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Eine neue Dimension für clusterpolitische Ansätze

30.09.2014 - (idw) Steinbeis-Europa-Zentrum

Das strategische Projekt CluStrat des Steinbeis-Europa-Zentrums und des Finanz- und Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg präsentiert seine Ergebnisse bei der Abschlusskonferenz in Venedig Als wir vor drei Jahren mit dem Projekt begannen, betraten wir noch unbekanntes Land. Heute können wir sagen, dass jede der beteiligten Regionen das Land erforscht, Samen gesät und bereits erste Früchte geerntet hat, sagte Dr. Petra Püchner, Geschäftsführerin des Steinbeis-Europa-Zentrums Stuttgart und Koordinatorin von CluStrat. Am 18. September 2014 präsentierten die Projektpartner die Ergebnisse des von der EU geförderten Projekts vor 120 Teilnehmern auf der internationalen Abschlusskonferenz in Venedig.

CluStrat ist ein strategisches Innovationsprojekt, das vom CENTRAL EUROPE-Programm gefördert und vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung kofinanziert wird. Das Konsortium umfasst 18 Organisationen aus Österreich, der Tschechischen Republik, Deutschland, Ungarn, Italien, Polen, der Slowakei und Slowenien. Weitere Institutionen der Tschechischen Republik, Deutschlands, Polens, Sloweniens, der Slowakei und der Ukraine sind als assoziierte Partner ohne finanzielle Mitwirkung involviert. Das Projekt mit einer Laufzeit von 38 Monaten startete im Oktober 2011. Es wird vom Steinbeis-Europa-Zentrum in enger Abstimmung sowie mit finanzieller Unterstützung des Finanz- und Wirtschaftsministeriums Baden-Württembergs koordiniert.

Im Mittelpunkt des Projekts standen die Chancen der Wachstumsbranchen Aktiv und gesund im Alter, grüne und nachhaltige Wirtschaft sowie intelligente und nachhaltige Mobilität. Das Konsortium hat in diesen Bereichen neue Wege für Cluster und für die Innovationspolitik aufgezeigt, um das größtmögliche Potenzial auszuloten. Die Projektaktivitäten zeigen in allen beteiligten Regionen eine positive Wirkung. CluStrat hat dazu beigetragen, nicht nur für neue Chancen der drei Wachstumsfelder in den Regionen zu sensibilisieren sondern auch neue clusterpolitische Ansätze sowie konkrete Maßnahmen und Aktionen entwickelt, um das Potenzial der Cluster in Verbindung mit den Wachstumsbranchen zu aktivieren.

Dabei tragen die Projektergebnisse den regionalen Verschiedenheiten Rechnung. In Kooperation zweier tschechischer und eines slowakischen Partners wurde beispielsweise eine Vorgehensweise getestet, die zur Schaffung neuer Cluster führte, welche die sektorenübergreifende Natur vieler Wachstumsbranchen von Anfang an berücksichtigen. In der tschechischen Region Mähren-Schlesien wurde so ein neuer Cluster zur sozialen Innovation ins Leben gerufen. Im tschechischen Karlsbad wurde die Bildung eines Cluster zum Thema Wellness und Bäderkunde vorbereitet. In der Slowakei wurde auf regionaler Ebene eine Innovationspartnerschaft im Bereich Landwirtschaft und nachhaltige Landschaftspflege gegründet.

Darüber hinaus haben die Projektpartner eine Vielzahl an querschnittsorientieren Kooperationen innerhalb und zwischen bestehenden Clustern stimuliert. Beispielsweise wurde in den italienischen Regionen Venetien, Piemont und Friaul-Julisch-Venetien ein Cluster Intelligentes Wohnens und Bauen angestoßen. In Baden-Württemberg führte das Projekt auf Anregung des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft zur Gründung der Initiative Smart Home&Living. Die Plattform hat zum Ziel, die vorhandenen Kompetenzen im Bereich Smart Home in Baden-Württemberg zu bündeln, Angebot und Nachfrage in diesem Bereich zusammen zu bringen, Schnittstellen zu definieren und eine Hilfestellung für regionale Akteure anzubieten. Weiterhin wurden neue Formate für transnationale Partnertreffen zwischen Clustern auf internationalen Messen getestet, z.B. auf der MEDICA in Düsseldorf, und auf der IFAT in München. In den Bereichen Leichtbau, fortschrittliche Materialien und Mensch-Maschine-Systeme wurden strategische Partnerschaften zwischen Partnern aus Sachsen, Oberschlesien, Oberösterreich, Friaul-Julisch-Venetien und der Slowakei ins Leben gerufen, die zur Weiterbildung von kleinen und mittleren Unternehmen im Bereich Schlüsseltechnologien beitragen.

Im Ergebnis hat das Projekt das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer neuen, systemischen und multidisziplinären Herangehensweise in der Clusterpolitik gestärkt. In den Fokus rückten hierbei insbesondere neue Kooperationsformen, die über Branchen- und Technologiegrenzen hinweg alle relevanten Kompetenzen bündeln, um zu neuen Produkten und Dienstleistungen zu kommen. Dieser Ansatz kann auf regionaler Ebene oder grenzüberschreitend zur Umsetzung kommen und unterstützt die strategische Ausrichtung der Regionen im Rahmen der Intelligenten Spezialisierung (Smart Specialisation).

Die Projektziele von CluStrat, neue Wachstumsbranchen zu identifizieren und voranzutreiben und die Kooperation zwischen den einzelnen Sektoren zu festigen hat zur Folge, dass neue Clusterkonzepte für wettbewerbsfähigere Cluster in den Regionen entstehen. Sie müssen sich auf Konzepte der Smart Specialisation stützen und Querschnittsaktivitäten zwischen traditionellen Produktionssektoren und innovativen technologieorientierten Sektoren anstoßen. Das Projekt CluStrat war für die Region Venetien eine große Chance, mit anderen europäischen Regionen zusammenzuarbeiten und sich auszutauschen. Es war zugleich eine großartige Gelegenheit, als Pionier neue Rahmenbedingungen für Cluster zu definieren, politisch zu handeln, Innovationen zu unterstützen und Trends zu antizipieren, sagte Antonio Bonaldo, Leiter des Forschungs- und Innovationsabteilung der Region Venetien und Gastgeber der internationalen Abschlusskonferenz.


Kontakt:
Steinbeis-Europa-Zentrum (Koordinator)
Nina Fritz, Tel. 0711 123 4024
Email: fritz@steinbeis-europa.de
Verena Neubauer, Tel. 0711 123 4040
Email: neubauer@steinbeis-europa.de Weitere Informationen:http://www.clustrat.eu- Weitere Informationen zum Projekt
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