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Leibniz-Institute und Museen in Hamburg, Frankfurt/Main, Potsdam, Speyer und Düsseldorf evaluiert

18.07.2014 - (idw) Leibniz-Gemeinschaft

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat nach Abschluss der wissenschaftlichen Evaluierung von fünf Einrichtungen Bund und Ländern empfohlen, vier dieser Einrichtungen weiterhin gemeinsam zu fördern. In einem Fall empfiehlt der Senat, die gemeinsame Förderung zu beenden. Evaluiert wurden:

Heinrich-Pette-Institut Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie, Hamburg (HPI)
Senckenberg Forschungsinstitute und Naturmuseen, Frankfurt am Main u. a. (SGN)
Deutsches Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung Speyer (FÖV)
Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim (ATB)
Deutsches Diabetes-Zentrum Leibniz-Zentrum für Diabetes-Forschung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (DDZ)

Jede Leibniz-Einrichtung wird regelmäßig extern evaluiert, spätestens alle sieben Jahre. International ausgewiesene Sachverständige, die durch schriftliche Unterlagen und bei einem Evaluierungsbesuch informiert werden, bewerten die Leistungen und Strukturen jeder Einrichtung. Die Ergebnisse der Begutachtung werden in einem Bewertungsbericht festgehalten, zu dem das evaluierte Institut Stellung nehmen kann. Auf dieser Grundlage verabschiedet der Senat der Leibniz-Gemeinschaft eine wissenschaftspolitische Stellungnahme, die Empfehlungen zur weiteren Förderung der Leibniz-Einrichtung enthält. Diese Senatsstellungnahme dient der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) zur Überprüfung der Fördervoraussetzungen. Zusammen mit den Anlagen A (Darstellung der wesentlichen Inhalte und Strukturen der Einrichtung), B (Bewertungsbericht) und C (Stellungnahme der Einrichtung zum Bewertungsbericht) wird die Senatsstellungnahme auf der Internet-Seite der Leibniz-Gemeinschaft veröffentlicht. Alle an der Bewertung und Beurteilung beteiligten Gremien sind ausschließlich mit Personen besetzt, die nicht an Leibniz-Einrichtungen tätig sind.


Zu den Stellungnahmen des Senats der Leibniz-Gemeinschaft im Einzelnen

Das Heinrich-Pette-Institut, Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie (HPI), in Hamburg bearbeitet mit großem Erfolg speziesübergreifende virologische Fragen an humanpathogenen Viren, wie der Senat der Leibniz-Gemeinschaft in seiner Stellungnahme feststellt. Dabei wird insbesondere die in diesem Bereich deutschlandweit einzigartige Konzentration auf experimentelle Ansätze gewürdigt.
Das Institut musste sich nach einer kritischen Begutachtung im Jahr 2010 einer vorgezogenen Evaluierung stellen. Der Senat stellt nun ausgesprochen erfreuliche und grundlegende Verbesserungen fest. Unter einer neuen Institutsleitung habe das HPI eine von allen Verantwortlichen gemeinsam getragene Gesamtstrategie entwickelt. Vakante Leitungsstellen seien hervorragend neu besetzt worden.
Die Leistungen seien sehr gut, teilweise exzellent. Die Kooperationsbeziehungen habe man in den vergangenen Jahren erheblich verbessert. Dies komme insbesondere der Translation von Forschungsergebnissen in die Klinik sehr zugute. Auch die Nachwuchsförderung wird gelobt. Nachholbedarf sieht der Senat jedoch in Bezug auf die Gleichstellung, denn Frauen sind auf der Leitungsebene deutlich unterrepräsentiert.
Der Senat lobt, dass sich das HPI mit einer neuen Abteilung, einer Nachwuchsgruppe und weiteren Kooperationen intensiv am Centre for Structural Systems Biology (CSSB) in Hamburg-Bahrenfeld beteiligt. Das CSSB ist ein Zusammenschluss von neun wissenschaftlichen Einrichtungen aus ganz Deutschland zur Untersuchung komplexer Infektionsprozesse im Rahmen eines systembiologischen Gesamtkonzepts. Die von HPI und CSSB gemeinsam getragenen Planungen böten die Chancen für sehr neuartige, international ausstrahlende Erkenntnisse.
Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des HPI fortzusetzen.

Die Senckenberg Forschungsinstitute und Naturmuseen (SGN) mit Standorten u. a. in Frankfurt am Main, Dresden, Görlitz, Müncheberg und Wilhelmshaven erforschen die Entwicklungsgeschichte und Dynamik der Biosphäre. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft bescheinigt ihnen in seiner heute veröffentlichten Stellungnahme mit Blick auf die vergangenen sieben Jahre eine außerordentlich dynamische Entwicklung und sehr gute Forschungsleistungen.
Seit der letzten Evaluierung 2007 nahm Senckenberg neue Standorte auf und wuchs erheblich. Der Leitung sei es hervorragend gelungen, eine ortsübergreifende Organisationsform und ein integriertes Forschungskonzept zu entwickeln. Die Umsetzung müsse in den nächsten Jahren konsequent weitergeführt werden, so der Leibniz-Senat.
Die Tätigkeitsschwerpunkte von Senckenberg liegen in der Biodiversitätsforschung, der Ökosystemforschung sowie der systemischen Erforschung der Erde. Sie umfassen auch Anwendungen in Ökologie und Naturschutz. Der Senat würdigt insbesondere, dass die Arbeiten zur biologischen Vielfalt in hervorragender Weise um den Aspekt Klimawandel ergänzt werden. Der Aufbau dieses neuen Themenfeldes wird derzeit durch eine umfangreiche hessische Landesförderung unterstützt. Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, diese Maßnahme dauerhaft weiterzuführen.
Die Senckenberg-Sammlungen umfassen über 38 Millionen Pflanzen, Tiere, Fossilien und Gesteine. Sie gehören damit zu den größten Europas, so der Senat. Sie würden sehr gut gepflegt, müssten allerdings international noch deutlich sichtbarer werden. Der Senat empfiehlt deshalb, die wissenschaftliche Verfügbarkeit der Sammlungsdaten zu verbessern und die digitale Erschließung mit Nachdruck voranzutreiben. Er begrüßt, dass die drei naturkundlichen Forschungsmuseen der Leibniz-Gemeinschaft in diesen wichtigen Fragen eine enge Zusammenarbeit aufbauen.
Der Senat würdigt außerdem die engagierte Vermittlungsarbeit Senckenbergs. Er begrüßt, dass die Dauerausstellung in Frankfurt bald überarbeitet wird und dies von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, dem Trägerverein der Einrichtung, unterstützt wird. Bund und Ländern wird empfohlen, die gemeinsame Förderung der Senckenberg Forschungsinstitute und Naturmuseen fortzusetzen.

Das Deutsche Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung Speyer (FÖV) hat den Auftrag, im Bereich der Verwaltung im Rahmen fachübergreifender Vorhaben zu forschen sowie Politik und Verwaltung zu beraten. Bei früheren Evaluierungen wurde immer wieder kritisiert, dass eine eigenständige Profilierung als Forschungsinstitut nicht gelungen war. Trotz einiger struktureller Maßnahmen der vergangenen Jahre und erkennbarer Bemühungen der Leitung sei dieser grundlegende Kritikpunkt nicht ausgeräumt worden, so der Senat der Leibniz-Gemeinschaft in seiner heute veröffentlichten Stellungnahme. Der Senat weist auf eine Reihe von inhaltlichen Kritikpunkten insbesondere mit Blick auf die Qualität und Kohärenz der Forschung und der Beratungsleistungen, die Nachwuchsförderung und die Kooperationen mit anderen Institutionen hin. Auch sieht der Senat grundlegende strukturellen Schwächen in der Institutsverfassung, die einer kohärenten Profilierung im Wege stehen.
Der Senat empfiehlt Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung des Forschungsinstituts zu beenden.

Das Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e. V. (ATB) betreibt anwendungsorientierte Grundlagenforschung in allen Bereichen der Agrartechnik. Dabei werden vom Institut landwirtschaftliche Produktionsprozesse analysiert und darauf aufbauend neue verfahrenstechnische Lösungen entwickelt.

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft bewertet die Arbeitsergebnisse des ATB als gut bis sehr gut. Die technologischen Entwicklungen des ATB seien für den agrartechnischen Anwendungsbereich von hoher Bedeutung. Das Institut leiste einen wichtigen Wissens- und Technologietransfer und sei mit seinen Beratungsleistungen auch für politische Entscheidungsträger, insbesondere für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), unverzichtbar.
Es sei jedoch für die weitere Entwicklung des ATB von entscheidender Bedeutung, die Forschungsleistungen zu verbessern. Dies zeige sich u. a. in e
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