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Von der Erstversorgung bis zur Rehabilitation - optimale Betreuung von Schwerstverletzten

07.09.2014 - (idw) Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Die Unimedizin Greifswald wurde für das SAV-Gütesiegel geehrt

Wie kann man sicherstellen, dass Schwerstverletzte möglichst optimal im Krankenhaus versorgt werden? Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat dafür im vergangenen Jahr das sogenannte Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV) neu entwickelt. Es soll dafür sorgen, dass Menschen nach einem schweren Arbeits- oder Wegeunfall möglichst direkt in Kliniken eingeliefert werden, die eine schnelle, besonders umfangreiche und kompetente Akutbehandlung sicherstellen können. Im Bereich des DGUV-Landesverbands Nordost - zuständig für Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin - erfüllen elf Krankenhäuser diese Kriterien und sind als SAV-Kliniken zertifiziert. Dazu gehört jetzt auch die Universitätsmedizin Greifswald (UMG).
Am Unfallkrankenhaus Berlin (ukb) wurden die Einrichtungen mit dem Qualitätssiegel in einer Festveranstaltung geehrt und mit einer Urkunde ausgezeichnet. Bundesweit sind von 2.050 Krankenhäusern nur 85 am SAV beteiligt. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGU) hatte zum 1. Januar 2013 ihr Zertifizierungsverfahren für Krankenhäuser, die Patienten nach Arbeitsunfällen versorgen dürfen, umfassend reformiert. Neben den schon bekannten Zertifizierungen für das Verletzungsartenverfahren (VAV) wurden zusätzlich das stationäre Durchgangsarztverfahren (DAV) und das Schwerstverletzungsartenverfahren (SAV) eingeführt.

Hohe Anforderungen und viel Erfahrung

In Mecklenburg-Vorpommern erfüllen die Universitätsmedizin Greifswald, die Universitätsmedizin Rostock und die HELIOS Kliniken Schwerin die hohen SAV-Anforderungen, die natürlich auch der Behandlung von Schwerstverletzen zugutekommen, die nicht der DGUV-Versicherungspflicht unterliegen, also außerhalb von Arbeits- oder Wegeunfällen. Wir wissen sehr wohl, dass die Anforderungen sehr hoch sind. Das ist auch notwendig, denn der angestrebte Erfolg, Schwerstverletzte möglichst zu 100 Prozent wieder in den Alltag zu integrieren, setzt die bestmögliche Behandlung voraus. Wir gehen davon aus, dass mit der neuen Zulassungsstufe SAV eine noch bessere Qualität erreicht werden kann, betonte Prof. Axel Ekkernkamp, Leiter der Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie an der Universitätsmedizin Greifswald sowie Ärztlicher Direktor des ukb.

SAV-Kliniken müssen unter anderem sicherstellen, dass eine ausreichende Anzahl an Fachärzten aus Bereichen Unfallchirurgie, Anästhesiologie, Neurochirurgie, Radiologie und Handchirurgie rund um die Uhr für eine sofortige, umfassende Versorgung von Unfallverletzten zur Verfügung stehen, entsprechende Operationskapazitäten vorgehalten werden und die Ärzte über die nötige OP-Erfahrung verfügen. Auch OP- und Pflegepersonal muss in adäquater Form vorhanden sein, die Rettungsstelle muss mindestens zwei Verletzte gleichzeitig im Schockraum versorgen können, es müssen ein Hubschrauberlandeplatz (24-Stunden-Betrieb) und Computertomograph in räumlicher Nähe zum Schockraum bereit stehen. Gefordert wird auch eine jederzeit aufnahmebereite Intensivstation.

Darüber hinaus gibt es bei der SAV-Zertifizierung auch noch Kriterien, die für die DGUV von besonderer Bedeutung sind, weil deren Versicherte nach einem Unfall nach Möglichkeit wieder ins Arbeitsleben integriert werden sollen. Dazu gehören schnell einsetzende Reha-Maßnahmen im Rahmen eines qualifizierten Rehabilitationsmanagements.

Die Auswirkungen des neuen Verfahrens auf die Rehabilitations-Ergebnisse im Rahmen eines Qualitätssicherungszirkels, dem alle elf Kliniken angehören, sollen regelmäßig ausgewertet und die Abläufe bei Bedarf kurzfristig angepasst werden.

Foto: Dorothea Scheurlen/ukb
Zuverlässige Qualität für Schwerstverletzte - Gerald Ziche (v. li.) von der DGUV (Landesverband Nordost) und Prof. Michael Wich (ukb) übergaben am 28. August in Berlin die Auszeichnung an den Vorstandsvorsitzenden der UMG, Prof. Reiner Biffar, den Kaufmännischen Vorstand Gunter Gotal und den Leiter der UMG-Abteilung für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Prof. Axel Ekkernkamp und seinen Stellvertreter, PD Dr. Peter Hinz.


Universitätsmedizin Greifswald
Unfall- und Wiederherstellungschirurgie
Leiter: Prof. Dr. med. Dr. h.c. Axel Ekkernkamp
Ferdinand-Sauerbruch-Straße/Neubau, 17475 Greifswald
T +49 3834 86-61 01
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