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Operation: ja oder nein? Wissenschaftler wollen bildgebende Verfahren verbessern

29.07.2014 - (idw) Jacobs University Bremen

Themendienst der Jacobs University Ausgabe 5/2014

Unser Themendienst informiert Sie regelmäßig über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse, besondere Ereignisse, Köpfe der Jacobs University oder einfach Dinge, die wir bewegen.

Unsere Themen heute:
Klare Sicht | Patinnen und Paten gesucht | Ein lohnenswertes Jahr | Zahl des Tages Thema (2.952 Anschläge)

Klare Sicht

Operation: Ja oder nein? Ärzte treffen ihre Entscheidungen oft auf der Grundlage von bildlichen Darstellungen. Doch die können trügen. Wissenschaftler der Jacobs University in Bremen forschen jetzt an besseren Formen der Visualisierung von medizinischen Untersuchungsergebnissen.

Bildgebende Verfahren gehören zum Alltag in Arztpraxen und Krankenhäusern. Trotzdem bergen sie Risiken. Angst brauche man als Patient dennoch nicht zu haben, sagt Professor Lars Linsen.

Linsen ist Informatiker an der Jacobs University in Bremen, sein Spezialgebiet ist die Visualisierung. Gemeinsam mit zwei Kollegen erforscht er das Sichtbarmachen von diagnostischen Untersuchungen in der Medizin. Das auf drei Jahre angelegte Projekt, an dem auch Mediziner beteiligt sind, wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanz- oder Computertomographie gehören seit langem zum medizinischen Alltag. Doch die Ärzte können sich keineswegs sicher sein, dass das, was sie auf dem Bildschirm sehen, auch der Wirklichkeit entspricht. Die Mediziner fassen die Visualisierung als wahres Abbild der Realität auf, sagt Linsen. Sie interpretieren es als solches und treffen Entscheidungen zumindest teilweise anhand der Darstellung. Deren Anfertigung ist aber durch zahlreiche Fehlerquellen belastet, und die ärztliche Entscheidung könnte somit falsch sein.

Einer der drei Forschungsgegenstände des Teams der Jacobs University ist das Erkennen und die Diagnose von arteriellen Gefäßverengungen im Halsbereich. Ob eine Verengung besteht, können die Ärzte nur anhand von dreidimensionalen, also räumlichen Abbildungen beurteilen. Diese Darstellungen werden aus den Aufnahmen berechnet, die unter anderem im Magnetresonanztomographen entstehen.

Ungenauigkeiten können schon bei der Aufnahme entstehen, beispielsweise wenn ein Patient sich bewegt oder die Auflösung der Aufnahme zu gering ist. Eine weitere potenzielle Fehlerquelle ist die Bildverarbeitung, insbesondere die Bildsegmentierung sowie die Erzeugung von dreidimensionalen Ansichten. Ist das Blutgefäß nicht korrekt segmentiert, kann der Arzt zu dem Schluss kommen, dass eine Verengung der Blutbahn vorliegt, obwohl dies gar nicht der Fall ist. Er operiert, obwohl dies gar nicht notwendig wäre, sagt Linsen.

Mit ihrer Arbeit wollen die Wissenschaftler feststellen, wie groß die Unsicherheiten in den generierten Bildern sind, und die Mediziner für diese sensibilisieren. Sie wollen vermitteln, wo es keine Zweifel an der Darstellung gibt und in welchen Fällen sie angebracht sind. Auf Basis dieses Wissens können die Ärzte gegebenenfalls weitere Untersuchungen einleiten, wie etwa einen erneuten Scan durchführen. Wie die visuelle Kennzeichnung der zweifelhaften Regionen geschehen kann, zum Beispiel durch farbliche Hervorhebung, ist ebenfalls Bestandteil des Forschungsprojektes. Professor Linsen ist sich sicher: Am Ende werden die Ärzte klarer sehen können.

Rückfragen und weitere Informationen:
Prof. Dr.-Ing. Lars Linsen | Professor für Informatik
l.linsen@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200-3196

Köpfe (1.636 Anschläge)

Patinnen und Paten gesucht

Jedes Jahr Ende August beziehen die Erstsemester ihre Zimmer auf dem Campus der Jacobs University. Viele von ihnen sind das erste Mal für eine lange Zeit weit weg von zuhause. Sich in einer fremden Umgebung und Kultur zurecht zu finden, ist nicht immer auf Anhieb leicht für die jungen Menschen. Hier setzen wir mit unserem Patenschaftsprogramm an. Mit Hilfe der Bremerinnen und Bremer wollen wir den Studierenden das Einleben in der neuen Heimat erleichtern, erklärt Connie Bröker den Hintergrund des Host Family Program. Die Patenschaften geben beiden Seiten etwas: Die Studierenden lernen typisch Bremisches und Deutsches kennen, die Patinnen und Paten erfahren viel über die jeweiligen Herkunftsländer der Neuankömmlinge, ergänzt Jutta Eckhoff.

Als Ehrenamtliche betreuen Connie Bröker und Jutta Eckhoff das Programm inzwischen seit 12 Jahren. In dieser Zeit haben sie mehr als 1.500 Patenschaften vermittelt. Bei der Vermittlung achten die Projektkoordinatorinnen darauf, dass Sprachkenntnisse und Interessen zusammen passen. Wichtig ist es, dass man kulturelle Aufgeschlossenheit sowie Neugier für das Leben der jungen Menschen mitbringt. Und Englisch sollte man natürlich auch sprechen können, sagt Connie Bröker. Ob Ehepaare, Einzelpersonen oder Familien alle Interessierten können sich für eine Patenschaft beim Student Service Center melden. Diese umfasst im Idealfall die gesamte Dauer des Bachelor-Studiums, also drei Jahre. Dadurch dass die Studierenden in das Familiengeschehen integriert werden, entstehen häufig langjährige Freundschaften über die Zeit an der Jacobs University hinaus, berichtet Jutta Eckhoff.

Mehr zum Host Family Program: http://www.jacobs-university.de/host-family-program

Rückfragen und weitere Informationen:
Kristina Logemann | Communications & Public Relations
k.logemann@jacobs-university.de | Tel.: +49 421 200-4454

Aktuell (2.310 Anschläge)

Ein lohnenswertes Jahr

Die Möglichkeiten eines Studiums sind heutzutage vielfältiger denn je. Die Entscheidung, was und wo man studiert, fällt vielen jungen Leuten entsprechend schwer. Die Jacobs University bietet Schulabsolventen aus der ganzen Welt mit dem Foundation Year die Möglichkeit, in das Leben und Lernen an einer internationalen Universität hinein zu schnuppern, Studienfächer näher kennen zu lernen und sich obendrein wichtige Fähigkeiten für ein erfolgreiches Studium anzueignen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können ihren Stundenplan individuell mitgestalten und je nach Interesse eigene Schwerpunkte festlegen.

Dabei steht den jungen Menschen eine Reihe von Modulen zur Auswahl. In Sprachkursen werden sie auf ein Studium in Englisch vorbereitet. Zusätzlich können sie Französisch- und Spanischkurse belegen. Grundlagenkurse in Natur-, Ingenieurs- oder Wirtschaftswissenschaften helfen den Foundation Year-Teilnehmern bei der Orientierung für ein späteres Bachelor-Studium. Bei ausreichender Vorbildung können die Studierenden sogar reguläre Kurse aus dem Bachelor-Programm besuchen und erste ECTS Credit Points für ihre anschließende Ausbildung sammeln. Als Vorbereitung für den weiteren universitären Weg dient ebenfalls die Einführung ins akademische Arbeiten und Schreiben. Abgerundet wird das Foundation Year Angebot durch interkulturelle Trainings, Soft Skill Workshops, Karriereberatung sowie Ausflüge in einige der attraktivsten Städte Europas.

Es ist eine tolle Gelegenheit, sich vor Beginn des eigentlichen Studiums auf dem Campus einzuleben und gemeinsam mit Professoren und Mentoren auszuloten, in welche Richtung man gehen will, beschreibt Felix Filzhut die Vorteile des Foundation Year. Der 20-Jährige hat das Programm 2013 abgeschlossen und studiert nun Internationale Wirtschaftswissenschaften und Management (Global Economics and Management) an der Jacobs University. Während seiner Orientierungsphase nutzte er die Chance, bereits an den Kursen seiner Bachelor-Kommilitonen teilzunehmen, die er sich jetzt anrechnen lassen kann. Für Felix ist das Foundation Year eine Erfahrung, die er nicht missen will. Das Jahr hat sich für mich absolut gelohnt. Durch das Foundation Year fühlte ich mich sehr gut vorbereitet und bin viel entspannter in mein Studium gestartet, resümiert der junge Mann.


Mehr zum Foundation Year: http:/
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