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Gefäßerkrankungen: Woran erkennen? Wie vorbeugen?

02.10.2014 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Am 11. Oktober 2014 lädt die Universitätsklinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie Heidelberg zum Tag der offenen Tür ein: Vorstellung modernster Therapien, Tipps zur Vorbeugung, individuelle Beratung Wie hält man seine Gefäße gesund? Woran erkennt man einen Schlaganfall? Was tun bei Durchblutungsstörungen der Beine? Wie gefährlich sind Aufweitungen der Hauptschlagader? Am Samstag, 11. Oktober 2014, lädt die Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie zusammen mit ihren Partnern im Interdisziplinären Gefäßzentrum des Universitätsklinikums Heidelberg zum Gefäßtag ein: Von 12 bis 16 Uhr erwarten die Besucher im 3. Stock der Chirurgischen Universitätsklinik, Im Neuenheimer Feld 110 in Heidelberg, u.a. Expertenvorträge zu verschiedenen Gefäßerkrankungen und ihrer Therapie, Vorführungen von Operationen am Modell sowie individuelle Beratungsgespräche zu Vorbeugung und Selbsthilfe. Zudem wird die neue Kooperation mit der Klinik für Gefäßchirurgie im Kreiskrankenhaus Heppenheim vorgestellt. Zu der Veranstaltung anlässlich des 10. bundesweiten Gefäßtages der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Verkalkte Gefäße sind keine reine Alterserscheinung: Viele über 40 leiden bereits unbemerkt an sogenannter Arteriosklerose, d.h. an durch Ablagerungen verengten
Gefäßen. Im Laufe der Jahre kann das schmerzhafte Durchblutungsstörungen in den Beinen, Herzinfarkt oder Schlaganfall verursachen. Risikofaktoren sind z.B. Rauchen, unbehandelter Bluthochdruck, falsche Ernährung und zu wenig Bewegung. Viele sind sich der Gefahren, die von Gefäßerkrankungen ausgehen, nicht bewusst, erklärt Prof. Dr. Dittmar Böckler, Ärztlicher Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie am Universitätsklinikum Heidelberg. Wir wollen daher informieren, auf Möglichkeiten der Vorsorge und Früherkennung aufmerksam machen sowie moderne Therapiekonzepte vorstellen.

Schaufensterkrankheit: Ohne Behandlung werden Beschwerden immer schlimmer

Ein Hauptthema des Gefäßtages ist die sogenannte Schaufensterkrankheit oder periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) durch Arteriosklerose verursachte Durchblutungsstörungen in den Beinen. Anfangs beginnen die Beine beim Gehen zu schmerzen, ohne Behandlung werden die Beschwerden schlimmer und treten schließlich auch in Ruhe auf. Betroffene sollten möglichst bald einen Arzt aufsuchen, rät Professor Böckler. Denn dann können Medikamente und ein gezieltes Gehtraining, eventuell zusammen mit einer Ernährungsumstellung, das weitere Fortschreiten der Erkrankung verhindern bzw. verlangsamen. Im weiter fortgeschrittenen Stadium sind Katheter-Eingriff oder Operation nötig, im schlimmsten Fall sogar die Amputation.

Arteriosklerose führt allerdings nicht nur zu Durchblutungsstörungen in den Beinen. Sind die Halsschlagadern betroffen, kann das wie jährlich bei mehr als 30.000 Menschen in Deutschland einen Schlaganfall verursachen. Löst sich aus dieser Engstelle im Hals ein Blutgerinnsel, kann es Blutgefäße im Gehirn verstopfen. Wird es nicht möglichst schnell aufgelöst, stirbt Hirngewebe ab. Vorübergehende Seh- und Sprachstörungen, Taubheitsgefühle oder Lähmungen, plötzliche Kopfschmerzen und Schwindelanfälle sind frühe Anzeichen eines Schlaganfalls. Dann sofort den Notruf 112 wählen! so Professor Böckler. Eine Ultraschall-Untersuchung der Halsschlagadern bringt dann Klarheit.

Aufweitung der Hauptschlagader: Ultraschall-Untersuchung kann Leben retten

Auch über das sogenannte Aortenaneurysma, eine Aussackung der Bauchschlagader, wird beim Gefäßtag informiert. Es verursacht selten Beschwerden und bleibt häufig unentdeckt. Doch es besteht die Gefahr, dass die Gefäßwand der Hauptschlagader an dieser Stelle reißt und der Patient verblutet. Bei einer einmaligen Ultraschalluntersuchung ab dem 65. Lebensjahr die von den Krankenkassen allerdings nicht übernommen wird sind die gefährlichen Aufweitungen der Aorta gut erkennbar. Beträgt der Durchmesser des Aneurysmas fünf Zentimeter oder mehr, sollte behandelt werden. Dazu stehen an der Klinik für Gefäßchirurgie des Universitätsklinikums operative und minimal-invasive Therapieverfahren zu Verfügung.

Interdisziplinäre Behandlung im Gefäßzentrum des Universitätsklinikums Heidelberg

Gefäßkranke Menschen leiden oft an zusätzlichen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck. Daher ist es notwendig, Patienten fachübergreifend zu behandeln. Im zertifizierten interdisziplinären Gefäßzentrum des Universitätsklinikums Heidelberg erarbeiten Gefäßchirurgen, Radiologen und Angiologen gemeinsam mit Neurologen, Nephrologen, Diabetologen und Ernährungsmedizinern für jeden Patienten ein individuelles Behandlungskonzept.

Programm und weitere Informationen:
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/VASC
Sekretariat des Gefäßzentrums
Tel: 06221 56 / 6226
gefaesschirurgie@med.uni-heidelberg.de

Ansprechpartner für Journalisten:
Prof. Dr. Dittmar Böckler
Ärztlicher Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskuläre Chirurgie
Zertifiziertes Gefäßzentrum
Universitätsklinikum Heidelberg
Tel.: 06221 / 56 6249 (Sekr.)
oder:
Dr. Ulrike Burger
Tel.: 06221 / 56 6226

Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang

Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der bedeutendsten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international renommierten biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung innovativer Diagnostik und Therapien sowie ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und engagieren sich in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 klinischen Fachabteilungen mit ca. 2.200 Betten werden jährlich rund 116.000 Patienten voll- bzw. teilstationär und rund 1.000.000 mal Patienten ambulant behandelt. Das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland. Derzeit studieren ca. 3.500 angehende Ärztinnen und Ärzte in Heidelberg.

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