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Helmholtz ermöglicht neue Ausgründungen

01.09.2014 - (idw) Hermann von Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren

Die Helmholtz-Gemeinschaft fördert vier neue Ausgründungsvorhaben von Helmholtz-Forscherinnen und -Forschern mit jeweils bis zu 130.000 Euro. Seit 2005 hat die Forschungsorganisation damit insgesamt 86 Gründungsideen ihrer Zentren aus dem Impuls- und Vernetzungsfonds finanziert. Das Förderprogramm Helmholtz Enterprise sichert die kritische Startphase von Ausgründungen und trägt so dazu bei, dass Forschungsergebnisse zügig zum Nutzen von Gesellschaft und Wirtschaft eingesetzt werden. Ein wichtiges Ziel der Helmholtz-Gemeinschaft ist es, Erkenntnisse aus der Forschung schnell in die Anwendung zu bringen, sagt Rolf Zettl, Geschäftsführer der Helmholtz-Gemeinschaft. Damit dieser Transfer gelingen kann, unterstützen wir Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unserer Zentren, die mit ihren Ideen als Unternehmer Fuß fassen wollen, vor allem in der schwierigen Anfangsphase. Das Programm Helmholtz Enterprise sei eine große Hilfe, um unter anderem Personallücken an den entsprechenden Helmholtz-Zentren zu schließen, die bei der Ausgründung entstehen. Zudem verschaffen wir den Ausgründern den nötigen Freiraum, um beispielsweise ihren Businessplan auszuarbeiten. Zur Unterstützung gehöre auch das Angebot von externen Managementexperten und einer intensiven Beratung durch die Transferstellen der Helmholtz-Zentren.

Die neu geförderten Projekte sind:

1.) Commercializing DESY detectors Kommerzieller Vertrieb hoch-technologischer Kameras für den Röntgenbereich
Das Ausgründungsprojekt eröffnet neue Möglichkeiten für die Kommerzialisierung eines im Deutschen Elektronen-Synchrotron ( DESY) entwickelten Röntgendetektors namens LAMBDA. LAMBDA ist der erste Detektor, der farbige Röntgenbilder erstellen kann und liefert somit wertvolle Zusatzinformationen über das zu untersuchende Objekt. Zudem zeichnet der Detektor in hoher Geschwindigkeit sehr detailliert und hoch aufgelöst Bilder auf, die innerhalb kürzester Zeit einen gegenüber herkömmlichen Detektoren deutlich verbesserten Datensatz liefern. Besonders bei Untersuchungen an großen Forschungsgeräten ist dies von großem Vorteil, da mehrere Untersuchungen parallel durchgeführt werden können. In Zusammenarbeit mit der geplanten Ausgründung X-Spectrum GmbH, das den kommerziellen Vertrieb des Detektors inklusive der Installation, Inbetriebnahme und Wartung übernimmt, soll dieser Detektor für andere Synchrotrons und Röntgenquellen im Bereich der High-end-Experimente zugänglich gemacht werden.
Ansprechpartner: Prof. Dr. Heinz Graafsma
Tel.: +49 40 / 8998-1678
E-Mail: heinz.graafsma@desy.de
Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY)

2.) ELiSE Marine Planktonorganismen als Vorbild für den Strukturleichtbau
Aus dem Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) wird ein interdisziplinär aufgestelltes Gründerteam die ELiSE GmbH ausgründen. Nachdem im ersten Schritt die Entwicklung des Geschäftsmodells in Form einer Anschubfinanzierung angestoßen wurde, kann nun die Gründung auf den Weg gebracht werden. Grundlage ist das am Zentrum entwickelte bionische Verfahren ELiSE (Evolutionary Light Structure Engineering), welches den Strukturleichtbau durch systematische Nutzung vielfältiger, natürlich voroptimierter Leichtbaustrukturen nach dem Vorbild mariner Planktonorganismen verbessert. Von anderen Optimierungsmethoden unterscheidet sich das Verfahren durch die hohe Strukturvielfalt der natürlichen Vorbilder und generiert daher jeweils mehrere, signifikant unterschiedliche Lösungsvarianten. Der ELiSE-Entwicklungsprozess wurde bereits erfolgreich in zahlreichen Industrieprojekten eingesetzt. Wichtigste Zielbranchen sind die Automobilindustrie, Luft- und Raumfahrttechnik, Maschinenbau, Medizintechnik und Konsumgüter.
Ansprechpartner: Dr. Christian Hamm
Tel.: +49 471 / 4831-1832
E-Mail: christian.hamm@awi.de
Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

3.) Sunbelt Energy Technologies Solarturmsystem mit integriertem Speicher zur Produktion von Strom und industrieller Hochtemperatur-Prozesswärme
Das sich in der Entwicklung befindliche Solarturmsystem eignet sich zur Produktion von Strom und industrieller Hochtemperatur-Prozesswärme in sonnenreichen Ländern. Die Know-How-Basis des am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) entwickelten Systems besteht vorrangig im solaren Receiver sowie in der zugehörigen Systemtechnik: Die konzentrierte Solarstrahlung wird im Receiver von nahezu schwarzen keramischen Partikeln direkt absorbiert. Die Partikel werden in einem Kreislauf sowohl zur Aufnahme der Energie im Receiver als auch als Speichermaterial verwendet. Das System liefert Heißluft mit einem integrierten Speicher, der schwankende Solareinstrahlung ausgleicht und selbst nachts Energie bereitstellen kann. Die Alleinstellungsmerkmale des Systems liegen in den grundlegenden Komponenten des Receivers. Die künftige Ausgründung wird die Verwertung der Technologie übernehmen, sobald die Validierung des Systems am Solarturm in Jülich erfolgreich vollzogen wird.
Ansprechpartner: Lars Amsbeck
Tel.: +49 711 / 6862-306
E-Mail: lars.amsbeck@dlr.de
Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR)

4.) CLASS 5 PHOTONICS Entwicklung und Vermarktung neuartiger Hochleistungs-Femtosekundenlaser
Das geplante Spin-off CLASS 5 PHOTONICS des Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) und des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung wird als High-Tech Unternehmen am DESY-Campus angesiedelt und wird so genannte OPCPA-Laserverstärker mit neuen Rekordwerten in Durchschnittsleistung und Pulsdauer entwickeln und vertreiben. Die Ausgründung wird erstmals kommerzielle Lösungen für Femtosekundenlaser mit innovativer Verstärkertechnologie anbieten. Die bisher unerreichten Durchschnittsleistungen bei kürzesten Pulsdauern ermöglichen eine zehnfache Steigerung der Prozessgeschwindigkeit; zugleich wird die Miniaturisierung hochbrillanter Röntgenquellen möglich.
Ansprechpartner: Dr. Robert Riedel
Tel.: +49 40 / 8998 1952
E-Mail: robert.riedel@desy.de
Helmholtz-Institut Jena

Die Helmholtz-Gemeinschaft leistet Beiträge zur Lösung großer und drängender Fragen von Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft durch wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen: Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur der Materie sowie Luftfahrt, Raumfahrt und Verkehr. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit fast 36.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 18 Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 3,4 Milliarden Euro die größte Wissenschafts-organisation Deutschlands. Ihre Arbeit steht in der Tradition des großen Naturforschers Hermann von Helm-holtz (1821-1894).


Ansprechpartner für die Medien:

Janine Tychsen
Stellvertretende Leiterin Kommunikation und Medien
Tel.: +49 30 206 329-24
janine.tychsen@helmholtz.de

Dr.-Ing. Jörn Krupa
Stabsstelle Technologietransfer
Tel.: +49 30 206 329-72
joern.krupa@helmholtz.de

Kommunikation und Medien
Büro Berlin
Anna-Louisa-Karsch-Str. 2
10178 Berlin Weitere Informationen:http://www.helmholtz.dehttp://www.helmholtz.de/socialmedia
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