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Schaufenster zur Forschung

12.09.2014 - (idw) Deutsches Schiffahrtsmuseum

Deutsches Schiffahrtsmuseum präsentiert erste Forschungsergebnisse zum Thema Häfen von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert seit Juni 2012 im Rahmen eines Schwerpunktprogramms (SPP) Häfen von der Römischen Kaiserzeit bis zum Mittelalter verschiedene Forschungsprojekte. Darin widmen sich in der Förderperiode von zweimal drei Jahren rund 60 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der interdisziplinären Erforschung des Phänomens Hafen. Die national und international beteiligten Institutionen zeigen am Donnerstag, 2. Oktober 2014, um 19.00 Uhr im Deutschen Schiffahrtsmuseum (DSM) in einer Posterpräsentation ihre ersten Ergebnisse der interessierten Öffentlichkeit. Die Teilnahme an der Eröffnung ist kostenfrei. Die Posterpräsentation ist anschließend bis zum Sonntag, 1. Februar 2015 im DSM zu sehen.

Häfen sind hochkomplexe Systeme, in denen sich ökologische, logistische, ökonomische, soziale, juristische, militärische und kultische Subsysteme überlagern und gegenseitig bedingen. Um das Phänomen Hafen in seiner gesamten Tragweite und zeitlichen Tiefe methodisch adäquat bewerten zu können, strebt das SPP eine Identifikation dieser Subsysteme und deren Bedeutung auf das Siedlungsgeschehen selbst an, erläutert Prof. Dr. Sunhild Kleingärtner, Geschäftsführende Direktorin des DSM. Das Ziel: Um Häfen als systemrelevante Komponenten zu verstehen, sollen fächerübergreifend chronologische Hürden sowie räumliche Grenzen überwunden und Vergleichsanalysen initiiert werden.

Die Koordinatoren des Programms sind Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim, Zentrum für Baltische und Skandinavische Archäologie Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen, Schloss Gottorf (gleichzeitig SPP Sprecher), Prof. Dr. Falko Daim, Römisch-Germanisches Zentralmuseum, Forschungsinstitut für Archäologie, und Prof. Dr. Peter Ettel, Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte der Friedrich-Schiller-Universität, sowie Dr. Ursula Warnke, Direktorin am DSM.

Weit gefächerte europäische und interdisziplinäre Hafenforschung:

Das dafür eingerichtete DFG-Schwerpunktprogramm möchte unterschiedliche Richtungen einer zeitlich und räumlich weit gefächerten europäischen Hafenforschung aufgreifen, interdisziplinär vernetzen und methodisch fortführen. Zudem sollen auch naturwissenschaftliche Werkzeuge weiterentwickelt und erprobt werden, die zur Erkundung und Erfassung dienen sowie den Wert und die Bedeutung von bislang unbekannten Hafenbefunden feststellen können. Dabei wird sich das SPP auf jene Häfen konzentrieren, die primär zivilen Nutzungen unterlagen, ohne dass dabei militärische Anlagen und Schnittflächen umgangen oder ausgegrenzt werden dürfen. Anlagen, die rein militärischen Zwecken dienten, werden jedoch nicht mit einbezogen, beschreibt die Webseite www.spp-haefen.de das Programm.

Das Arbeitsgebiet umfasst Europa in seiner gesamten geografischen Ausdehnung. Grundgerüst der geografischen Bestimmung des Arbeitsraumes sind zum einen die Meere und Binnenmeere Europas: Atlantik, Mittelmeer, einschließlich seiner afrikanischen Küste, sowie Nordsee und Os-see, die durch Seehäfen erschlossen werden, erläutert Warnke weiter das Programm. Zum anderen seien die großen, schiffbaren Flüsse Europas wie Rhein, Rhone, Elbe, Oder und Donau mit ihren Zuflüssen von Bedeutung, da sie eine Verbindung zwischen Nord- und Ostsee sowie Schwarzem Meer beziehungsweise Mittelmeer herstellen und Binnenhäfen aufweisen, die das Zentrum regionaler Verkehrsnetze bilden. An diese angebundenen Flussgebiete würden einerseits die ökonomischen Ressourcen des Hinterlandes anschließen und andererseits den weiträumigen Warentransfer erlauben. Damit stellen Hafenanlagen Teile grundlegender Infrastrukturen als Schnittstelle zwischen Land und Wasser dar, so Warnke.

Von der Römischen Kaiserzeit bis ins 13. Jahrhundert:

Die von den vier Initiatoren für dieses Programm gewählte Zeitspanne reicht von der Römischen Kaiserzeit bis ins 13. Jahrhundert. Das SPP stellt auf seiner Webseite zur Diskussion: Die Entwicklung in den einzelnen Regionen und Zeitabschnitten suggeriert bislang den Eindruck, dass sie isoliert und ohne Bezug zueinander stehen. Die bereits auf eine Jahrhunderte währende Tradition zurückblickenden Hafenanlagen des Mittelmeeres scheinen konstruktiv und funktional zunächst wenig mit den gleichzeitigen Strukturen der Binnenschifffahrt in den römischen Provinzen oder den sich im Frühmittelalter entwickelnden Seehandelsplätzen Nordeuropas vergleichbar zu sein. Dagegen vermag die Schiffsarchäologie durchaus technikgeschichtliche Verbindungen zwischen der Mittelmeerwelt und den Regionen nördlich der Alpen herzustellen. Ebenso stellt der historisch und archäologisch nachweisbare Fernhandel eine Möglichkeit für den Transfer von Kenntnissen zur baulichen Ausgestaltung und dem Betrieb von Hafenanlagen dar. Weitere Informationen:http://www.spp-haefen.de/http://www.dfg.de/foerderung/info_wissenschaft/archiv/2011/info_wissenschaft_11_...

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