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Die RWTH Aachen feierte ihr erstes Graduiertenfest

08.09.2014 - (idw) Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Rund 1.000 Absolventinnen und Absolventen
wurden in der Aachener Soers feierlich verabschiedet

Das Aachener Dressurstadion, sonst Arena für die weltbesten Pferde und Reiter, bot am 6. September die Kulisse für eine Premiere der RWTH Aachen. Rund 1.000 Absolventen aller neun Fakultäten feierten gemeinsam ihr Graduiertenfest. Die größte Gruppe stellte dabei die Fakultät für Maschinenbau.

Begleitet von den Klängen der Koninklijke Philharmonie Bocholtz und unter dem Beifall von mehreren tausend Angehörigen, Freunden und Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zogen die Graduierten in den Innenraum des Stadions. Zuvor waren sie mit blauen Schärpen und Graduiertenhüten eingekleidet worden. Es war ein fröhlicher, fast endloser Zug glücklicher Absolventen. Er hat nicht nur die Zuschauer beeindruckt, sondern wird sicher auch den Graduierten noch lange im Gedächtnis bleiben.

Ebenso eindrücklich war die Rede von Professor Berthold Leibinger. Dem 83-Jährigen war am Abend zuvor der erste Aachener Ingenieurpreis verliehen worden, nun appellierte er von der Bühne aus an die jungen Absolventinnen und Absolventen vor ihm im Podium, ihr erworbenes Wissen zu nutzen und sich neues anzueignen. Denn die Neugier, das Wissen wollen, ist der Stoff, aus dem die Träume sich formen, die Sie in Ihrem Berufsleben realisieren wollen. Das Wissen, der Einsatzwille und die Kreativität der jungen Menschen würden in der Wirtschaft gebraucht. Aber auch deren Unvoreingenommenheit des Denkens, die neue Art, mit Wissen umzugehen.

Leibinger betonte, dass es nach dem Zweiten Weltkrieg keine Skepsis gegeben habe gegenüber Wirtschaft und Wachstum sowie Veränderung durch Technik. Heute werde vieles hinterfragt. Die Graduierten brauchten deshalb die Fähigkeit, ihre Vorhaben zu begründen und gleichzeitig andere Denkvorstellungen nachzuvollziehen, um über mögliche Einwände und Reaktionen vorher nachzudenken. Als wichtigste Führungseigenschaft bezeichnete Leibinger das Vorbild. Handeln Sie immer so, wie sie selbst gerne behandelt würden, gab er den Graduierten mit auf den Weg.

Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp gratulierte den Graduierten im Namen aller Bürger und unterstrich, dass sie ein unschätzbares Netzwerk bildeten, das den guten Ruf der Stadt in alle Welt verbreite. Und auch in der Region sorgten die Absolventen der RWTH für gute ökonomische Rahmenbedingungen.

Als Perle der deutschen Hochschullandschaft bezeichnete NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze die RWTH. Die Absolventen forderte sie auf, ihr Wissen einsetzen, um die vielen gesellschaftlichen Herausforderungen anzunehmen. Dazu gehörten der Klimawandel, die älter werdende Gesellschaft aber auch der weltweite wirtschaftliche Wettbewerb. Das erste Graduiertenfest aller Fakultäten bewertete die Ministerin als Zeichen von Gemeinschaft und gemeinsamem Erfolg. Es sei wichtig, dass Studierende die Universität mit einem Abschluss verlassen.

AStA-Vorsitzender Ralph Kessel gratulierte im Namen aller Studierenden und machte deutlich, dass die Graduierten während ihres Studiums nicht nur Wissen erworben, sondern auch viele Freundschaften geschlossen hätten. Nun stünden sie vor einem Neuanfang, der oft mit schweren Entscheidungen verbunden sei. Als Rat gab er ihnen ein Zitat des Schauspielers Marlon Brando mit auf den Weg: Nur wer seinen eigenen Weg geht, den kann keiner überholen.

Schlagfertig und mit Wortwitz moderierte Professor Malte Brettel, Prorektor für Wirtschaft und Industrie, die Veranstaltung. Gemeinsam mit Rektor Professor Ernst Schmachtenberg leitete er dann den Höhepunkt des Programms ein, das Werfen von 1.000 Graduiertenhüten.


Der Zuspruch so vieler Angehöriger bei dem Fest belege die enge Verbindung zur Hochschule und die Solidarität der Eltern mit ihren Kindern, betonte Rektor Schmachtenberg. Gleichzeitig dankte er allen Förderern und Sponsoren, allen voran der Sparkasse Aachen, die das Graduiertenfest in dieser neuen Form erst möglich gemacht hätten.

Neben einem kulturellen Rahmenprogramm informierten vor dem Dressurstadion verschiedene Unternehmen und das Forschungszentrum Jülich über Karrieremöglichkeiten. Auch die RWTH und das Alumni-Netzwerk der Hochschule waren mit eigenen Ständen vertreten.
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