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Technologische Dramen. Radiokulturen und Medienwandel in Westafrika

15.07.2014 - (idw) Geisteswissenschaftliche Zentren Berlin e.V. (GWZ)

Das Radio ist das wichtigste elektronische Massenmedium in Westafrika. Neue Mediengesetze und Technologien sorgten für einen Wandlungsprozess in Gesellschaft und Medium, der sich aus einem Wechselspiel verschiedener Medienakteure ergibt. In seinem neuen Buch Technologische Dramen. Radiokulturen und Medienwandel in Benin (Westafrika) (transcript Verlag, 2014) untersucht der Afrikanist und Medienethnologe Tilo Grätz diesen Wandlungsprozess am Beispiel der Republik Benin. Das Radio hat einen großen Stellenwert in der beninischen Gesellschaft. Im Vergleich zum Fernsehen, das in seiner Bedeutung zunimmt, erreicht das Radio fast alle Landesteile. Eine liberale Medienpolitik in Benin (seit 1997) sorgte für eine Gründungswelle staatsunabhängiger UKW-Sender und für die Entwicklung einer großen Vielfalt an Sendungen und Sendeformaten. Vor allem in den städtischen Zentren wie Cotonou und Porto-Novo ist das Radioangebot besonders groß.

Anhand von fünf Radiosendern zeigt Tilo Grätz die Entwicklung lokaler Radio-Kulturen in Benin auf, die sich in eigenen Themen, Sendeformaten und spezifischen Nutzungspraktiken des Radios im Alltag manifestieren. Mittels einer Analyse des Entstehungskontextes gegenwärtiger Radioprogramme untersucht Grätz den Einfluss medialer Räume auf die Alltagskultur in Benin und hier im Speziellen auf Fragen des medialen und gesellschaftlichen Wandels.

Wie verändern sich die medialen Praktiken von Hörergruppen in urbanen Milieus in Benin hinsichtlich ihrer Kommunikation und Hörgewohnheiten und welchen Informationsgewinn erhalten die Hörer für ihren eigenen Alltag? Auf der Grundlage umfangreicher Feldforschungen in Benin und der Sammlung empirischer Daten liefert Grätz in seinem Buch eine umfassende Antwort auf diese Fragen. Unter Berücksichtigung des komplexen Wechselspiels von Produzenten, Hörern, technischen Möglichkeiten und medien-politischen Institutionen bei der Entstehung von Radioprogrammen diskutiert Grätz die Bedingungen des Erfolges der untersuchten Radiosender. Ihren Einfluss auf die beninische Alltagskultur zeichnet Grätz an Veränderungen in moralischen Diskursen im familiären wie kommunal-öffentlichen Rahmen nach.

Tilo Grätz war von April 2013 bis Juni 2014 Vizedirektor für Forschungsentwicklung und Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Berliner Zentrum Moderner Orient. Für Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an: yasser.mehanna@zmo.de Weitere Informationen:http://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-2591-2/technologische-dramen
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