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KatHO NRW: Erste Absolventen des Dualen Modellstudiengangs Pflege

22.08.2014 - (idw) Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen

Die Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW) hat am Donnerstag, 21. August 2014, den ersten 54 Studierenden des Dualen Modellstudiengans Pflege ihre Abschlussurkunden überreicht. Die Absolventinnen und Absolventen gehören damit zu den Pflege-Pionieren in Deutschland: Sie sind die ersten Pflegefachkräfte, die parallel zu ihrer Pflegeausbildung auch einen akademischen Abschluss in ihrem Fach erworben haben. Ich freue mich, dass wir zu den ersten Hochschulen gehören, die daran beteiligt sind, eine grundständige Ausbildung in ein Studienprogramm zu überführen, sagt Prorektor Prof. Dr. Wolfgang M. Heffels, der den Studiengang leitet und maßgeblich an der Konzeption beteiligt war. Das Studium soll ein differenziertes Wissen in der Pflege vermitteln, das auf aktuellen Forschungserkenntnissen basiert. Es soll zum eigenverantwortlichen Handeln befähigen und den Pflegenden ermöglichen, organisationale Zusammenhänge zu erkennen und therapeutisch-pflegerische Leistungen besser zu koordinieren. Absolventin Sandra Münzberg erzählt, dass sie vorher schon als Pflegehelferin gearbeitet hat: Ich muss zugeben, dass ich da eher so leise vor mich hin gearbeitet und mein Handeln wenig reflektiert habe, sagt die 35-Jährige. Das Studium hat mich wachgerüttelt. Jedes Modul, das im Studium angeboten wird, macht Sinn und ich greife ständig auf die Inhalte zurück, setze sie neu zusammen oder erweitere sie. Besonders gegen Ende des Studiums ist der Wissenszuwachs enorm.

Das erste Jahr verbringen die Schülerinnen und Schüler zur Ausbildung an einer der 20 kooperierenden Pflegebildungseinrichtung, daran schließen sich dann drei Jahre Studium an, wobei die ersten beiden Jahre als duale Ausbildung erfolgen und das letzte Jahr ausschließlich an der Hochschule.
Im pflegewissenschaftliche Teil ihres Studiums, das am Fachbereich Gesundheitswesen in Köln erfolgt, lernen die Studierenden zum Beispiel, sich mit theoretischen Grundlagen der Pflege auseinandersetzen oder ihr berufliches Handeln kritisch zu reflektieren. Die bezugswissenschaftlichen Inhalte, beispielsweise Kenntnisse in Recht, Sozialpolitik oder Psychologie, werden wohnortsnah im jeweiligen Fachbereich Sozialwesen gelehrt, das heißt in Aachen, Köln, Münster und Paderborn.

Mit der Akademisierung der Pflege haben wir Neuland betreten, sagt Prorektor Professor Dr. Wolfang M. Heffels. Den Pflegenden eröffnen sich durch das Studium ganz andere Karrieremöglichkeiten und sie haben im Studium die Chance, sich persönlich weiterentwickeln. Die Pflegeeinrichtungen gewinnen kompetente Mitarbeiter, die dafür sorgen, dass in ihren Häusern evidenzbasierte Pflege stattfindet, beschreibt der Studiengangsleiter die Vorteile des Studiums. Die Studierenden lernen nicht nur Theorien kennen, die gerade populär sind, sondern sie lernen, sich Inhalte selbst zu erschließen. Sie lernen, als gleichberechtigte Partner in einem therapeutischen Team zu handeln und Verantwortung zu tragen. Sie sind nicht nur Ausführende, sondern können begründete Entscheidungen treffen.

Weitere Informationen: Prof. Dr. Wolfgang M. Heffels, wm.heffels@katho-nrw.de
Redaktion: Julia Uehren, presse@katho-nrw.de

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Interview: Erste Absolventen des Dualen Studiengangs Pflege

Sandra Münzberg (35) und Maik Walther (22) sind zwei von 54 Studierenden, die gerade als erste Studierende den Dualen Studiengang Pflege an der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (KatHO NRW) abgeschlossen haben. Im Interview erzählen sie, was sie im Studium gelernt haben, wie sie das Gelernte in der Praxis umsetzen und warum Akademisierung in der Pflege sinnvoll ist:

Was lernt man in dem Studiengang, was man nicht auch in der Pflege-Ausbildung lernt?

Auf berufsbezogener Ebene würde ich sagen, dass wir gelernt haben, Patienten ganzheitlich und weniger krankheitsbezogen zu sehen. Die Hochschule legt zum Beispiel einen größeren Schwerpunkt auf ethische Fragestellungen als das in der Ausbildung möglich ist, sagt Maik Walther. Das Studium habe ihm ein sehr umfangreiches Wissen zu den sozial- und gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen seiner Tätigkeit vermittelt. Außerdem habe ich gelernt, Prozesse im Stationsalltag kritisch zu hinterfragen und konstruktive Verbesserungsvorschläge zu machen.
Sandra Münzberg erzählt, dass sie vorher schon als Pflegehelferin gearbeitet hat: Ich muss zugeben, dass ich da eher so leise vor mich hin gearbeitet und mein Handeln wenig reflektiert habe, sagt die Absolventin. Das Studium hat mich wachgerüttelt: Jedes Modul, das im Studium angeboten wird, macht Sinn und ich greife ständig auf die Inhalte zurück, setze sie neu zusammen oder erweitere sie. Besonders gegen Ende des Studiums ist der Wissenszuwachs enorm, man kann das in den Vorlesungen Gelernte direkt in die Praxis transportieren und auch sofort wieder zur Kontrolle in der Theorie bearbeiten.

Wie studiert es sich an der KatHO?

Das Konzept der KatHO hat mir sehr gut gefallen, sagt Sandra Münzberg. Vor allem, dass Praxis und Theorie so eng miteinander verknüpft sind. Wir Studierenden lernen die Praxis ganz anders kennen, da wir von Anfang an auch eine wissenschaftliche Ausbildung erfahren. Das steigere auch die Bereitschaft, Neuerungen umzusetzen.
Beide Absolventen betonen nicht nur die Kompetenzen und das Engagement der Lehrenden, sondern auch die gelungene Koordination des Studiengangs. An der KatHO wird man individuell und gezielt gefördert. Man wird als Person wahrgenommen, das gefällt mir, sagt Sandra Münzberg. Das bestätigt auch ihr Kommilitone Maik Walther: Das Arbeitsklima an der KatHO habe ich als sehr angenehm empfunden, sagt der frisch gebackene Absolvent.

Wie haben Sie den Spagat zwischen Ausbildung und Studium gemeistert?

Es war eine anstrengende Zeit mit vielen Anforderungen, gibt Maik Walther zu. Am Anfang des Studiums habe ich es unterschätzt, als wir vor der Dreifachbelastung von Pflegeschule, Ausbildungsort und Hochschule gewarnt wurden. Wichtig sei eine ausgeglichene Work-Life-Balance. Man muss sich neben dem ganzen Stress zwischendurch einfach auch mal etwas gönnen und sich bewusst machen, dass Freizeit wirklich Freizeit ist.
Sandra Münzberg hat eine ganz persönliche Empfehlung: Ich habe mir in der Zeit die Neugier bewahrt, um das Ziel Minipionier der Pflege zu erreichen, sagt sie. Für Entlastung habe vor allem auch das Hochschulangebot der Supervision und die Studienberatung gesorgt.

Mit welchen Argumenten würden Sie zukünftigen Pflegekräften das Studium empfehlen?

Ich denke, dass es wichtig ist, die Pflege weiter zu professionalisieren. Dabei ist die Akademisierung meiner Meinung nach ein wichtiger Prozess, meint Maik Walther. Studierte Pflegekräfte verändern im Pflegealltag langfristig einerseits die Sicht der Patienten auf uns, andererseits können wir den immer weiter steigenden Anforderungen besser gerecht werden.
Für Sandra Münzberg war das Studium eine persönliche wie berufliche Bereicherung: Ich merke, dass ich mich während des Lernprozesses positiv verändert habe: Ich bin in meinem Pflegehandeln selbstbewusster und reflektierter geworden.

Wie sieht Ihre berufliche Zukunft aus?

Beide Absolventen planen, sich weiter zu qualifizieren: Besonders durch das letzte Semester und durch das Schreiben der Abschlussarbeit wurde mir klar, wie spannend ich den pflegewissenschaftlichen Teil finde und dass mir empirisches Arbeiten und Forschung ziemlich viel Spaß machen, sagt Maik Walther. Er hat sich bereits entschieden, an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar den Masterstudiengang Pflegewissenschaft zu studieren.

Der kommt auch für Sandra Münzberg in Frage, allerdings plant sie vorher noch, sich in der Praxis weiterzubilden, um dort auch mit dem theoretischen Vorsprung in Waage zu gelangen, wie sie sagt. Vor allem die freien Unternehmen sind interessiert an wi
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