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Mehr Freiraum für die wissenschaftliche Karriere

15.07.2014 - (idw) Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie

Es ist für Frauen nicht immer einfach, Kind und Karriere unter einen Hut zu bekommen. Die Diskussion um Kinderkrippenplätze für Kinder ab 6 Monaten erhitzt die Gemüter der Deutschen, und nicht zu selten fühlen sich Frauen einem gesellschaftlichen Druck ausgesetzt. Die Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung sieht es als ihre oberste Aufgabe, begabte junge Frauen mit Kind finanziell zu unterstützen, um ihnen eine gute Ausgangslage für eine spätere wissenschaftliche Karriere zu ermöglichen. Die Stiftung feiert in diesem Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum, zu dem die Gründerinnen Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard und Prof. Dr. Maria Leptin am Freitag, den 4. Juli, nach Tübingen einluden. Ich komme aus einem Land, in dem es nicht üblich ist, dass Frauen während ihrer Schwangerschaft hart arbeiten die meisten arbeiten gar nicht, wo Stillen im ersten Lebensjahr ein Muss ist und wo nur Rabenmütter ihre Kleinen in so schlimme Einrichtungen wie Kindergrippen oder Kindergärten stecken, erzählt Agata Karska, die aus Polen stammt und derzeit ihre Doktorarbeit am Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching schreibt. 2011 bewarb sie sich um ein Stipendium und wurde neben 6 anderen Bewerberinnen ausgewählt. Das Stipendium der Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung war für mich eine große Motivation, um überhaupt um Hilfe und Unterstützung zu bitten.

Die Stiftung fördert ihre Stipendiatinnen mit bis zu 400 Euro monatlich, die aber nur für bestimmte Zwecke ausgegeben werden dürfen. Dieses Stipendium ermöglicht es jungen Frauen mit Kind und Familie, ihre Doktorarbeit zügig fertig zu stellen oder auch am Abend oder am Wochenende mal notwendige Experimente im Labor fertigzustellen oder auf ein Symposium zu fahren. Das Geld soll gezielt für eine Haushaltshilfe oder sonstige Arbeitserleichterungen eingesetzt werden. Wir wollen die Frauen fördern, weil sie begabt sind, erklärt Christiane Nüsslein-Volhard.

Die finanziellen Mittel ermöglichen es somit jungen Müttern, mehr von ihrer ohnehin knappen Zeit für das Kind und für die Arbeit zu reservieren, anstatt sie für unnötige Haushaltsarbeiten oder Botengänge zu verschwenden. Frauen wie Agata Karska unterliegen dem gesellschaftlichen Druck, sich um alles selbst kümmern zu müssen. Agata Karska: Ich habe mir nie eine Putzhilfe oder einen Babysitter geleistet nicht weil ich es mir nicht hätte ab und zu leisten können, sondern weil mein Mann, meine Familie und vielleicht sogar ich selbst es nicht gut fanden, dass Fremde in unser Familienleben oder in unser Haus kommen. Dass ausgerechnet sie ausgewählt wurde, gebe ihr nun Selbstvertrauen und die Zuversicht, dass eine erfolgreiche Karriere auch mit Kindern möglich ist.

Die Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung will helfen zu verhindern, dass hervorragende Talente der wissenschaftlichen Forschung verloren gehen. Gefördert werden Doktorandinnen in einem Fach der experimentellen Naturwissenschaften oder der Medizin, die in deutschen Universitäten und Forschungsinstituten forschen. Bewerbungsschluss für die nächste Runde ist der 31.12.2014; die Interviews erfolgen im Februar des nächsten Jahres. Weitere Informationen und alle Unterlagen dazu gibt es im Internet unter www.cnv-stiftung.de.

Ansprechpartner:
Heike Heth
Geschäftsführerin
Tel.: 07071 601-398
E-Mail: heike.heth@cnv-stiftung.de

Nadja Winter (Pressereferentin Max-Plank-Institut für Entwicklungsbiologie)
Tel.: 07071 601-444
E-Mail: presse-eb@tuebingen.mpg.de

Bitte senden Sie uns bei Veröffentlichung einen Beleg.

Über die Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung:
Die im Jahre 2004 gegründete Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Forschung unterstützt begabte junge Wissenschaftlerinnen mit Kindern, um ihnen die für eine wissenschaftliche Karriere erforderliche Freiheit und Mobilität zu verschaffen. Die Stiftung will helfen zu verhindern, dass hervorragende Talente der wissenschaftlichen Forschung verloren gehen. Sie richtet sich an Doktorandinnen in einem Fach der experimentellen Naturwissenschaften oder der Medizin. Die Förderung beträgt 200 bis 400 Euro im Monat über einen Zeitraum von einem Jahr. Die finanzielle Unterstützung soll zur Entlastung im Haushalt und bei der Kinderbetreuung beitragen, um Zeit für die wissenschaftliche Arbeit zu gewinnen. Die Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung fördert Wissenschaftlerinnen aller Nationalitäten, die in deutschen Universitäten und Forschungsinstituten als Doktorandinnen forschen. Weitere Informationen:http://www.cnv-stiftung.de

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