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Ausstellen als Wissenschaft ? Eine Trilogie zur Zukunft des Kuratorischen

18.07.2014 - (idw) Stiftung Deutsches Hygiene-Museum

Was zeichnet die Arbeit einer Kuratorin oder eines Kurators aus? Ist das Ausstellen eine eigene Form von Wissenschaft? Wie unterscheidet sich das Kuratieren von anderen Formen des Umgangs und der Vermittlung von Kultur und Wissenschaft?

Symposium I: Das Wissen der Kuratoren
28. und 29. Mai 2015
Symposium II: Die Verantwortung der Kuratoren
12. und 13. November 2015
Symposium III: Die Vermittlung der Kuratoren
26. und 27. Mai 2016

Tagungsleitung: Dr. Daniel Tyradellis, Philosoph und Kurator
Konzeptentwicklung: Gisela Staupe, Stellvertretende Direktorin des Deutschen Hygiene-Museums und Kuratorin, und Dr. Daniel Tyradellis
Tagungsort: Deutsches Hygiene-Museum Dresden Obwohl jedes Museum über seinen ganz eigenen Charakter verfügt, haben doch alle eines gemeinsam: Sie sind Orte des Staunens und der Irritation, der Vermittlung und Unterhaltung. Museen sind Denk- und Möglichkeitsräume eigener Art, deren wichtigstes Ausdrucksmedium die Ausstellungen sind. Sie stellen die Summe all dessen dar, was das Museum für die Besucher intellektuell und physisch erfahrbar macht. Mit seinen Ausstellungen stellt das Museum seine Bedeutung immer wieder öffentlich zur Diskussion. In Zukunft wird es darum unabdingbar sein, dass Museen ihre Dauer- und Sonderausstellungen als konkrete Orte der ständigen Reflexion über Sinn und Zweck ihrer eigenen Existenz begreifen. Mit ihnen begeben sie sich in eine produktive Auseinandersetzung mit den eigenen Traditionen und Ansprüchen, aber auch in einen Dialog mit den gesellschaftlichen Erwartungen an das Museum als Institution.

Als den Theoretikern der Praxis und Praktikern der Theorie kommt den Kuratoren in diesem ergebnisoffenen Reflexionsprozess eine zentrale Rolle zu, denn sie agieren unmittelbar an der Schnittstelle von musealer Tradition, wissenschaftlicher Erkenntnis und den Besucherbedürfnissen. Sie haben nicht nur die Kriterien zur Auswahl und Kombination von Exponaten zu entwickeln, sondern auch eine pointierte inhaltliche Schwerpunktsetzung zu verantworten und damit essenziell verbunden über die Präsentationsform und Szenografie zu entscheiden, von der Auswahl der Exponate und den Einsatz von Medien über die thematische Gliederung und die Thesen bis hin zur Betextung und weiteren Vermittlungsangeboten.

Während für Kuratoren von Kunstausstellungen bereits verschiedene universitäre Ausbildungsgänge existieren, fehlen solche bislang für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Ausstellungen in und für Wissensmuseen erarbeiten möchten. Sind in Kunstmuseen die Kunstwerke selbst der eigentliche Inhalt der Ausstellungen, so steht in den Wissensmuseen zu denen in Deutschland rund 90% aller Museen gezählt werden die Vermittlung von kulturhistorischen, ethnologischen, technischen oder medizinischen Themenfeldern im Vordergrund.

Sofern das Kuratieren nicht als eine schöne Kunst, sondern auch als eine wissenschaftliche Tätigkeit verstanden wird, lässt sich seine Bedeutung nicht darauf reduzieren, eine spezialisierte museumsinterne oder universitäre Forschung in die Dreidimensionalität eines Ausstellungsraums zu verlängern. Aber was genau zeichnet dann das Tun einer Kuratorin oder eines Kurators im arbeitsteiligen Prozess einer Ausstellungskonzeption und realisierung aus? Ist es ausreichend, wissenschaftliche Expertise um fundierte Grundprinzipien des Museumsmanagements zu ergänzen? Können die für das Kuratieren erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten überhaupt innerhalb eines objektivierbaren Curriculums erlernt werden? Inwiefern ist umgekehrt gerade eine individuelle Handschrift, eine erkennbare Autorschaft des Kurators sinnvoll oder notwendig, wenn eine Ausstellung gelingen und erfolgreich sein soll?

Weitere Fragen, die in der Trilogie "Ausstellen als Wissenschaft?" diskutiert werden sollen, wären die folgenden: Welche Bedeutung können theoretischen Ansätze, etwa aus Philosophie, Soziologie oder Psychologie für die kuratorische Durchdringung einer Thematik haben? Was resultiert daraus für die Struktur und Gestaltung oder die Vermittlungsansätze von Ausstellungen? Was und wie können Kunst- und Wissensmuseen in Hinblick auf ihre unterschiedlichen Inhalte und spezifischen Methoden voneinander lernen? Wie müsste eine kuratorische Ausbildung aussehen, die das Medium Ausstellung als ein Angebot begreift, mit dem sich Menschen nicht nur über ein Thema informieren, sondern eine Gesellschaft sich immer wieder neu über die Bedeutung und den Stellenwert von Kunst, Wissenschaft und Kultur verständigt?


Das Deutsche Hygiene-Museum möchte mit seiner Veranstaltungstrilogie "Ausstellen als Wissenschaft?" das Bewusstsein dafür schaffen, dass das Kuratieren von den Institutionen und Akteuren als ein verantwortungsvolles Handeln begriffen werden muss. Es ist wissenschaftlichen und ästhetischen Prinzipien ebenso verpflichtet wie den sich im Kontext einer heterogener werdenden Besucherschaft wandelnden Rezeptionsgewohnheiten und Erwar-tungshaltungen.

Das vollständige Programm liegt im Februar/ März 2015 vor. Weitere Informationen:http://www.dhmd.de
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