Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 22. Oktober 2017 

Wissenschaftliche Sammlungen der Universität Hamburg machen Kinder stark

14.08.2014 - (idw) Universität Hamburg

Im Film erwachen die Exponate von Museen schon zum Leben. Auch wenn das in der Realität meist nicht der Fall ist, erlangen Ausstellungen und Sammlungen einen immer größeren Stellenwert als spannende Erlebnis- und Lernorte. Im Rahmen der Initiative Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) bekommen Kinder nun die Gelegenheit, die Museen ihrer Stadt intensiv kennenzulernen und selbst Inhalte zu gestalten. Unter den zahlreichen bundesweiten Bewerbungen konnten sich auch zwei Sammlungen der Universität Hamburg mit ihren Projekten durchsetzen. Im Museum für Nutzpflanzen im Loki Schmidt Haus der Universität Hamburg werden von August bis Dezember 2014 mobile Museumsboxen gestaltet. Das Konzept MuseobilBOX des Bundesverbandes Museumspädagogik (BVMP), gefördert vom BMBF im Rahmen der Initiative Kultur macht stark, richtet sich an Kinder im Alter zwischen drei und 16 Jahren. Diese beschäftigen sich mit der Frage: Was aus meinem Leben sollte in einem Museum für die Menschen der Zukunft aufbewahrt werden?. Das Loki Schmidt Haus kooperiert dafür über das Projekt Querbeet Gartenwerkstatt mit der Stiftung Kindergärten Finkenau, deren Kindertagesstätte (Kita) Frieberg und mit der Schule Lämmersieth. Die fünf bis neun Jahre alten Kinder aus Barmbek nehmen unter fachkundiger Anleitung Pflanzen, deren Eigenschaften und Bedürfnisse sowie ihre Verwendung unter die Lupe. Das Museum begegnet dem Nachwuchs dabei abwechselnd mobil vor Ort, also in Schule und Kita, und bei den Besuchen der Kinder im Botanischen Garten in Klein Flottbek.

Die Kleinen erfahren, was Sammeln, Bewahren und Forschen bedeutet und welche Formen der Präsentation es gibt. Anschließend gestalten sie ihre eigene Museumsbox ganz, wie sie sich eine ansprechende Präsentation vorstellen, erklärt Dr. Petra Schwarz, Leiterin des Museums für Nutzpflanzen. Die Ergebnisse werden in Schule und Kita präsentiert und anschließend im Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Für das Projekt erhält das Loki Schmidt Haus vom Bundesverband Museumspädagogik 12.000 Euro.

Einen etwas anderen Ansatz verfolgt das Projekt Herzklopfen Forschungsreise in die Welt des Körpers des Medizinhistorischen Museums Hamburg, das Exponate aus den wissenschaftlichen Sammlungen des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zeigt. Diese Maßnahme richtet sich an Kinder im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren, die bislang nur wenig mit Museen in Kontakt gekommen sind, und wird vom BMBF mit insgesamt 60.000 Euro unterstützt. Ausgewählt wurde das Projekt im Rahmen des Programms Von uns für uns! Die Museen unserer Stadt entdeckt! des Deutschen Museumsbundes.

Herzklopfen, bei dem das Medizinhistorische Museum mit der Wilhelmsburger KITA Koppelstieg des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) sowie der in Wilhelmsburg und Harburg mit Kindertreffs tätigen Stiftung Mittagskinder kooperiert, startet Ende August 2014 und greift auf das sogenannte Peer-Prinzip zurück. Dabei erschließen sich die Kinder unter Anleitung von Fachkräften das Museum und seine Themen, um ihre gesammelten Wissensschätze anschließend an Gleichaltrige weiterzugeben. Dabei dürfen sie sich unterschiedlicher Mittel und Medien bedienen, zum Beispiel Präsentationen oder Führungen. Die Kinder lernen bei unserem Projekt das Museum und den menschlichen Körper nicht im Monologstil kennen. Stattdessen dürfen sie sich das Museum auf ihrem eigenen Weg erschließen und dabei thematische Schwerpunkte setzen, zum Beispiel Sport- und Bewegungsmedizin oder gesunde Ernährung, sagt Dr. Victoria Asschenfeldt, die als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin das Museumsprojekt leitet.

Das Medizinhistorische Museum und das Loki Schmidt Haus gehören zum Arbeitskreis der wissenschaftlichen Sammlungen der Universität Hamburg. Die Nutzung und Aufbereitung der wertvollen Bestände für die Lehre auch außerhalb der Universität ist ein wichtiges Anliegen der Sammlungen. Die Initiative Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung des BMBF fördert von 2013 bis 2017 bundesweit 35 Organisationen und Verbände aus dem Bereich Kultur mit insgesamt rund fünf Millionen Euro. Diese unterstützen wiederum lokale Bündnisse bei der Umsetzung der unterschiedlichen Formate, die sich an Kinder und Jugendliche wenden, die im Elternhaus wenig Zugang zum Thema Kultur haben. Neben Museen machen unter anderem Theater und Chöre mit.

Für Rückfragen

Dr. Petra Schwarz
Loki Schmidt Haus Museum für Nutzpflanzen
Universität Hamburg
Tel.: 040.42816-583
E-Mail: museum@botanik.uni-hamburg.de
Internet: www.loki-schmidt-haus.de

Dr. Victoria Asschenfeldt
Medizinhistorisches Museum Hamburg
Institut für Geschichte und Ethik der Medizin
Tel.: 040.7410-52308
E-Mail: v.asschenfeldt@uke.de
Internet: www.uke.de/institute/medizinhistorisches-museum/ Weitere Informationen:http://www.uni-hamburg.de/presse/pressemitteilungen/2014/pm42.html
uniprotokolle > Nachrichten > Wissenschaftliche Sammlungen der Universität Hamburg machen Kinder stark
ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/282957/">Wissenschaftliche Sammlungen der Universität Hamburg machen Kinder stark </a>