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Minerale im Fokus

16.09.2014 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

92. Jahrestagung der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft ab 21.9. an der Uni Jena Was haben das Erdinnere, Farbpigmente, weit entfernte Himmelskörper und Bergbaualtlasten gemeinsam? Alles sind aktuelle Forschungsgegenstände der Mineralogie eine Wissenschaft, die mit modernsten mikroskopischen und analytischen Methoden und häufig winzigsten Probenmengen die chemischen und physikalischen Eigenschaften der Minerale analysiert. Die Kristallstrukturen und chemische Zusammensetzung von Mineralen geben uns Hinweise auf den Ursprung eines Minerals sowie über die Entstehung und Entwicklung der Erde und unseres Sonnensystems, sagt Prof. Dr. Falko Langenhorst von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Minerale sind aber auch wertvolle Rohstoffe und Materialien, die vielfältige technische Anwendungen in der Industrie haben, etwa bei der Herstellung von Stahl, Zement, Glas und Keramik oder bei der Züchtung von Kristallen in der Lithographie- und Halbleiterbranche, erklärt der Professor für Analytische Mineralogie der Mikro- und Nanostrukturen.

Entsprechend interdisziplinär ist daher das Teilnehmerfeld der 92. Jahrestagung der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft (DMG), die vom 21.-24. September an der Friedrich-Schiller-Universität stattfindet: 300 internationale Wissenschaftler kommen in Jena zusammen neben Mineralogen auch andere Geowissenschaftler, Physiker, Chemiker und Materialwissenschaftler. Die DMG ist eine der größten mineralogischen Gesellschaften weltweit und Jena ist erstmals Austragungsort der Jahrestagung, sagt Falko Langenhorst. Außerdem feiern wir während der Tagung das 100-jährige Bestehen der Zeitschrift Chemie der Erde Geochemistry, die in Jena gegründet wurde, ergänzt der Jenaer Tagungsorganisator.

Unter dem Motto Minerals at focal point werden sich die Wissenschaftler über aktuelle Forschungsergebnisse auf den Gebieten der Kristallographie, Petrologie, Geochemie und Angewandten Mineralogie austauschen. Ein Schwerpunkt bildet dabei die Erforschung von Meteoriten, die Aufschluss über die Entstehung des Sonnensystems gibt. Eine Fachexkursion führt die Teilnehmer nach Ronneburg, wo sie sich mit den Umweltfolgen und der Sanierung des Uranbergbaus auseinandersetzen werden.

Auf der Tagung wird der wissenschaftliche Nachwuchs, der fast die Hälfte der Teilnehmer stellt, mit zwei Preisen ausgezeichnet. Der Paul-Ramdohr-Preis wird für den besten Vortrag vergeben und der Victor-Moritz-Goldschmidt-Preis geht an junge Forscher mit besonderen wissenschaftlichen Leistungen. Außerdem wird auf der 92. Jahrestagung die Abraham-Gottlob-Werner-Medaille verliehen. Mit diesem Preis ehrt die DMG jährlich Personen, die sich um die Gesellschaft oder Wissenschaft der Mineralogie verdient gemacht haben.

Für die Jenaer Bevölkerung hält die Tagung ebenfalls eine besondere Veranstaltung bereit: Am Montag (22. September) wird Prof. Dr. Dr. h. c. Klaus Keil von der Universität Hawaii einen öffentlichen Vortrag über die Entstehung und die frühe Entwicklung des Sonnensystems halten. Klaus Keil studierte in den 1950er Jahren Mineralogie in Jena und ist seit 2002 Ehrendoktor der Friedrich-Schiller-Universität. Keil war unter anderem federführend an der Analyse der Mondgesteine beteiligt, die während der Apollo-Missionen gesammelt worden waren. Er ist einer der bedeutendsten Mineralogen und Meteoritenforscher und hat dabei stets einen engen Kontakt nach Jena gehalten, sagt Falko Langenhorst. Keils Vortrag beginnt um 19:30 Uhr im Hörsaal 2 am Uni-Campus (Carl-Zeiß-Straße 3), Interessierte sind herzlich willkommen.

Darüber hinaus hat die Mineralogische Sammlung der Uni Jena während der Tagung verlängerte Öffnungszeiten: Jeweils ab 13 Uhr können die Tagungsteilnehmer und alle weiteren Interessierten die aktuelle Sonderausstellung über die Herzogliche Societät für die gesammte Mineralogie zu Jena besuchen.

Weitere Informationen zur Tagung sind zu finden unter: http://www.dmg2014.de/


Sonderöffnungszeiten der Mineralogischen Sammlung im Überblick:
21.-22.9. (Sonntag-Montag): 13-18 Uhr, 23.9. (Dienstag): 13-19 Uhr, 24.9. (Mittwoch): 13-16 Uhr.

Kontakt:
Prof. Dr. Falko Langenhorst
Institut für Geowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Carl-Zeiss-Promenade 10, 07745 Jena
Tel.: 03641 / 948730, 03641 / 948710 (Sekr.)
E-Mail: Falko.Langenhorst[at]uni-jena.de Weitere Informationen:http://www.uni-jena.de
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