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Hilfen für behinderte Eltern in Freiburg brauchen runden Tisch

15.07.2014 - (idw) Evangelische Hochschule Freiburg

Im einjährigen Studienprojekt "Begleitete Elternschaft" haben Studierende der Sozialen Arbeit zur Lebenssituation von lernbehinderten Eltern im Raum Freiburg geforscht. Projektleiterin Prof. Dr. Hiltrud Loeken: Es gibt viele Hilfeangebote in Freiburg, die jedoch nicht zentral koordiniert werden. Mit großem Engagement und hohem Aufwand wurden Hilfen eingerichtet, die oft nicht zur konkreten Familiensituation passen. Der Unterstützungsbedarf der lernbehinderten Eltern liegt quer zu den üblichen Angeboten des Sozialsystems. Die Unterstützungsangebote sind meist für ganz andere Problemlagen konzipiert, sagt Hiltrud Loeken, Fachfrau für Behindertenpädagogik. Zudem kämpfen die einzelnen Hilfeanbieter oft mit zu knappen Budgets, ergänzt sie.

Loeken plädiert daher für einen runden Tisch in Freiburg, um das sehr breite Angebot an Unterstützungen durch Fachvertreter verschiedener Träger und Institutionen zu vernetzen und zu koordinieren. Durch ein Case Management könnte im Einzelfall das passende Hilfeangebot entwickelt werden. Denn die Bedürfnisse der Familien sind sehr komplex. Eine große Anzahl an formellen und informellen Akteuren ist an den Hilfeleistungen beteiligt und auch notwendig, um die Familien angemessen zu unterstützen. Loeken: Die Trennung von Kind und Familie könnte häufig vermieden werden. Doch den Strukturendschungel können gerade diese lernbehinderten Eltern nicht durchschauen.

Durch Experteninterviews haben die Studierenden der Evangelischen Hochschule erfahren, welche Stellen des Hilfesystems im Raum Freiburg mit der Thematik "Eltern mit (Lern-) Behinderung" konfrontiert sind. Sie haben erfragt, welche Hilfen angeboten und ob diese dem Unterstützungsbedarf der Eltern und der Kinder gerecht wurden. Abschließend untersuchten die Studierenden mögliche Versorgungslücken und zukünftige Hilfebedarfe.

Unter den Experten waren Vertreter von ambulanten Diensten für Menschen mit Behinderung, von Anbietern sozialpädagogischer Familienhilfe, eines Schulkindergartens, des Netzwerks frühe Hilfen, des Allgemeinen Sozialen Dienstes eines Jugendamtes, einer Mutter-Kind-Einrichtung sowie gesetzliche Betreuer und eine Familienhebamme.

Die befragten Experten gaben an, dass sie bei den Eltern häufig eine sehr positive emotionale Haltung sowie Freude und Stolz gegenüber ihrem Kind erleben. Demgegenüber erlebten sie im praktischen Umgang mit dem Kind und bei den verschiedenen Erziehungsaufgaben auch häufig Überforderungssituationen. Die Fachkräfte sehen sich daher immer wieder im Zwiespalt zwischen dem Anspruch, dem Kind ein Aufwachsen bei den leiblichen Eltern zu ermöglichen und der Aufgabe, Bedingungen für eine gefährdungsfreie gute Versorgung und Förderung sicherzustellen. Weitere Informationen:http://www.eh-freiburg.de
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