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Kasseler Wissenschaftler optimieren Eintauch-Phase von deutschen EM-Schwimmerinnen und Schwimmer

11.08.2014 - (idw) Universität Kassel

Wenn ab dem 13. August die europäische Schwimm-Elite in Berlin um EM-Gold kämpft, haben auch deutsche Teilnehmer/innen gute Aussichten auf Edelmetall. Dazu beigetragen haben Wissenschaftler der Universität Kassel. Ihre Untersuchungen zum Schwimmstart könnten die deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer um entscheidende Zehntelsekunden schneller machen. Die meisten bisherigen Untersuchungen zur Startphase beim Schwimmen konzentrierten sich auf den Absprung der Sportler, berichtet Sebastian Fischer, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Bewegungswissenschaft der Universität Kassel. Entscheidend für den Start ist aber vielmehr das Eintauchen. Mit einem optimalen Bewegungsablauf beim Eintauchen kann ein Schwimmer mehrere Zehntelsekunden schneller werden. Ein Ergebnis seiner Untersuchungen: Ein steiles Eintauchen ist in der Regel besser als ein flaches Eintauchen, weil der Körper bei Wassereintritt die geringste Angriffsfläche und den geringsten Widerstand bietet. Wichtig ist zudem, dass die Schwimmerin oder der Schwimmer in der Lage ist, die Eintauchbewegung schnell in die Schwimmrichtung umzulenken und aufzutauchen. Dafür muss man in der Hüfte sehr beweglich sein, berichtet Fischer. Je nach Körperbau und Körpergröße kann die optimale Eintauchstrategie variieren. Insofern benötigt jede Sportlerin und jeder Sportler eine individuelle Analyse und eine entsprechende Trainingsempfehlungen.

Einzigartiges Analysesystem

Um dies leisten zu können, hat Fischer im Rahmen seiner Dissertation ein einzigartiges Analysesystem entwickelt. Kern ist eine Unterwasserkamera, mit der die Bewegung des eintauchenden Sportlers unter Wasser aufgezeichnet und durch ein neues Verfahren ausgewertet wird. Dieses beinhaltet ein mathematisches Modell, mit dem die Bewegungsprofile der einzelnen Körperteile analysiert werden können. Bislang waren solche Auswertungen der Eintauchphase wegen der heftigen Entwicklung von Luftbläschen nicht möglich.
Diese Technik hat Fischer in einem Projekt mit dem Deutschen Schwimmverband eingesetzt. Dabei unterstützen die Kasseler Wissenschaftler rund 50 Spitzenschwimmerinnen und schwimmer im Training. Mit dabei waren die Verbands-Trainer, die zugleich eine Schulung bekamen und das Wissen an weitere Kaderathleten weitergeben konnten.

Das Fachgebiet Training und Bewegung an der Universität Kassel wird geleitet von Prof. Dr. Armin Kibele. Es beteiligt sich neben Projekten wie diesem auch am Transfer- und Anwendungszentrum Sport in Kassel TASK. In diesem bundesweit einmaligen Zentrum arbeiten Sportwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Universität Kassel mit dem Sportamt der Stadt und Kooperationspartnern wie Vereinen oder Unternehmen zusammen. Ziel ist es, Forschungsergebnisse beispielsweise zur Trainingsmethodik oder Gesundheitsvorsorge in die Praxis umzusetzen.

Bild von Sebastian Fischer unter:
http://www.uni-kassel.de/uni/fileadmin/datas/uni/presse/anhaenge/2014/Sebastian_...

Kontakt
Sebastian Fischer
Universität Kassel
Institut für Sport und Sportwissenschaft
Fachgebiet Bewegungswissenschaft
E-Mail: sfischer@uni-kassel.de
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