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Wie funktioniert das Leben in Öl?

02.09.2014 - (idw) Universität Duisburg-Essen

Von der Technischen Universität München wechselt Prof. Dr. Rainer Meckenstock an die Universität Duisburg-Essen (UDE). Der Direktor des Instituts für Grundwasserökologie am Helmholtz Zentrum München übernimmt am 1. Oktober den Lehrstuhl für Aquatische Mikrobiologie. Wie relevant seine Forschungen sind, zeigt sich darin, dass gerade ein Artikel von ihm in der renommierten internationalen Wissenschaftszeitschrift Science publiziert wurde (DOI:10.1126/ science.1252215). Darin beschreibt er, dass Mikroorganismen bereits große Teile der Ölreserven auf der Welt vermutlich zu Methan und Kohlendioxid abgebaut haben. Bisher ging man davon aus, dass sich der Abbau nur an der Grenzfläche des Öls und dem darunter liegenden Wasser abspielt. Aber am Beispiel des größten natürlichen Teersees auf der Erde, dem Pitch Lake in Trinidad, konnte die Arbeitsgruppe von Prof. Meckenstock zeigen, dass Mikroorganismen selbst in größter Tiefe das Öl auch von innen zersetzen.

Prof. Meckenstock: Sie halten sich in winzigen Wassertröpfchen von 1 bis 3 millionstel Liter Größe auf und bilden dort komplexe mikrobielle Gemeinschaften. Vermutlich wurden sie vor langer Zeit zusammen mit dem Wasser im Öl eingeschlossen und sind seither in diesen Tröpfchen aktiv. Wir wollen künftig klären, wie das Leben im Öl genau funktioniert und wie es die mikrobiellen Gemeinschaften schaffen, in diesem eigentlich lebensfeindlichen Umfeld zu überleben.

Die jüngsten Erkenntnisse können sich auch auf die Ölindustrie auswirken, die nun verbesserte Modelle erstellen kann, wie sehr der mikrobielle Abbau von Ölreserven bereits fortgeschritten ist. Eventuell spielen solche Prozesse aber auch eine Rolle in kontaminierten Grundwässern und Unfällen, bei denen große Mengen Öl in den Untergrund geraten.

Zur Person: Rainer Meckenstock (49) ist gebürtiger Wuppertaler und befasste sich bereits in seinem Biologiestudium an der Universität Konstanz schwerpunktmäßig mit mikrobiologischen Fragen, die er in seiner Promotion 1993 an der ETH Zürich weiter vertiefte. Die Postdocphase führte ihn zwei Jahre an ein führendes Wasserforschungsinstitut in der Schweiz. Von 1996 bis 2000 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Mikrobielle Ökologie der Uni Konstanz. Bis 2003 leitete Meckenstock die Arbeitsgruppe Geomikrobiologie am Zentrum für Angewandte Geowissenschaften an der Uni Tübingen. Der Habilitation folgte die Ernennung zum Direktor des Instituts für Grundwasserökologie am Helmholtz Zentrum in München. 2007 wurde er zudem als Professor für Grundwasserökologie an die TU München berufen.

Hinweis für die Redaktion:
Ein Foto von Prof. Dr. Rainer Meckenstock (Fotonachweis: UDE) stellen wir Ihnen unter folgendem Link zur Verfügung: http://www.uni-due.de/de/presse/pi_fotos.php

Weitere Informationen:
Prof. Dr. Rainer Meckenstock, Tel. 0201/183-6601, rainer.meckenstock@uni-due.de

Redaktion: Beate H. Kostka, Tel. 0203/379-2430
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