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320.000 Euro für Arzneimittelforschung an der Hochschule OWL: DBU genehmigt Projekt

30.07.2014 - (idw) Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Mit insgesamt rund 320.000 Euro für eine Laufzeit von drei Jahren unterstützt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), eine der größten Stiftungen in Europa, ein Forschungsvorhaben der Hochschule OWL. Bei dem im Fachbereich Life Science Technologies angesiedelten Projekt PATandSHEAR geht es um die Optimierung sogenannter Schmelzgranulationsverfahren zur Arzneimittelherstellung. Ziel ist es, diese Prozesse derart zu verbessern, dass Abfallprodukte und Fehlchargen vermieden werden und Energie eingespart wird. Über die Bewilligung des Projektantrags freuen wir uns sehr, erläutert Projektleiter und Koordinator Professor Gerd Kutz. Abfallprodukte und Fehlchargen von Arzneimitteln stellen eine erhebliche Umweltbelastung dar dem möchten wir mit unserem Forschungsvorhaben begegnen. Die Zuwendung der DBU sei nicht nur Bestätigung für die Arbeit im Fachbereich, führt der Wissenschaftler vom Detmolder Labor Pharmatechnik aus. Sie festigt gleichzeitig den exzellenten Ruf, den die Hochschule OWL wegen ihrer großen Forschungsstärke genießt.

Die mit rund zwei Milliarden Euro Bundesvermögen ausgestattete DBU fördert ausgewählte innovative Vorhaben zum Schutz der Umwelt unter besonderer Berücksichtigung der mittelständischen Wirtschaft. Im Rahmen der Projektausschreibung 2013/2014 wurden insgesamt 36 Förderanträge gestellt, macht Gerd Kutz deutlich. Aber nur vier darunter PATandSHEAR werden finanziell unterstützt.

PATandSHEAR beschäftigt sich mit der Beschreibung von Schmelzgranulationsverfahren in Intensivmischergranulatoren, die mit Hilfe einer speziellen Sonde gemessen werden. Das Projekt wird im Rahmen der DBU-Initiative Nachhaltige Pharmazie gefördert. Deren Ziel es ist, Arzneimittel möglichst umweltschonend und energieeffizient zu produzieren. Seit einiger Zeit steigt das Interesse an Schmelzgranulaten in der pharmazeutischen Industrie, erklärt Professor Gerd Kutz. Ein Vorteil dieser Granulate ist, dass sie unter Verzicht auf Lösungsmittel darstellbar sind.

Granulate spielen bei der Herstellung von bestimmten Arzneimitteln und pharmazeutischen Produkten eine wichtige Rolle. Ein elementarer Bearbeitungsschritt ist die Granulation, von der es verschiedene Arten gibt. Bei der sogenannten Schmelzgranulation wird Kornwachstum durch die Zugabe eines Bindemittels, das während des Prozesses schmilzt, erreicht. Die Abkürzung PATandSHEAR soll die erstmalige Verknüpfung von Prozessanalytischen Technologien (PAT) in Intensivmischgranulatoren (sog. High-Shear-Mixer) zum Ausdruck bringen, erklärt Professor Gerd Kutz.

Bei dem Forschungsprojekt stehen zwei hochmoderne Spezialgeräte im Vordergrund: Dabei handelt es sich zum einen um den Intensivmischergranulator, in dem die Granulationsverfahren untersucht werden. Außerdem kommt eine In-Line-Messsonde zum Einsatz, welche die Korngrößenverteilung währenddessen misst. Diese prozessanalytischen Technologien sollen eine bessere produktionsbegleitende Kontrolle ermöglichen, führt der Projektleiter aus. Unser ökologisches Ziel ist es, den Fehlchargenanteil bei Granulationsverfahren zu reduzieren und hinsichtlich Energiesparens zu optimieren.

Die Geräte mit einem Gesamtverkaufspreis von rund 250.000 Euro werden von den Firmen Diosna (Osnabrück) und Parsum (Chemnitz) zur Verfügung gestellt. Auch nach Abschluss des dreijährigen Forschungsprojektes werden sie voraussichtlich als Dauerleihgaben an der Hochschule OWL bleiben, wie der Wissenschaftler ankündigt: Sie sollen im Bereich Pharmatechnik in Forschung und Lehre eingesetzt werden.
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