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Berufung zweier US-Biologen Stan Harpole und Jonathan Chase im Dienst der Biodiversität

29.09.2014 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Mit den beiden US-Wissenschaftlern Stanley Harpole und Jonathan Chase besetzt das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig zwei weitere Professuren. Stan Harpole wird der neue Leiter des Forschungsbereichs Physiologische Diversität. Seine Professur ist Teil der Kooperation der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und wird vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) finanziert. Jonathan Chase hat die gemeinsame Berufung von iDiv und der Martin-Luther-Universität für den Forschungsbereich Biodiversitätssynthese angenommen. Damit sind zum 1. Oktober 2014 sechs der insgesamt acht Professuren am iDiv besetzt. Stan Harpole wird mit seinem Team untersuchen, welchen Einfluss die Eigenschaften von Arten - die sogenannte physiologische Diversität - auf die Wechselwirkungen zwischen den Arten und deren Zusammenleben haben. Dabei geht es auch darum, mehr darüber zu erfahren, inwieweit Arten in der Lage sind auf Umweltveränderungen zu reagieren. Es ist inzwischen Konsens, dass verschiedene Faktoren wie beispielsweise Stickstoffdüngung, intensive Landnutzung, Klimawandel oder invasive Spezies einen Einfluss auf die Abnahme von Artenvielfalt haben. Jedoch ist über das Zusammenspiel der einzelnen Faktoren noch relativ wenig bekannt. Gemeinsam mit seinem internationalen Team will Stan Harpole deshalb Mechanismen untersuchen, welche die Artenvielfalt beeinflussen, um Auswirkungen des globalen Wandels auf die Biodiversität besser vorhersagen zu können.

Stan Harpole studierte Botanik an der University of Washington, promovierte in Ökologie an der University of Minnesota und arbeitete anschließend an der University of California Irvine. Im Jahr 2008 verlagerte er sein Wirkungsfeld an die Iowa State University, wo er zunächst als Assistenz- und später Associate Professor im Fachbereich Ökologie, Evolution und Organismenbiologie tätig war. Der international renommierte Ökologe ist an zahlreichen Fachpublikationen beteiligt, darunter in Journalen wie Nature, Science und PNAS.

Prof. Christian Wirth, Direktor des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung Halle-Jena-Leipzig (iDiv), ist von der gemeinsamen Berufung begeistert: Mit Stan Harpole haben wir einen außerordentlich vielfältigen Wissenschaftler gewonnen, der anhand von verschiedensten Systemen - von Algenkulturen im Labor bis hin zu globalen Netzwerken von Freilandexperimenten - einer der Schlüsselfragen von iDiv nachgeht: Was erlaubt es Arten zu koexistieren und diverse Gemeinschaften zu bilden?"

Ich freue mich sehr auf die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit den Kollegen an iDiv, UFZ und der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Diese Einrichtungen bündeln viel Expertise im Bereich der Biodiversitätsforschung und genießen international einen exzellenten Ruf. Hinzu kommen die hervorragende Infrastruktur für Feldexperimente und Netzwerke, die großartige Chancen für die ökologische Langzeitforschung bieten", erklärt Prof. Stan Harpole.

Jonathan Chase und sein Team werden in Leipzig mit modernster Biodiversitätsinformatik Daten zur Artenvielfalt sowie zu Ökosystemfunktionen und Umweltfaktoren analysieren. Dazu will der gebürtige US-Amerikaner neue Methoden entwickeln, die es ermöglichen, die biologische Vielfalt auf räumlichen und zeitlichen Skalen abzubilden, miteinander zu vergleichen und Vorhersagen zu treffen. So können grundlegende Fragen zur Entstehung, zu den Konsequenzen und zum Schutz der globalen Biodiversität besser beantwortet werden.

Chase, 1970 in Detroit geboren, studierte an der University of Michigan und an der Utah State University, bevor er 1998 an der University of Chicago promovierte. Danach forschte und lehrte er unter anderem neun Jahre an der Washington University in Saint Louis. Chase ist Mitglied der Ecological Society of America und der American Society of Naturalists.

Das übergeordnete Ziel des Ökologen und zweifachen Vaters ist es, mit seiner Forschungsarbeit die natürlichen und vom Menschen geformten Muster und Prozesse zu verdeutlichen, welche die biologische Vielfalt der Erde beeinflussen. Mit Jon Chase kommt ein Ökologe von Weltrang ans iDiv, der seinen Start in Deutschland dafür nutzen möchte, die theoretischen Grundlagen der Biodiversitätserfassung neu zu überdenken", so iDiv-Direktor Prof. Christian Wirth. Neue Konzepte sind bitter nötig, wenn wir den Einfluss der Menschen auf die Biodiversität global messbar machen wollen."


Das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und widmet sich der biologischen Vielfalt auf der Erde. iDiv ist eine zentrale Einrichtung der Universität Leipzig und wird zusammen mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Friedrich-Schiller-Universität Jena betrieben - sowie in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ und weiteren außeruniversitären Forschungseinrichtungen. http://www.idiv.de
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