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Jörg Hacker als Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina wiedergewählt

19.09.2014 - (idw) Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina

Der Senat der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat Prof. Dr. Jörg Hacker als Präsidenten der Akademie bestätigt. Der Mikrobiologe wurde für eine weitere fünfjährige Amtszeit gewählt, die am 1. März 2015 beginnt. Jörg Hacker führt die Geschicke der Leopoldina seit dem Jahr 2010. Die Wahl fand am Vorabend der Leopoldina-Jahresversammlung 2014 statt, die heute in Rostock beginnt. Der Senat hat zudem über die Nachbesetzung eines der vier Vizepräsidenten abgestimmt und die Positionen des Sekretars der Klasse III Lebenswissenschaften und des Vertreters der Mitglieder aus der Schweiz, neu besetzt. Prof. Dr. Jörg Hacker ist am 18. September 2014 vom Senat der Leopoldina in geheimer und schriftlicher Abstimmung als Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften wiedergewählt worden. Er tritt damit am 1. März 2015 eine zweite fünfjährige Amtszeit an der Spitze der Akademie an. Vor seiner Wahl zum Akademiepräsidenten leitete Jörg Hacker das Robert Koch-Institut in Berlin. Von 2003 bis 2009 war er Vizepräsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Im vergangenen Jahr wurde Hacker in das UN Secretary Generals Scientific Advisory Board berufen, ein international besetztes Gremium, das den Generalsekretär der Vereinten Nationen wissenschaftlich berät.

Jörg Hacker wurde 1952 in Grevesmühlen / Mecklenburg geboren. Er studierte von 1970 bis 1974 Biologie mit Schwerpunkt Genetik und Mikrobiologie an der Martin-Luther-Universität in Halle (Saale). Nach der Promotion in Halle im Jahre 1979 und der Habilitation am Institut für Mikrobiologie der Universität Würzburg im Jahre 1986 war Jörg Hacker von 1988 an Professor für Mikrobiologie in Würzburg. Im Jahre 1993 wurde ihm die Leitung des Würzburger Institutes für Molekulare Infektionsbiologie übertragen. Jörg Hacker hat verschiedene Auslandsaufenthalte absolviert, zwei sechsmonatige Forschungsaufenthalte führten ihn im Jahre 2000 und 2005 an das Institut Pasteur in Paris. Im Jahre 2006 nahm er als Fellow des Sackler Institute for Advanced Studies eine Gastprofessur an der Tel Aviv University (Israel) wahr. Jörg Hacker ist seit 1998 Mitglied der Leopoldina.

Ebenfalls wiedergewählt wurde einer der vier Vizepräsidenten der Akademie, Prof. Dr. Martin J. Lohse, Professor für Pharmakologie und Toxikologie an der Universität Würzburg. Neu ins Präsidium aufgenommen wurde Prof. Dr. Martin Quack, Professor für Physikalische Chemie an der ETH Zürich (Schweiz) als Vertreter der Schweizer Akademiemitglieder. Er folgt auf den Schweizer Pathologen Prof. Dr. Philipp U. Heitz, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr zur Wiederwahl stand. Heitz hatte zudem das Amt des Sekretars der Klasse III Lebenswissenschaften bekleidet. Als Nachfolger für diese Position wählte der Senat der Leopoldina Prof. Dr. Hans-Peter Zenner, Direktor der Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik Tübingen.

Der Pharmakologe Martin J. Lohse (Jahrgang 1956) ist seit dem Jahr 2000 Mitglied der Leopoldina und gehört der Sektion Physiologie und Pharmakologie/Toxikologie an. Seit 1993 hält er den Lehrstuhl für Pharmakologie an der Universität Würzburg und ist seit 2001 Sprecher des DFG-Forschungszentrums für experimentelle Biomedizin Rudolf-Virchow-Zentrum an der Universität Würzburg.

Der Chemiker Martin Quack (Jahrgang 1948) ist seit 1998 Mitglied der Leopoldina und gehört der Sektion Chemie an. 1983 wurde er als Professor für Physikalische Chemie an die ETH Zürich berufen. 2011 bis 2012 war Quack 1. Vorsitzender der Deutschen Bunsen-Gesellschaft für Physikalische Chemie.

Der Mediziner Hans-Peter Zenner (Jahrgang 1947) wurde 1998 zum Mitglied der Leopoldina in der Sektion Ophthalmologie, Oto-Rhino-Laryngologie, Stomatologie ernannt. Seit 1988 ist er Direktor der Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik Tübingen. Hans-Peter Zenner gehört dem Präsidium bereits seit dem Jahr 2010 als Mitglied an.

Die heute eröffnete Jahresversammlung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina findet in Rostock statt. Thema der Konferenz ist Wahrnehmen und Steuern Sensorsysteme in Biologie und Technik. Die rund 300 Teilnehmer befassen sich interdisziplinär mit Sinnesorganen und deren technischen Pendants, den Sensoren.

Das Thema der Jahresversammlung Wahrnehmen und Steuern integriert das gesamte durch die Mitglieder der Leopoldina vertretene Fächerspektrum. Dem Programmkomitee um Prof. Dr. Rudolf F. Guthoff, Direktor der Universitäts-Augenklinik an der Universität Rostock, ist es gelungen, renommierte Wissenschaftler für die insgesamt 17 Vorträge der Jahresversammlung zu gewinnen, sagt Leopoldina-Präsident Hacker. Unter den Referenten sind der Medizin-Nobelpreisträger Prof. Dr. Bruce Beutler (Sensing Microbes and Responding to them a Forward Genetic Approach in Mammals), der Medizinethiker Prof. Dr. Carl Friedrich Gethmann (Die Grenzen des menschlichen Wahrnehmungsraumes und ihre Überwindung), der Leibniz-Preisträger Prof. Dr. Gerd Hirzinger (Humanoide Roboter die komplexen Sensor-Aktor-Systeme der Zukunft) und die Leibniz-Preisträgerin Prof. Dr. Brigitte Röder (Multisensorische Verarbeitung beim Menschen).


Anlässlich der Jahresversammlung zeichnet die Leopoldina gemeinsam mit der Commerzbank-Stiftung den jungen Biochemiker Dr. Carsten Grashoff mit dem Early-Career-Award aus. Zudem wird die Verdienstmedaille der Akademie an den Schweizer Pathologen Prof. Dr. Philipp U. Heitz verliehen. Weitere Informationen:http://www.leopoldina.org/de/jv-2014
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