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AQUA-Qualitätsreport 2013 bestätigt hohe Versorgungsqualität in Orthopädie und Unfallchirurgie

18.09.2014 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V.

Berlin, 18.09.2014: Die Leistungsbereiche Hüftgelenknahe Femurfraktur, Hüft- und Knie Endoprothesen-Erstimplantation bzw. -Wechsel haben im aktuell vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) veröffentlichten AQUA-Qualitätsreport 2013 (1) gute Ergebnisse erzielt. Insbesondere der Qualitätsindikator zur Indikationsstellung ist wiederholt verbessert worden. Der Wert stieg bei Patienten, die eine primärendoprothetische Versorgung des Hüftgelenks benötigten, im Vergleich zum Erfassungsjahr 2012 von 94,5 Prozent auf 95,2 Prozent an. Bei der Knie-Endoprothesen-Erstimplantation konnte die Indikationsstellung von 96,1 Prozent auf 96,6 Prozent verbessert werden. Die hohe Indikationsqualität spricht für die verantwortungsvolle Prüfung der medizinischen Notwendigkeit einer Operation. Sie belegt, dass Orthopäden und Unfallchirurgen ihre Entscheidungen zu einer Operation mit großer Sorgfalt treffen und sie damit den Patienten in das Zentrum ihres Handelns stellen, sagt Fritz Uwe Niethard, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e.V. (DGOU).

Gesundheitspolitiker und Vertreter von Kostenträgern kritisieren anhaltend die hohe Zahl an Hüft- und Kniegelenk-Operationen und begründen die Mengenausweitung teils mit unnötigen Operationen oder Eingriffen aus wirtschaftlichen Gründen. Die DGOU beobachtet die Versorgung im Bereich Hüft- und Knie-Endoprothetik mit großer Sorgfalt und sensibilisiert seit Jahren dafür, die Operationszahlen nicht isoliert zu betrachten, sondern in den Zusammenhang mit anderen analytischen Daten zu stellen. Dazu zählt beispielsweise die Zunahme von Altersbrüchen. Der AQUA-Qualitätsbericht zeigt hier deutlich, dass die Zahl von Oberschenkelhalsbrüchen bei älteren Menschen steigt. Orthopäden und Unfallchirurgen erwarten aufgrund der demografischen Entwicklungen in den nächsten 20 Jahren eine Verdopplung bis Verdreifachung von Altersbrüchen. Die endoprothetischen Versorgungszahlen in Deutschland sind zwar im Vergleich zu anderen Ländern hoch, aber sie schließen nicht nur die arthrose-bedingte Endoprothetik ein, sondern auch die Versorgung von Schenkelhalsbrüchen. Nicht alle Länder inkludieren den Hüftgelenkersatz nach einer Schenkelhalsfraktur in die endoprothetischen Fallzahlen das muss bei einem internationalen Vergleich dementsprechend transparent dargestellt werden, sagt Professor Reinhard Hoffmann, stellvertretender Generalsekretär der DGOU und Ärztlicher Direktor der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Frankfurt am Main.

Um die Versorgungsqualität bei Eingriffen an Hüft- und Kniegelenk besser messen zu können, haben Orthopäden und Unfallchirurgen in Ergänzung zu externen Qualitätssicherungsmaßnahmen, wie etwa dem AQUA-Qualitätsreport, eigene Qualitätssicherungsmaßnahmen entwickelt. Dazu zählt das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD). Anders als beim AQUA-Qualitätsreport, der nur die Ergebnisqualität für die Dauer des Krankenhausaufenthaltes betrachtet, ermöglicht das EPRD eine Langzeitbeobachtung von Patienten nach einem endoprothetischen Eingriff. Das EPRD erfasst Fallzahlen, Komplikationen und andere Qualitätsindikatoren und generiert darüber hinaus vor allem Details zur Qualität und Langlebigkeit von Implantaten. Es macht zudem schon jetzt die Verbindung zwischen einer Prothesen-Erstimplantation und einer Prothesen-Wechseloperation möglich, so dass zukünftig diese beiden Leistungsbereiche zusammenhängend betrachtet werden können und eine genaue Evaluierung von Wechseloperationen möglich wird.

Der Qualitätsreport zählt zur externen stationären Qualitätssicherung und ist eine Maßnahme des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Der AQUA-Qualitätsreport 2013 wird nach Angabe des G-BA detailliert auf der Qualitätssicherungskonferenz des G-BA am 22. und 23. September 2014 in Berlin vorgestellt. Er kann online unter https://www.sqg.de/themen/qualitaetsreport/index.html
abgerufen werden und ist ab Ende September als Druckexemplar bestellbar.

1) Der AQUA-Qualitätsbericht wird vom Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH (AQUA-Institut GmbH) im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschuss erstellt.

Kontakt für Rückfragen:
Susanne Herda
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) e.V.
Straße des 17. Juni 106-108, 10623 Berlin
Telefon: +49 (0)30 340 60 36 -06 oder -00
Telefax: +49 (0)30 340 60 36 01
E-Mail: presse@dgou.de Weitere Informationen:http://www.dgou.dehttp://www.eprd.de
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