Jahr und eine sechs Monate lange Reintegrationsphase in Deutschland finanziert. Das Geld dafür stammt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und von der Europäischen Union.

Kontakt

Hannes Kraus, Lehrstuhl für Experimentelle Physik VI, Universität Würzburg, T (0931) 31-88012, kraus@physik.uni-wuerzburg.de

Prof. Dr. Vladimir Dyakonov, Lehrstuhl für Experimentelle Physik VI, Universität Würzburg,
T (0931) 31-83111, dyakonov@physik.uni-wuerzburg.de
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