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DGU-Leitlinie hilft Sterberate von Schwerverletzen deutlich zu senken

23.09.2014 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie e. V.

In den letzten Jahren ist die Sterberate schwerverletzter Unfallopfer in der Klinik um die Hälfte gesunken auf unter 10 Prozent. Diese positive Entwicklung sei vor allem einer besseren Erstversorgung im Krankenhaus zuzuschreiben, erklären Unfallchirurgen und Orthopäden im Vorfeld des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU), der vom 28. bis 31. Oktober in Berlin stattfinden wird. Bei einem Schwerverletzten entscheidet jede Minute über Leben und Tod. In der Notfallversorgung besonders wichtig sind daher ein gut eingespieltes Schockraum-Team und festgelegte Abläufe. Wie die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) und die Diagnose mittels Ganzkörper-Computertomografie (CT) die Sterberate schwerverletzter Patienten in Schockräumen senken konnte, ist Thema im Rahmen des DKOU 2014, der von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädischen Chirurgie (DGOOC) sowie dem Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie und Unfallchirurgie (BVOU) gemeinsam mit der DGU ausgerichtet wird.

Der Schock- oder Reanimationsraum ist der Ort eines Krankenhauses, an dem Schwerverletzte zuerst versorgt werden. Das Personal besteht aus einem Team aus Ärzten verschiedener Fachrichtungen und Pflegern. Typische Schockraum-Patienten sind Opfer von Verkehrsunfällen, die Verletzungen an mehreren Körperteilen erlitten haben. Zirka 35.000 Patienten mit solch einem Polytrauma werden pro Jahr in die Schockräume deutscher Krankenhäuser eingeliefert. Häufig geht es dabei um Leben und Tod. Dann zählt jede Minute und jeder Handgriff muss sitzen, sagt Professor Dr. med. Bertil Bouillon, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU). Der Schockraum muss ein gut organisierter Ort professioneller Teamarbeit sein, ist sich der Direktor der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Sporttraumatologie der Kliniken der Stadt Köln sicher.

Festgelegte Abläufe sind ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das Überleben der Patienten und haben in den vergangenen Jahren die Sterberate erheblich gesenkt. Das zeigt auch eine vor kurzem veröffentlichte Studie. Dafür hatten Unfallchirurgen des Uniklinikums Essen Informationen über rund tausend Polytrauma-Patienten ausgewertet, die von 2002 bis 2011 bei ihnen erstversorgt worden waren.
Bemerkenswert sind dabei vor allem zwei Ergebnisse: Nach Einführung der S3-Leitlinie Polytrauma/Schwerverletzten-Behandlung der DGU im Jahr 2011 sank die Sterberate der Patienten, die das Krankenhaus lebend erreichten, nahezu um die Hälfte. In der Leitlinie finden sich Empfehlungen, die von der Zusammensetzung der Schockraumteams über die Größe und Lage der Räume bis zu detaillierten Hinweisen für die Untersuchung und Behandlung der Patienten reichen, erklärt Professor Dr. med. Reinhard Hoffmann, Generalsekretär der DGU. Außerdem weisen die Mediziner einen statistischen Zusammenhang zwischen der Zunahme computertomografischer Ganzkörperuntersuchungen und der Abnahme der Sterberate nach.

Um die Versorgung von Polytrauma-Patienten in Deutschland weiter zu verbessern, sollten diese erfolgreichen Prozesse weiter standardisiert und in interdisziplinären Teams organisiert werden, fordert Hoffmann von der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik in Frankfurt/Main. Dafür müssen die Schockraum-Teams in speziellen Kursen geschult werden. Am Hot Spot Schockraum müssen alle gut vorbereitet sein, so Hoffmann. Nur so kann organisiert gehandelt werden: Organisation statt Chaos lautet hier das Motto. Um einen ständigen Lernprozess sicherzustellen, sollten diese Teams außerdem regelmäßig kritische Analyse des eigenen Handelns durchführen, sobald ein Patient zur Weiterbehandlung auf eine andere Station verlegt wurde. Bei dieser Selbstanalyse hilft unter anderem das Traumaregister DGU, eine zentrale Datenbank, in die Kliniken ihre Abläufe dokumentieren und mit denen anderer Kliniken vergleichen können. Wie die Abläufe im Schockraum optimal funktionieren und welche weiteren Maßnahme in der Behandlung Schwerverletzter greifen, sind Thema einer Pressekonferenz anlässlich des DKOU, die am 30. Oktober 2014 stattfindet.


Terminhinweis:
Kongress-Pressekonferenz anlässlich des DKOU 2014
Termin: 30. Oktober 2014, 11 bis 12 Uhr
Ort: Messegelände Süd, Berlin

Pressekontakt:
Pressestelle DKOU 2014
Anne-Katrin Döbler, Kathrin Gießelmann
Postfach 20 11 30; 70451 Stuttgart
Tel.: 0711 8931-981; Fax: 0711 8931-167
giesselmann@medizinkommunikation.org Weitere Informationen:http://www.dkou.de
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