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HoF-Publikation: Gesellschaftliche Verantwortung ostdeutscher Hochschulen Handlungsoptionen

17.09.2014 - (idw) Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Hochschulen zählen zu den institutionell stabilen Einrichtungen. Gerade sie können in demografisch herausgeforderten Regionen zur Bearbeitung der anstehenden Aufgaben beitragen. Entlang der zentralen demographischen Herausforderungen zeigt die neueste HoF-Handreichung, wie Hochschulen dies bereits heute tun und welche Möglichkeiten sie darüber hinaus haben. Eine Toolbox liefert Anregungen zur Umsetzung entsprechender Entwicklungsstrategien. Der demografische Wandel vollzieht sich regional selektiv und mit unterschiedlicher Intensität. Daraus ergibt sich eine Polarisierung in demografische Schrumpfungsgebiete einerseits und Wachstumszonen bzw. -inseln andererseits. Die Bevölkerungsentwicklungen korrespondieren mit den jeweiligen wirtschaftlichen Situationen. Derart ergeben sich Prosperitätszonen bzw. -inseln und Stagnations- bzw. Abschwungkorridore.

Diese Raumdifferenzierung ist nicht völlig neu, doch hat sie sich in Deutschland durch die regional polarisierte demografische Schrumpfung in den letzten beiden Jahrzehnten verschärft. Dabei ist insbesondere der Osten Deutschlands betroffen.

Zu den Einrichtungen, die im Vergleich institutionell sehr stabil sind da öffentlich finanziert und von den Ländern unterhalten zählen die Hochschulen. Sie verbürgen zudem, als Einrichtungen der Wissenschaft und Hochqualifikation, Innovation und Zukunftsfähigkeit. Angesichts dessen stellt sich die Frage, ob und ggf. wie sie zur Bearbeitung der demografisch induzierten Herausforderungen beitragen können.

Die Hochschulen in den demografisch besonders herausgeforderten Regionen sind auch selbst von den einschlägigen Veränderungen berührt etwa durch Abwanderungstendenzen, schrumpfende Landesetats oder neue Adressatengruppen der Hochschulbildung. Es liegt deshalb im Interesse der Hochschulen, sich an angemessenen Reaktionen auf diese Entwicklungen zu beteiligen. Da sich demografische Schrumpfung unmittelbar regionalräumlich auswirkt, haben die Hochschulen zwei grundsätzliche Möglichkeiten der Reaktion:
Sie können sich entweder darum bemühen, sich von den Auswirkungen der regionalen Situation unabhängig zu machen, bspw. über eine Profilierung im Online-Education-Segment.
Oder sie können offensiv versuchen, sich ausdrücklich als Akteure in den regionalen Entwicklungen zu positionieren, d.h. aktiver Teil der Problemlösungen zu werden, indem sie ihre spezifischen Ressourcen in die Bearbeitung der Folgen des demografischen Wandels einbringen.

Kurz gesagt: Hochschulstrategien im demografischen Wandel können darauf zielen, sich von der Sitzregion entweder abzukoppeln oder sich explizit anzukoppeln. Wie sie dies bereits heute tun und welche Möglichkeiten sie darüber hinaus haben, ist im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für die Neuen Länder untersucht worden.

Eine daraus entstandene Handreichung präsentiert die wesentlichen Ergebnisse, übersichtlich sortiert nach den fünf demografischen und regionalen Herausforderungen: geringe Fertilität, Alterung, Abwanderung, wirtschaftliche und soziale Stabilität. Zu jeder der Herausforderungen werden die Handlungsfelder und Bedarfslagen bestimmt, Auswirkungen für die Hochschulen herausgearbeitet, Handlungsoptionen der Hochschulen dargestellt, häufig an den Hochschulen praktizierte Handlungsansätze dokumentiert, schließlich Voraussetzungen für deren Umsetzung sowie Erfolgsfaktoren benannt. Eine Toolbox liefert Anregungen zur Gestaltung und Umsetzung entsprechender Entwicklungsstrategien. Desweiteren werden Good-Practice-Beispiele porträtiert.

Justus Henke / Romy Höhne / Peer Pasternack / Sebastian Schneider: Mission possible. Gesellschaftliche Verantwortung ostdeutscher Hochschulen: Entwicklungschance im demografischen Wandel (HoF-Handreichungen 6), Institut für Hochschulforschung (HoF), Halle-Wittenberg 2014, 118 S. 10,00
kostenfreier download unter: http://www.hof.uni-halle.de/journal/texte/Handreichungen/HoF-Handreichungen6.pdf


Bestellungen an:
Institut für Hochschulforschung (HoF)
Vertrieb die hochschule
Collegienstraße 62
06886 Wittenberg
E-Mail: institut@hof.uni-halle.de
Fax: 03491/466-255
Tel.: 03491/466-254

Kontakt: peer.pasternack@hof.uni-halle.de Weitere Informationen:http://www.hof.uni-halle.de/journal/texte/Handreichungen/HoF-Handreichungen6.pdfhttp://www.hof.uni-halle.de/publikation/handreichungen/mission-possible/
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