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Juniorprofessur ist Impulsgeber für die Verbesserung wissenschaftlicher Qualifizierung

01.10.2014 - (idw) CHE Centrum für Hochschulentwicklung

Die Einführung der Juniorprofessur vor 12 Jahren hat wichtige Impulse zur Weiterentwicklung des Systems der wissenschaftlichen Qualifizierung in Deutschland gesetzt. Darüber waren sich die 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer zweitätigen Konferenz zum Thema Die Juniorprofessur zwischen Anspruch und Wirklichkeit weitgehend einig. Ausgangspunkt der von der Hans-Böckler-Stiftung in Berlin ausgerichteten Veranstaltung bildeten die Ergebnisse eines gemeinsam vom Institut für Hochschulforschung Halle-Wittenberg (HoF) und dem Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) durchgeführten Forschungsprojekts. In dem Projekt wird zum einen die Situation aktuell an den Hochschulen tätiger Juniorprofessor(inn)en und Nachwuchsgruppenleiter(inn)en vergleichend untersucht. Zum anderen werden erstmals Daten erhoben, die Schlüsse auf den Karriereweg von Juniorprofessor(inn)en nach Abschluss ihrer Qualifizierungsphase zulassen.

Insgesamt zeigen sich sowohl die aktuellen als auch die ehemaligen Juniorprofessor(inn)en überwiegend mit ihrem Karriereweg zufrieden. Aus den Antworten der rund 600 Wissenschaftler(inn)en, die eine Juniorprofessur inne haben, geht hervor, dass sich fast 9 von 10 - noch einmal vor die Wahl gestellt - wieder für diesen Weg entscheiden würden. Von den befragten 168 ehemaligen Juniorprofessor(inn)en haben 84 Prozent eine Professur erreicht, 6 Prozent nehmen eine andere Position in der Wissenschaft wahr und 10 Prozent sind außerhalb der Wissenschaft tätig. Die hohen Zufriedenheitswerte dürfen jedoch nicht über durchaus kritische Aspekte des Karrierewegs, wie die hohe zeitliche Belastung, die schwierige Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder insbesondere die aus der derzeit noch mangelhaften Planbarkeit der beruflichen Karriere entstehenden Probleme, hinwegtäuschen.

In einer von ZEIT-Redakteur Martin Spiewak moderierten wissenschaftspolitischen Diskussionsrunde, an der Vertreter(innen) von Wissenschaftsrat, Hochschulrektorenkonferenz (HRK), Deutschem Hochschulverband (DHV), Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMBF), Deutschem Gewerkschaftsbund (DGB) , der Deutschen Gesellschaft für Juniorprofessur (DGJ) und der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen teilnahmen, stieß die vom Wissenschaftsrat empfohlene Weiterentwicklung der Juniorprofessur zu einer Tenure-Track-Professur auf allgemeine Zustimmung. Gleichwohl könne dies nur eine Maßnahme unter vielen für die Verbesserung der wissenschaftlichen Qualifizierungsmöglichkeiten in Deutschland sein, so die vorherrschende Meinung im Podium.

Vor diesem Hintergrund schlug Kai Gehring von Bündnis 90/Die Grünen die Vereinbarung eines Paktes für den wissenschaftlichen Nachwuchs zwischen Bund und Ländern vor. Demgegenüber zeigte sich Dorothee Buchhaas-Birkholz vom BMBF skeptisch. Das Bestreben des Bundesministeriums sei es, durch Bundesunterstützung einen dauerhaften Mittelaufwuchs in den Ländern zu erreichen. Begünstigend wirke hier die Aufhebung des Kooperationsverbots, welches die Möglichkeiten des Bundes, Geld in den Hochschul- und Wissenschaftsbereich zu investieren, erleichtere.


Für Rückfragen: Dr. Sigrun Nickel, Email: sigrun.nickel@che.de und Dr. Anke Burkhardt, Email: anke.burkhardt@hof.uni-halle.de. Weitere Informationen:http://www.boeckler.de/pdf_fof/S-2012-518-5-2.pdf Zentrale Ergebnisse der Untersuchung von CHE und HoFhttp://www.che.de/cms/?getObject=5&getNewsID=1818&getCB=398&getLang=... Pressemitteilung
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