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Kommunikationswissenschaftler Günter Bentele geht in den Ruhestand

30.09.2014 - (idw) Universität Leipzig

Nach zwanzig Jahren als Inhaber des Lehrstuhls für Öffentlichkeitsarbeit/PR an der Universität Leipzig verabschiedet sich Prof. Dr. Günter Bentele heute (30. September) in den Ruhestand. Während seiner Tätigkeit am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft hat der 66-Jährige das Fachgebiet deutschlandweit entscheidend mit aufgebaut und geprägt. Als emeritierter Professor erforscht er die Ethik öffentlicher Kommunikation in internationaler Perspektive und die der Geschichte der Public Relations. "Das Berufsfeld von PR-Fachleuten und Kommunikationsmanagern hat sich in den vergangenen 20 Jahren erheblich professionalisiert. Das ist auch ein Verdienst von Forschung und akademischer Ausbildung, die ich in dieser Zeit mitgestalten konnte", sagt Bentele. Der Professor hat den Bachelorstudiengang für Public Relations/Kommunikationsmanagement und ab 1997 mit Prof. Dr. Ansgar Zerfaß den Masterstudiengang Communication Management aufgebaut, der in einschlägigen Ranglisten an erster Stelle steht. Zudem etablierte Bentele den Masterstudiengang Corporate Media der Universität Leipzig als Weiterbildungsangebot an der Leipzig School of Media. Dieses Programm wird er weiterhin leiten.

"Günter Bentele war in jeder Hinsicht ein Gewinn für unsere Fakultät", sagt die Dekanin der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie der Universität Leipzig, Prof. Dr. Monika Wohlrab-Sahr. "Wir verabschieden ihn mit einem weinenden und einem lachenden Auge in den Ruhestand - weil wir seine konstruktiven Impulse und seine Erfahrung vermissen werden, aber auch, weil wir ihm mehr Zeit für eigene Forschungsvorhaben wünschen, die im Alltag eines in den Gremien aktiven Hochschullehrers allzu oft auf der Stecke bleiben."

Der Universität Leipzig wird Bentele dennoch erhalten bleiben und weiterhin unterrichten und publizieren. "Es gibt noch zu viel, wofür ich in den letzten Jahren keine Zeit hatte", stellt er fest. Bislang hat der Kommunikationswissenschaftler 45 Bücher und über 230 Fachaufsätze publiziert. Bereits in wenigen Wochen erscheint der Band "Akzeptanz in der Medien- und Protestgesellschaft: Zur Debatte um Legitimation, öffentliches Vertrauen, Transparenz und Partizipation" (Verlag Springer VS), in dem Bentele und seine Mitherausgeber einen Überblick zu aktuellen Fragen der öffentlichen Kommunikation in Deutschland geben.

Den Kommunikationsexperten wird weiterhin das Thema "Öffentliches Vertrauen" beschäftigen. Ein Buch über dessen Herstellung, aber auch über die Folgen des Verlustes von öffentlichem Vertrauen sei in Vorbereitung. "Was für klassische Berufe, wie Mediziner und Juristen, längst gut erforschte Gebiete sind, da besteht für PR-Fachleute und Kommunikationsmanager noch erheblicher Nachholbedarf. Es mangelt an historischem Wissen zur Entstehung und Entwicklung von Public Relations, und es mangelt in der Praxis an Wissen und Sensibilität für ethische Fragen und Probleme", berichtet er. Deshalb wolle er sich diesen beiden Themenfeldern auch als Ruhestandsforscher widmen.

An der Universität Leipzig hat sich Bentele vielfältig engagiert, unter anderem als Dekan der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie und Direktor des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft. Er war Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft (DGPuK) sowie Präsident der EUPRERA, der europäischen Organisation für PR-Forschung und -Ausbildung. Seit 2012 ist er Vorsitzender des "Deutschen Rats für Public Relations", dem Selbstkontrollgremium der Branche. Bentele wirkte und wirkt in mehreren nationalen und internationalen Jurys mit; unter anderem leitete von 1991 bis 2012 die Jury des Albert Oeckl-Wissenschaftspreises der Deutschen Public Relations Gesellschaft (DPRG). Als Visiting Research Professor in den USA arbeitete er an der Ohio University in Athens und an der San Diego State University. Gastprofessuren hatte er an den Universitäten Zürich, Lugano, Klagenfurt, Jyväskylä, Sofia und Riga inne.


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