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Kinder im Fokus von Trennung und Scheidung

16.09.2014 - (idw) Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Neue Tagungsreihe des Zentrums für Interdisziplinäre Forensik befasst sich bei der ersten Veranstaltung mit der Paritätischen Doppelresidenz Mit einer Fachtagung zur sogenannten Paritätischen Doppelresidenz, also der gleichwertigen, abwechselnden Betreuung von Kindern durch ihre getrennt lebenden bzw. geschiedenen Eltern, beginnt am 22. September 2014 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) eine neue Tagungsreihe, die sich mit der Situation von Kindern im Fokus von Trennung und Scheidung befasst. Die künftig jährlich stattfindenden Veranstaltungen werden von dem neu gegründeten Zentrum für Interdisziplinäre Forensik an der JGU organisiert und richten sich an ein Fachpublikum wie Richter, Rechtsanwälte, Mitarbeiter von Jugendämtern und Beratungsstellen, Ärzte und Psychologen, die von Berufs wegen mit Trennungen und Scheidungen befasst sind.

In Deutschland wächst die Zahl der Mütter und Väter, die nach dem Scheitern einer Beziehung mit dem Ex-Partner eine hälftige Betreuung der Kinder vereinbaren. Mit der Paritätischen Doppelresidenz, auch als Wechselmodell bezeichnet, werden zahlreiche Fragen aufgeworfen, mit denen sich namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bei dieser Fachtagung beschäftigen werden: Warum kommt es zur Abkehr vom traditionellen Residenzmodell? Welche Voraussetzungen müssen für das Modell der Paritätischen Doppelresidenz gegeben sein? Welche wohnlichen Gegebenheiten sind zu beachten? Wie verändert sich das sozial-räumliche Umfeld wie Kindergarten, Schule, Vereine usw. durch das Wechseln der Wohnungen? Über welche speziellen Kompetenzen müssen beide Elternteile hinsichtlich der Betreuung und Förderung der Kinder verfügen? Haben in diesem Zusammenhang Bindungsstile eine besondere Bedeutung? Wie verändern sich die Beziehungen der Kinder zu den beiden Elternteilen? Wird die Rolle der Väter gestärkt? Lassen sich Beruf und Kinder mit dem Wechselmodell besser vereinbaren? Welche Rechtsfragen stellen sich bei der Doppelresidenz und wie sieht die einschlägige Rechtsprechung aus? Auf welche Ergebnisse empirischer Forschung kann man sich bei der Bewertung des Wechselmodells stützen? Welche Erfahrungen gibt es im Ausland mit diesem Modell?

Das Zentrum für Interdisziplinäre Forensik (ZIF) wurde im Mai 2014 offiziell eingerichtet, um die Expertise auf dem Gebiet der Forensik, die die Johannes Gutenberg-Universität Mainz zu bieten hat, zu bündeln. Rechtswissenschaft, Psychologie und Kriminologie weisen in zahlreichen Bereichen Berührungspunkte und Überschneidungen auf. In der beruflichen Praxis sind die Beteiligten insbesondere im Familienrecht, beispielsweise im Hinblick auf Fragen des Sorge- und Umgangsrechts oder der Kindeswohlgefährdung, und im Strafrecht, beispielsweise bei Fragen der Kriminalprognose oder der Schuldfähigkeit, zur Lösung konkreter Probleme auf psychologisches und kriminologisches Wissen angewiesen. Das Ziel des ZIF ist die Vernetzung und Kooperation der beteiligten Professionen, wobei sich die Angebote des ZIF sowohl an Studierende und wissenschaftlich tätige Kolleginnen und Kollegen als auch an Praktiker richten.

Weitere Informationen:
Michael Zimmer, Ass. iur.
Zentrum für Interdisziplinäre Forensik (ZIF)
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

55099 Mainz
Tel. +49 6131 39-23046
Fax +49 6131 39-22147
E-Mail: Fokus-Kind@uni-mainz.de
http://www.zif-forensik.uni-mainz.de

Weitere Links:
http://www.blogs.uni-mainz.de/zfi-forensik/veranstaltungen/ (Programm und Anmeldung)
http://www.uni-mainz.de/presse/60614.php (Pressemitteilung Bundesweit einmaliges Zentrum für Interdisziplinäre Forensik eröffnet)
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