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Ausstellung "Eigen und fremd in Glaubenswelten" ab 27. September in Oldenburg zu sehen

25.09.2014 - (idw) Landesmuseum Natur und Mensch

Vom 27. September 12. April 2015 zeigt das Landesmuseum Natur und Mensch Oldenburg die erste völkerkundliche Ausstellung seit 10 Jahren: Eigen und fremd in Glaubenswelten ermöglicht anhand sieben kulturell universeller Themen, wie z.B. Schöpfung, Körperkult oder Tod, einen Einblick in religiöse Vorstellungen und Praktiken aus aller Welt. Ohne Festlegung auf Zeit und Raum deckt die Ausstellung in vielfältigen Gegenüberstellungen Parallelen und Unterschiede auf. Im Vordergrund der Schau stehen die Objekte der umfassenden ethnologischen Sammlungen des Museums. Viele der rund 300 Exponate waren noch nie in Ausstellungen zu sehen. Der Glaube an etwas Übernatürliches findet sich unabhängig von Epochen oder Kontinenten in allen menschlichen Gesellschaften. Wahrscheinlich war dieser Glaube über die meiste Zeit der Menschheit fest in ihrem täglichen Leben verankert. Immer wieder entstanden und entstehen neue religiöse Ideen und Konzepte. Sie werden und wurden weitergegeben, angepasst oder aufgegeben. Innerhalb der vielfältigen Glaubenswelten finden sich einige universelle Themen: von der Beantwortung der Fragen nach der Entstehung des Menschen und der Erde, über Übergangsriten, z.B. von der Kindheit zum Erwachsensein, Opferritualen, der Verehrung von Heiligtümern bis hin zu Festen und Fastenbräuchen, Körperkult sowie dem Umgang mit dem Tod und den Toten. Anhand dieser übergreifenden Teilaspekte gliedert sich die Ausstellung in diese sieben Bereiche:

So liefern Bumerangs der australischen Aborigines, Pfeil und Bogen aus Nordamerika und der Orang-Utan aus Indonesien Bilder zu Schöpfungsmythologien von Erde und Mensch. Schalen der Stachelaustern, Waffen aus Ozeanien und Schwerter der Massai geben einen Einblick in unterschiedliche Übergangsriten, die z.B. den Übertritt von der Kindheit in die Erwachsenenwelt begleiten. Für die Kopfjagd verwendete Macheten aus Borneo, peruanische Messer, wie sie für den zeremoniellen Aderlass verwendet wurden, und Rauch-Utensilien aus Nordamerika stellen die Motive und Handlungen verschiedener Kulturen bei Opferungen gegenüber.
Unter der Überschrift Objekte der Verehrung zeigt die Ausstellung auch einen indonesischen Dolch einen Kris aus dem 16. Jahrhundert. Er wurde vermutlich aus Meteoriteneisen gefertigt und zählt zu den frühesten Formen, die aus Museumssammlungen bekannt sind. Krise haben einen mythologischen Hintergrund und sollen ihrem Besitzer magische Kräfte verleihen. Noch heute, im 21. Jahrhundert, werden sie auf Bali und in vielen Ländern Südostasiens verehrt.
Einen Einblick in Nahrungstabus und ihre Einbindung in verschiedene religiöse Festivitäten ermöglichen Exponate wie ostafrikanische Milcheimer oder goldfarbene Buddha-Statuen. Verschiedene Formen des Körperkults und die jeweiligen religiösen Hintergründe zeigen sich beispielsweise in Schädeldeformationen der peruanischen Anden-Kultur oder der Verwendung von Schmuck in ostafrikanischen Gesellschaften.
Zuletzt thematisieren in der Ausstellung unter anderem der vergoldete Kopf einer ägyptischen Mumie aus der römischen Kaiserzeit oder kunstvolle Malagan-Schnitzereien der Papua, die aufwendige Vorbereitungen von Festen zu Ehren der Ahnen begleiten, welche Vorstellungen vom Tod oder einem Leben danach den Umgang mit den Toten bestimmen.

Mit der Mannigfaltigkeit ihrer rund 300 Objekte will die Ausstellung mit auch ästhetischen Zusammenstellungen Neugier für ihre inhaltlichen Verbindungen wecken. So haben Orang-Utan, Speer oder Schädel einen Wiedererkennungswert für den Betrachter. Ich hoffe, dass sie so umso mehr darauf neugierig machen, welche religiösen Bedeutungen sie für Menschen besitzen., sagt Ethno-Archäologe und Kurator der Ausstellung, Glenn Arthur Ricci. Dabei versucht die Ausstellung eine weniger westliche Bewertung der Objekte, wie sie oft in Ausstellungen üblich ist. Stattdessen soll ihre Bedeutung für die Personen und Gesellschaften im Fokus stehen, durch die sie geschaffen worden sind. So werden die Glaubensvorstellungen westlicher Kulturen in die interkulturellen Vergleiche eingebunden. Wir wünschen uns, dass die Ausstellung durch ihre weltweiten Gegenüberstellungen dazu beiträgt, mehr Respekt für scheinbar fremde Glaubenswelten zu entwickeln. Denn aus der Nähe betrachtet sind die Unterschiede oft gar nicht so groß., erläutert Museumsdirektor Peter-René Becker das Ziel der Ausstellung.

Da die Interpretationen der Objekte, ihrer Bedeutungen und ihres Ursprungs immer auch durch ihre Überlieferungen und die spezifischen Quellen der Informationen bestimmt werden, ermöglicht die Ausstellung Besuchern hier einen neuen Einblick: Anhand von QR-Codes können sie sich mithilfe des eigenen Smartphones über Herkunft und Grundlage vieler der Einordnungen informieren. Die Links führen zu im Internet frei verfügbaren, multimedialen Inhalten, so z.B. zu einzelnen Artikeln, Büchern und Dokumentationen.

Alle Ausstellungstexte sind sowohl in Deutsch als auch in Englisch verfasst. Der zur Ausstellung gleichnamige Katalog ist ebenfalls zweisprachig und erscheint im Isensee-Verlag. Er ist im Museumsshop und über den Buchhandel erhältlich. Verschiedene Angebote wie Workshops für Kinder, öffentliche Sonntagsführungen und ein Familientag am 15. Februar 2015 begleiten die Ausstellung Eigen und fremd in Glaubenswelten bis zum 12. April 2015.

Die Anfänge der ethnologischen Sammlungen des Landesmuseums Natur und Mensch Oldenburg gehen zurück auf das Jahr 1843. Seitdem wurden sie stetig erweitert und umfassen heute ca. 7000 Objekte aus aller Welt. Der Kurator der Ausstellung, Glenn Arthur Ricci, beschäftigte sich im Rahmen des durch die Kulturstiftung des Bundes geförderten Programm Internationales Museum über 15 Monate mit der bis dahin wenig publizierten Sammlung. Ein erstes Ergebnis dieser Forschungstätigkeit bildet die Ausstellung Eigen und fremd in Glaubenswelten.

Sonderausstellung
Eigen und fremd in Glaubenswelten
27. September 12. April 2014

Landesmuseum Natur und Mensch
Damm 38-44
26135 Oldenburg
www.naturundmensch.de

Öffnungszeiten: Dienstag - Freitag 9 - 17 Uhr, Samstag u. Sonntag 10 -18 Uhr

Feiertage:
26. Dezember (2. Weihnachtstag) und 6. April (Ostermontag) jeweils 10 - 18 Uhr

24. (Heiligabend), 25. (1. Weihnachtstag) und 31. Dezember sowie 1. Januar,
3. (Karfreitag) und 5. April (Ostersonntag) geschlossen

Museumseintritt: 4 , ermäßigt 2,50

Zur Ausstellung:
Fläche: ca. 200 m²
Exponatzahl: rund 300 Exponate (vorwiegend ethnologische Objekte)

Kurator: Glenn Arthur Ricci, M.A., B.A., R.P.A., Landesmuseum Natur und Mensch,
International Research Fellow im Programm Internationales Museum der Kulturstiftung des Bundes

Sprachen: alle Texte sowohl in Deutsch, als auch in Englisch
QR-Codes in der Ausstellung ermöglichen das Abrufen von Hintergrundinformationen über das private Smartphone.

Begleitschrift:
Eigen und fremd in Glaubenswelten
Hrsg. Peter-René Becker, Glenn Arthur Ricci
Isensee-Verlag

Gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.


Begleitprogramm (Auszug):

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung (Auswahl):

Verschiedene Termine, Kosten: 3 zzgl. Eintritt pro Person

Kuratorenführungen (auf Englisch)
Sonntag, 27. September, 15.00 Uhr
Sonntag, 2. November, 11.15 Uhr

Reguläre Führungen
Sonntag, 30. November, 15.00 Uhr
Sonntag, 14. Dezember, 11.15 Uhr

Familientag
Sonntag, 15. Februar, 10 - 18 Uhr
Eintritt für Kinder frei, Erwachsene 2

Pressekontakt:

Niedersächsische Landesmuseen Oldenburg
Landesmuseum Natur und Mensch
Dipl. Biol. Lena Nietschke
Damm 38-44; 26135 Oldenburg
Tel.: 0441/9244-327 // Fax: 0441/9244-399
Mail: presse@naturundmensch.de

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