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Was Kunstgeschichte, Linguistik, Psychologie, Kunst und Biologie zusammenbringt

31.07.2014 - (idw) Humboldt-Universität zu Berlin

Die International Society for Invertebrate Morphology tagt an der Humboldt-Universität Die überwältigende Diversität der Formen und Strukturen Wirbelloser und wie diese wissenschaftlich erfasst und bewertet werden kann, bilden das übergeordnete Thema eines internationalen Kongresses, der vom 3. bis 7. August 2014 am Institut für Biologie der Humboldt-Universität zu Berlin durchgeführt wird.

Anlässlich der International Congress on Invertebrate Morphology (ICIM 3) in Berlin treffen sich rund 300 Delegierte aus 22 Ländern und präsentieren mehr als 130 Vorträge sowie über 90 Poster.
Erstmal wird es ein interdisziplinäres Panel geben, auf dem sich Biologen mit Kunstwissenschaftler, Linguisten und Künstler hinsichtlich Fragen nach Struktur und Form austauschen.

Wirbellose spielen eine nicht zu unterschätzende lokale und globale ökologische Rolle, erklärt der Biologe und Leiter des 3rd International Congress on Invertebrate Morphology (ICIM 3), Gerhard Scholtz. Riffbildende Korallen, die zentrale Funktion von Milliarden Ruderfußkrebschen im Meeresplankton und die weltweit dramatischen Auswirkungen von Wurmparasiten auf die Gesundheit von Tieren und Menschen sind nur einige Beispiele. Deswegen ist eine genaue Kenntnis der Strukturen und Formen wirbelloser Tiere von großer Bedeutung. Wir machen das erstmalig und es ist ein Versuch, Geisteswissenschaftler und Gestalter einzubeziehen. Wir möchten im Rahmen einer solchen Tagung die Arbeit von Psychologen, Künstlern, Linguisten und Kunsthistoriker implementieren, um eine gegenseitige Auseinandersetzung und wissenschaftliche Befruchtung zu erzielen. Dafür ließ sich eine hervorragende Gruppe von Rednerinnen und Rednern gewinnen, z.B. die italienische Kunsthistorikerin Giovanna Targia, die den wechselseitigen Einfluss von Kunstgeschichte und Biologie bei morphologischen Fragestellungen thematisiert, so Scholtz.

Zentrale Themen der Tagung wie Funktion, Entwicklung und Evolution organismischer Strukturen werden anhand von bekannten Tiergruppen wie Krebsen, Insekten und Seesternen, aber auch an Tieren mit so illustren Namen wie Armfüßer, Bauchhärlinge, Hakenrüssler, Kelchwürmer oder Seescheiden diskutiert. Eine Reihe von Symposien widmet sich den speziellen Fragen der Evolution des Nervensystems, der Keimblattdifferenzierung und Larvalentwicklung oder der Entstehung evolutionärer Neuheiten. Zusätzlich wird es ein Symposium zu interdisziplinären Aspekten der Morphologie geben, an dem sich Künstler, Kunsthistoriker und Linguisten beteiligen.

Der Berliner Künstler Uli Westphal wird seinen Stammbaum der Elefantendarstellung seit der Antike präsentieren. Der Linguist Lars Zeige wird über morphologische Konzepte in den Sprachwissenschaften reden. Die Psychologin Antonia Reindl aus dem HU-Exzellenzcluster Bild Wissen Gestaltung berichtet von Untersuchungen biologischer Formen vor dem Hintergrund mentaler Repräsentation von Formprototypen und deren Veränderung.

Weitere Informationen:
http://www.icim3.org/

Kontakt
Prof. Dr. Gerhard Scholtz
Institut für Biologie
Humboldt-Universität zu Berlin
Tel.: 030 2093-6005
gerhard.scholtz@rz.hu-berlin.de
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