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Macht erforschen, Mut machen: Politikwissenschaftler Martin Saar neu an der Uni Leipzig

29.08.2014 - (idw) Universität Leipzig

Kritik und neue Fragen sind für Prof. Dr. Martin Saar ebenso relevant wie neue Antworten, wenn es um "Politische Theorie" geht. Seit dem Sommersemester 2014 hat der Wissenschaftler die Professur für Politische Theorie am Institut für Politikwissenschaft der Universität Leipzig inne. In Forschung und Lehre widmet er sich insbesondere neuzeitlichen und modernen politischen Theorien. "Innerhalb meiner Forschungsfelder untersuche ich die Echos und Prägungen vergangener Epochen im heutigen politischen Denken. Politische Theorie hat eine ideengeschichtliche Seite und reflektiert heute politische Probleme, Krisen und Handlungsoptionen", sagt Saar. "Zum einen beschäftige ich mich aus historischer Sicht mit politischer Ideengeschichte besonders des 17. Jahrhunderts, also der ,Frühen Neuzeit', und des 19. Jahrhunderts, in dem die ,Moderne' im engeren Sinn geboren wurde", erklärt der 43-Jährige. "In systematischer Hinsicht frage ich zum anderen nach den Grundbegriffen und zentralen Konzeptionen, mit denen sich Politik heute beschreiben und erklären lässt." Hierbei steht für den gebürtigen Tübinger der Begriff der Macht im Vordergrund. Wichtige Verbindungen zu den anderen Großkategorien des Politischen - wie Staat, Recht und Legitimität - lassen sich ihm zufolge herstellen.

Am Institut für Politikwissenschaft wie an der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie insgesamt habe er für seine Forschungsfragen ein "hervorragendes Umfeld" gefunden, in das seine Kompetenzen und bisherigen Erfahrungen "außerordentlich gut passen", sagt er. Gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Dieter Koop verantwortet Saar außerdem die fachwissenschaftlich und fachdidaktisch angelegten Lehramtsstudiengänge des Instituts. "Unsere Studierenden sollen solide politikwissenschaftliche Kenntnisse erwerben und die Grundlagen der Didaktik der Gemeinschaftskunde kennenlernen. Zugleich, und das ist besonders wichtig, wollen wir sie in die Lage versetzen, Inhalt und Funktion der politischen Bildung und das Verhältnis von Schule und Gesellschaft kritisch zu reflektieren." Es sei wichtig, das grundsätzlich Umstrittene und Streitförmige der Politik zu sehen - eine Voraussetzung dafür, im späteren Lehrerberuf Interesse an Politik wecken und Mut zum politischen Urteil machen zu können.

Saar hat Philosophie, Psychologie und Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin studiert und war für ein Jahr Fulbright-Stipendiat und später Theodor Heuss Lecturer an der New School for Social Research in New York. Mit einer Dissertation zum Begriff der Genealogie bei Friedrich Nietzsche und Michel Foucault wurde er 2004 am Institut für Philosophie der Goethe-Universität Frankfurt am Main promoviert und war anschließend als wissenschaftlicher Assistent am Frankfurter Institut für Politikwissenschaft tätig. Dort hat er sich mit einer Arbeit zur politischen Theorie Baruch de Spinozas im Winter 2011 habilitiert. Vor seiner Berufung nach Leipzig hat er außerdem in New York, Bremen, Hamburg und Berlin gelehrt.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Martin Saar
Institut für Politikwissenschaft
Telefon: +49 341 97-35617
Telefax: +49 341 97-35694
E-Mail: martin.saar@uni-leipzig.de Weitere Informationen:http://www.sozphil.uni-leipzig.de/cm/powi/institut/
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