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Chemie-Nobelpreisträger Roald Hoffmann zu Gast in Bayreuth

25.09.2014 - (idw) Universität Bayreuth

Deutsche Erstaufführung seines Theaterstücks Was Euch gehört Rückblick auf eine von nationalsozialistischer Verfolgung geprägte Kindheit Er ist nicht nur einer der profiliertesten Naturwissenschaftler der Gegenwart, sondern hat sich auch als Autor von Erzählungen, Gedichten und Dramen international einen Namen gemacht: Der US-amerikanische Chemiker Professor Dr. Dr. h.c. mult. Roald Hoffmann, der 1981 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde, ist in den nächsten Tagen an der Universität und in der Stadt Bayreuth zu Gast.

Termin: 27. September 2014, 19.00 Uhr, in der Stadthalle Bayreuth

Am kommenden Samstag, dem 27. September 2014, findet im Kleinen Haus der Stadthalle Bayreuth die deutsche Erstaufführung seines Theaterstücks Was Euch gehört statt. Um 19.00 Uhr ist die Öffentlichkeit herzlich eingeladen zu einem Empfang und einer Einführung in das Theaterstück, in dem der Autor eigene Kindheitserfahrungen während der nationalsozialistischen Besatzung seiner polnischen Heimat reflektiert. Um 20.00 Uhr folgt die Aufführung des Dramas unter der Regie von Jan Burdinski. Die Inszenierung wird von der namhaften österreichischen Kostüm- und Bühnenbildnerin Karin E. Pollak gestaltet. Die Veranstaltung wird von der Oberfrankenstiftung gefördert.

Eintrittskarten sind im Vorverkauf (15 bzw. 10 Euro) und an der Abendkasse (16 bzw. 11 Euro) erhältlich. Vorverkaufsstellen:
Fränkischer Theatersommer, Marienplatz 11, 96142 Hollfeld
Tel: 09274-947440 bzw. www.theatersommer.de
oder: Theaterkasse Bayreuth, Opernstr. 22, 95444 Bayreuth
Tel: 0921-69001 bzw. theaterkasse@bayreuth-tourismus.de

Die Theateraufführung ist Teil des Fränkischen Theatersommers, der alljährlich von der Landesbühne Oberfranken veranstaltet wird und auch in diesem Jahr wieder mehr als 200 Aufführungen an verschiedenen Standorten Oberfrankens umfasste. Der Regisseur und Schauspieler Jan Burdinski hat die Landesbühne Oberfranken im Jahr 1994 gegründet und war unter anderem an den Universitäten Bayreuth und Bamberg als Dozent für Theaterwissenschaften und Theaterpädagogik tätig.

Die Initiative zur deutschen Erstaufführung des Stücks von Roald Hoffmann ging von Professor Dr. Hartmut Frank aus, der bis zu seiner Emeritierung den Lehrstuhl für Umweltchemie an der Universität Bayreuth innehatte. Er ist mit dem Autor befreundet und hat dessen Stück mit dem Originaltitel Something that belongs to you aus dem Amerikanischen ins Deutsche übersetzt. Die Aufführung und der vorangehende öffentliche Empfang wird auch durch die von Professor Frank gegründete Vereinigung Cheesefondue / Integralis e.V. unterstützt, die vor allem durch ihre fächerübergreifenden Cheesefondue-Workshops zuletzt im Juli 2014 zum Thema Krieg und Frieden bekannt geworden ist.

Lebensweg

Professor Dr. Dr. h.c. mult. Roald Hoffmann wurde 1937 als Kind jüdischer Eltern im polnischen Zoczów geboren. Während sein Vater und die meisten seiner weiteren Angehörigen von nationalsozialistischen Besatzungstruppen und ihren Helfern ermordet wurden, gelang es seiner Mutter und ihm, Verfolgung und Deportationen zu überleben. Beide emigrierten im Jahre 1949 in die USA. Nach einem Chemiestudium an der Columbia University in New York und der Harvard University in Cambridge promovierte Roald Hoffmann in Harvard bei dem U.S.-amerikanischen Chemiker William N. Lipscomb, Jr., der 1976 den Nobelpreis für Chemie erhielt. 1965 übernahm Roald Hoffmann eine Professur für Chemie an der Cornell University, Ithaca / New York, wo er auch nach seiner Emeritierung bis heute lehrt und forscht.

Höhepunkt seiner wissenschaftlichen Laufbahn war die Auszeichnung mit dem Nobelpreis für Chemie im Jahre 1981, der ihm für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Elektronenstruktur und Reaktivität verliehen wurde. Darüber hinaus erhielt Roald Hoffmann zahlreiche weitere Wissenschaftspreise sowie mehr als 30 Ehrendoktorwürden. 2011 hat ihn die Otto Warburg-Chemie-Stiftung an der Universität Bayreuth mit einer Einladung zur Otto-Warburg-Vorlesung gewürdigt, die mit einem Preisgeld verbunden ist.

Wissenschaftlicher Vortrag an der Universität Bayreuth

An der Universität Bayreuth wird Professor Roald Hoffmann am 26. September 2014 im Rahmen des Elitestudienprogramms Macromolecular Science unter dem Titel All the ways to have a bond einen zweistündigen wissenschaftlichen Vortrag in englischer Sprache zum Konzept der chemischen Bindung halten, das bis heute spannende Fragen aufwirft. Zu dieser Veranstaltung, die um 10:00 Uhr im Gebäude FAN-B (Hörsaal 32) beginnt und von Prof. Dr. Hans-Werner Schmidt organisiert wird, sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Forschung und ethische Verantwortung

Im literarischen Werk von Roald Hoffmann, das Gedichte, Novellen, Dramen, Essays und Dokumentationen umfasst, geht es oft um das Verhältnis zwischen Wissenschaft, Poesie und Philosophie und um die ethische Verantwortung des einzelnen Menschen. Was Euch gehört ist sein drittes Theaterstück. Im Zentrum der Handlung stehen eine alte Frau jüdischer Herkunft und ihr Sohn. Rückblenden führen zum Zweiten Weltkrieg, als sie sich mit ihrem Kind in einem ukrainischen Dorf vor den Nazis versteckt hielt. Diese Teile des Dramas spiegeln Roald Hoffmanns eigenes Schicksal wider und fordern zu grundsätzlichen Reflexionen über ethische Entscheidungen und über das Verhältnis von Erinnern, Vergessen und Vergebung heraus.

Weitere Informationen zur Person

Anlässlich der Verleihung des Chemie-Nobelpreises hat Professor Dr. Dr. h.c. mult. Roald Hoffmann einen autobiographischen Überblick über seinen Lebensweg sowie über sein wissenschaftliches und literarisches Schaffen verfasst:


http://www.nobelprize.org/nobel_prizes/chemistry/laureates/1981/hoffmann-bio.html

Ansprechpartner:

Prof. em. Dr. Hartmut Frank
Universität Bayreuth
D-95440 Bayreuth
E-Mail: hartmut.frank@uni-bayreuth.de
Telefon: +49 (0)921 55 5460

Prof. Dr. Hans-Werner Schmidt
Lehrstuhl Makromolekulare Chemie I
D-95440 Universität Bayreuth
E-Mail: hans-werner.schmidt@uni-bayreuth.de
Telefon: +49 (0)921 55 3200
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