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Regensburger ECMO-Zentrum ausgezeichnet: deutschlandweit einmalig, weltweit unter den Besten

17.09.2014 - (idw) Universitätsklinikum Regensburg

Das ECMO-Zentrum des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) wird als einziges Zentrum Deutschlands durch die internationale Extracorporeal Life Support Organization (ELSO) mit dem ELSO Award for Excellence in Life Support 2014 ausgezeichnet. In ganz Europa gibt es nur vier weitere Zentren mit dieser Auszeichnung. Weltweit sind circa 300 Kliniken Mitglied der ELSO. Das Universitätsklinikum Regensburg leistet seit knapp 20 Jahren Pionierarbeit im Einsatz der extrakorporalen Herz-Lungen-Unterstützung, auch Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) genannt. Das Engagement der Regensburger Experten, vereint im ECMO-Zentrum des UKR, wird nun mit dem ELSO Award for Excellence in Life Support gewürdigt. PD Dr. Thomas Müller, Leiter der Intensivstation in der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II, nimmt die Auszeichnung stellvertretend für das UKR am 17. September 2014 in Ann Arbor, Michigan (USA), entgegen.

Durch intensive Forschung und jahrelange klinische Erfahrung konnten die Regensburger ECMO-Spezialisten bereits einige Innovationen im Bereich der Intensivmedizin international etablieren. So gelang es ihnen im Rahmen eines Notarzteinsatzes, weltweit erstmals erfolgreich, ein Leben mittels einer tragbaren Mini-Herz-Lungenmaschine zu retten. Das ECMO-Zentrum des UKR hat dadurch insbesondere eine Vorreiterrolle in der Miniaturisierung der mobilen Herz-Lungen-Maschine für den Transport schwerstkranker Patienten nach Ansicht vieler Experten eine der wichtigsten Innovationen der modernen Intensiv- und Notfallmedizin.

ECMO im Einsatz
Was die ECMO-Therapie bedeutet, veranschaulicht die Geschichte von Stefan, 26 Jahre. Stefan wird nach einem Motorradunfall mit multiplen Knochenbrüchen und schwersten Verletzungen des Brustraums ins Krankenhaus eingeliefert. Nach der operativen Versorgung versagt seine Lunge, trotz künstlicher Beatmung und Einsatz aller konventionellen Möglichkeiten. Der Kreislauf kann nicht mehr stabilisiert werden. Um Stefan zu retten, muss er an eine Herz-Lungen-Maschine angeschlossen werden. Die ECMO-Therapie übernimmt die Aufgaben, welche die Lunge oder das Herz des Patienten temporär nicht leisten kann. Dem geschwächten Organ wird so die Zeit gegeben, sich wieder zu erholen, erklärt PD Dr. Thomas Müller.

Während der ECMO-Therapie wird über ein Schlauchsystem das sauerstoffarme Blut des Patienten in eine künstliche Lunge außerhalb des Körpers abgeführt, wo es mit Sauerstoff angereichert und Kohlendioxid entfernt wird. Anschließend wird das Blut dem Körper mittels einer Pumpe über das Schlauchsystem wieder zugeführt. Je nachdem, wie die Maschine im Körper angeschlossen wird, kann somit gezielt die Lunge oder das Herz unterstützt werden.

Hochspezialisiert: Das ECMO-Zentrum des UKR
Angeboten werden kann ECMO nur in hochspezialisierten Kliniken, da bei der Therapie verschiedene Fachbereiche eng zusammenarbeiten müssen. Im Universitätsklinikum Regensburg sind das neben der Kardiotechnik (Leiter: Alois Philipp) die Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II (Direktor: Professor Dr. Lars Maier), die Klinik für Anästhesiologie (Direktor: Professor Dr. Bernhard Graf), die Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und herznahe Gefäßchirurgie (Direktor: Professor Dr. Christof Schmid) sowie die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin (Direktor: Professor Dr. Michael Melter).

Neben akutem Lungenversagen durch Verletzungen oder Erkrankungen wie Pneumonie oder Sepsis, wird die extrakorporale Herz-Lungen-Maschine auch bei Herzkrankheiten oder während Herzoperationen eingesetzt.
Pro Jahr werden im ECMO-Zentrum des UKR durchschnittlich 140 bis 150 Patienten aller Altersgruppen mit extrakorporaler Unterstützung behandelt. 60 Prozent davon aufgrund akuten Lungenversagens, 40 Prozent aufgrund Herzversagens.

Viele der betroffenen Patienten werden durch das ECMO-Team des UKR bereits in externen Kliniken an die mobile Herz-Lungen-Maschine angeschlossen, um sicher in das UKR transportiert werden zu können.
Durch die ECMO-Therapie überleben 60 bis 70 Prozent der Lungenpatienten, bei den Herzpatienten sind es bis zu 40 Prozent. Zwischen sieben und elf Tagen ist im Durchschnitt jeder Patient an der Maschine angeschlossen, in Ausnahmefällen können es aber auch bis zu drei Monate sein. Weitere Informationen:http://www.ukr.de
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