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Interkulturelle und medienkritische Kompetenzen für einen transnationalen Geschichtsunterricht

02.09.2014 - (idw) Universität Augsburg

Abschlusstagung des geschichtsdidaktischen EU-Projekts EHISTO zu populären Geschichtsmagazinen in Europa vom 9. bis zum 11. September 2014 an der Universität Breslau Augsburg/Wroclaw - Im Rahmen der vom 9. bis zum 11. September 2014 in Wroclaw (Polen) stattfindenden Konferenz der Internationalen Gesellschaft für Geschichtsdidaktik, die sich mit dem Thema "History and Edutainment" befasst, wird das Augsburger EU-LLP-Comenius-Projekt EHISTO ("European History Crossroads as Pathways to Intercultural and Media Education") in drei Sektionen seine Ergebnisse aus zwei Jahren Projektlaufzeit (2012-2014) einem breiten internationalen Fachpublikum vorstellen. Zugleich findet vor Ort die Abschlusskonferenz des EHISTO-Projektes statt.

Das EHISTO-Projekt befasst sich mit der Frage, inwieweit kommerzialisierte Geschichte - hier speziell: populäre Geschichtsmagazine - im schulischen Geschichtsunterricht, in der Aus- und Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern sowie in der Erwachsenenbildung zum Thema gemacht werden kann, um eine kritische Medienkompetenz im Bereich der kommerziellen Geschichtskultur zu fördern. Dieses Vorhaben ist eng verbunden mit der Förderung eines transnationalen und interkulturellen Verständnisses von Nationalgeschichte in Europa.

Mit dieser Zielsetzung erfolgten im Rahmen von EHISTO zum einen vergleichende Untersuchungen zur Darstellung europaweit relevanter Geschichtsthemen ("European History Crossroads") in den verschiedenen nationalen Magazin-Kulturen, womit zugleich ein Beitrag zur Erforschung der transnationalen Dimension nationaler Geschichtskulturen in Europa geleistet wurde. Zum anderen erfolgten empirische Studien zum Umgang von Geschichtslehrkräften mit den Geschichtsmagazinen in den Partnerländern. Die Ergebnisse dieser vergleichenden und empirischen Forschungen schufen die Basis für die Entwicklung von interaktiven Online-Modulen ("Learning Objects") für den Unterricht sowie für die Lehrerinnen- und Lehreraus- und -fortbildung.

Das EHISTO-Projekt, das vom EU-Life Learning Program mit rund 300.000 Euro gefördert und von Prof. Dr. Susanne Popp, Lehrstuhl für Geschichtsdidaktik der Universität Augsburg, koordiniert wird, begann im November 2013 und läuft noch bis Ende Oktober 2014. Mitglieder des Projekt-Konsortium sind die University of East Anglia (Großbritannien), die Akademie für Management/Universität für Sozialwissenschaften Lodz (Polen), die Universidad de Salamanca (Spanien), die Dalarna Universität (Schweden) und das FWU-Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht (München, Deutschland).

Alle universitären Partner arbeiteten eng mit lokalen "EHISTO Partnerschulen" zusammen. Elf Geschichtslehrkräfte und über 300 Schülerinnen und Schüler wirkten bei der Erstellung der interaktiven Online-Module (Learning Objects) mit und testeten diese auf deren Praxistauglichkeit hin. Unterstützt wurde das Konsortium durch ein internationales, von Augsburg bis nach Shanghai reichendes Forschungsnetzwerk von Expertinnen und Experten aus der Geschichtsdidaktik und aus der Medienwissenschaft sowie durch internationale Netzwerke wie die Internationale Gesellschaft für Geschichtsdidaktik (ISHD), EUROCLIO (Europäischer Geschichtslehrerverband) und DVV International, das Institut für internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volkshochschul-Verbandes.

Interkulturelle und medienkritische Lehr-Lernmaterialien für den Geschichtsunterricht

Das primäre Ziel des EHISTO-Projekts war die Verknüpfung interkultureller und medienkritischer Kompetenzen im Geschichtsunterricht durch den Vergleich nationaler Geschichtsmagazine auf europäischer Ebene und durch die kritische Analyse der Strategien, mit denen historische Themen den Erfolgserwartungen kommerzieller Massenmedien angepasst werden.

Um dieses primäre Ziel zu erreichen, hat das Projekt-Konsortium folgende Materialien erarbeitet:

transnational vergleichend ausgerichtete Unterrichtsmaterialien für die Sekundarstufe (mit Lehrerhandbuch) zu europäischen Geschichtsthemen, die sowohl in den Magazinen der Partnerländer als auch in den Geschichtslehrplänen der beteiligten Länder präsent und relevant sind ("European History Crossroads"). Die zur Verfügung gestellten Materialien präsentieren die geschichts- und mediendidaktisch aufbereiteten Inhalte auf Englisch (Projektsprache) sowie in sämtlichen Nationalsprachen der beteiligten Partner. Dasselbe gilt für die Lehrerhandbücher, die Anleitungen zu den Online-Modulen (Learning Objects) und didaktische Handouts bereitstellen;

ein Projektseminar (mit Modulhandbuch für Dozent/inn/en) für die Ausbildung von Geschichtslehrkräften, das den neuen Ansatz mit aktivierenden Methoden verbindet und das Zentrum der Projekt-Strategie bildet, das Projekt stärker in der europäischen Geschichtslehrerausbildung zu verankern;

ein Konzept und ein Handbuch für eine Lehrerfortbildungsveranstaltung, die die Lehrkräfte dazu anleitet, die Projekt-Materialien erfolgreich in ihre eigene Unterrichtspraxis einzubeziehen;

eine interaktive Projekthomepage, die alle Projektergebnisse und die genannten Arbeitsmaterialien präsentiert und die Kommunikation zwischen den Lehrenden und den Lernenden unterstützt.

Alle Ergebnisse liegen in den Projektsprachen Deutsch, Englisch, Polnisch, Schwedisch und Spanisch zum kostenfreien Download auf der Projekthomepage vor.

Internationale Konferenz an der Universität Breslau/Wroclaw

In drei Sektionen der anstehenden Konferenz der Internationalen Gesellschaft für Geschichtsdidaktik in Wroclaw präsentiert EHISTO mit insgesamt zehn Vorträgen den aktuellen Forschungsstand zu populären Geschichtsmagazinen in Europa. Wie sich der einschlägige Markt in Schweden, Deutschland, England oder auch in China darstellt, welche Anforderungen die Rezipienten von Geschichtsmagazinen an dieses Medium stellen, wie die Qualität der Magazine aus geschichtsdidaktischer Sicht zu bewerten ist, ob es Optionen zur Qualitätsverbesserung gibt oder welche Erträge für den schulischen Einsatz der EHISTO-Learning Objects erwartetet werden dürfen - dies sind nur einige der Vortragsthemen. Außerdem präsentieren die beiden polnischen Partnerinnen, Joanna Szczecinska und Katarzyna Czekaj-Kotynia (Universität für Sozialwissenschaften Lodz), das EHISTO-Projekt auf der zeitgleich an der Universität Wroclaw stattfindenden nationalen Tagung der polnischen Geschichtslehrkräfte mit dem Titel "Education - Culture - Society".

Für die nachhaltige Verbreitung der EHISTO-Projektergebnisse sorgt eine englischsprachige Publikation, die sich vor allem an Universitätsdozentinnen und -dozenten sowie an Lehramtsstudierende richtet. Sie will in der Ausbildung der Geschichtslehrkräfte die kritische Auseinandersetzung mit kommerzialisierten Geschichtsprodukten und der populären Geschichtskultur in Europa stärken, weiterhin die kritische Medienkompetenz im Umgang mit medialen Geschichtsdarstellungen fördern und besonders auch zur vermehrten Anwendung international vergleichender Perspektiven auf die "shared history" in Europa im nationalen Geschichtsunterricht hinführen. Am Ende des Jahres 2014 wird diese Publikation sowohl als Printausgabe als auch als Open Access-Onlineversion vorliegen.
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Weitere Informationen zum Projekt sowie alle bisher erschienenen Projektergebnisse:

http://www.european-crossroads.de

Tagungsprogramm der Abschlusskonferenz:
http://www.european-crossroads.de/category/news/

Ansprechpartnerin:
Miriam Hannig
Projektkoordinatorin EHISTO - Populäre Geschichtsmagazine in Europa
Lehrstuhl Didaktik der Geschichte
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Tel. 0049(0)821-598-5500
Miriam.Hannig@phil.uni-augsburg.de
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