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9. Forschungstreffen Suhrkamp/Insel (25./26.09.)

07.08.2014 - (idw) Deutsches Literaturarchiv Marbach

Das psychoanalytische Paradigma in Kultur-, Literatur- und Medientheorie. Mit einem Abendvortrag von Mladen Dolar Welche Rolle spielt das psychoanalytische Paradigma heute noch in den Geisteswissenschaften? Ein Jahrhundert nach dessen »Erfindung« durch Sigmund Freud sind vielfältige Wechselwirkungen zwischen Psychoanalyse und symbolischen Formen von Kultur zu beobachten. Auf dem 9. Forschungstreffen Suhrkamp/Insel am 25. und 26. September fragen renommierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach der Bedeutung des psychoanalytischen Paradigmas für die Literatur-, Kultur- und Medientheorie und diskutieren exemplarische Analysen aus komparatistischer und intermedialer Perspektive. Es sprechen u.a. Frauke Berndt (Tübingen) über »Literatur und Psychoanalyse«, Eckart Goebel (New York) über »Freud und Machiavelli« und Andreas Kraß (Berlin) zum Thema »Ödipusmaschinen: Hamletgeschichten von Saxo Grammaticus bis Heiner Müller«. Der slowenische Philosoph und Kulturtheoretiker Mladen Dolar hält am Abend des 25. September einen Abendvortrag »Officers, maids and chimney-sweepers«. Konzeptionell wurde die Tagung von Frauke Berndt (Universität Tübingen) betreut.

Sigmund Freuds Lektüre mythologischer und literarischer Texte setzt im 19. Jahrhundert einen neuen Akzent in der Deutung gesellschaftlicher Muster: Der Ödipuskomplex, die Traumerzählung, die beiden Werkmeister des Unbewussten Verschiebung und Verdichtung sind nur einige Elemente, die den großen Einfluss der Literatur auf die Psychoanalyse bezeugen. Umgekehrt verändern sich die Darstellungsverfahren nach 1900 dramatisch: Innerer Monolog und stream of consciousness erobern die Literatur, und der Film avanciert zum Medium des Unbewussten schlechthin. Nicht zuletzt die Mythologisierung von Literatur und Film in Moderne und Postmoderne begleitet die weltweite Rezeption der psychoanalytischen Theorien in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In der Bundesrepublik setzt Anfang der 1970er Jahre die Rezeption der französischen und US-amerikanischen psychoanalytischen Diskussion und Theoriebildung ein, erscheinen Autoren wie A. Mitscherlich, J. Starobinski oder G. Deleuze und F. Guattari erstmals im Suhrkamp Verlag. Das Forschungstreffen soll diese wechselseitigen Beziehungen weniger personenbezogen abbilden, als vielmehr auf der Grundlage der Darstellungsverfahren rekonstruieren: Einerseits sollen verschiedene Theorien, Methoden und Konzepte nach Freud diskutiert, andererseits exemplarische Analysen vorgestellt werden, deren Aufmerksamkeit sowohl paradigmatischen Figuren wie Ödipus oder Antigone als auch den Gattungen und Genres gilt.

Die Tagung beginnt am 25. September 2014 um 14 Uhr und endet am 26. September um 13.30 Uhr; sie findet im Tagungsbereich (Archivgebäude) statt. Der Abendvortrag mit Mladen Dolar am 25. September um 20 Uhr ist öffentlich, der Eintritt frei.

Um Anmeldung wird gebeten: forschung@dla-marbach.de Weitere Informationen:http://www.dla-marbach.de/aktuelles/tagungen/index.html - Tagungsprogramm
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