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EHFG 2014: European Health Award geht an ein Mittelmeerprojekt...

03.10.2014 - (idw) European Health Forum Gastein

European Health Award geht an ein Mittelmeerprojekt zur Bekämpfung grenzüberschreitender Gesundheitsgefahren Bedrohungen für die Gesundheit halten sich nicht an politische Grenzen. Um ihre Ausbreitung zu verhindern oder einzudämmen, brauchen Länder grenzüberschreitende Überwachungs- und Frühwarnsysteme, um ein effektives Management potenziell bedrohlicher Vorkommnisse zu gewährleisten. Das dreijährige EpiSouth Plus Project basierte auf einem Netzwerk von 27 EU- und Nicht-EU-Ländern der Mittelmeerregion mit dem Ziel, gemeinsam die Ausbreitung übertragbarer Krankheiten zu bekämpfen. Das innovative Projekt ist der diesjährige Gewinner des renommierten European Health Award beim European Health Forum Gastein.

Bad Hofgastein, 3. Oktober 2014 Der diesjährige European Health Award und damit das Preisgeld im Wert von 10.000 Euro geht an das EpiSouth Plus Project. Diese Initiative im Mittelmeerraum wird vom Italienischen Nationalinstitut für Gesundheit (ISS) und dem Nationalen Zentrum für Epidemiologie, Überwachung und Gesundheitsförderung koordiniert und zielt darauf ab, die Gesundheitssicherheit im Mittelmeerraum und auf dem Balkan zu verbessern: durch eine verbesserte Bereitschaft gegenüber Bedrohungen für die Gesundheitssicherheit und Biosicherheit auf nationaler und regionaler Ebene, im Rahmen der Internationalen Gesundhietsvorschriften (IGV) der WHO. Das Projekt setzte sich gegen fünf weitere grenzüberschreitende Initiativen durch, die ebenfalls für den renommierten Preis des European Health Forum Gastein (EHFG) nominiert waren.

Das Risiko durch globale Bedrohungen im Bereich der Biosicherheit steigt. Um ihre Aufgaben im Bereich der öffentlichen Gesundheit erfüllen zu können, müssen Staaten nicht nur die Gesundheit ihrer Bevölkerung kontinuierlich überwachen, sondern auch in der Lage sein, auf internationaler Ebene auftretende Gesundheitsrisiken zu identifizieren, die ihre Bevölkerung betreffen könnten, so Dr. Massimo Fabiani vom ISS, der den Preis in Namen des EpiSouth Networks entgegennahm. Ich möchte mich beim European Health Forum Gastein für diese wichtige Auszeichnung bedanken. Mein Dank gilt auch den Generaldirektion SANCO, der Exekutivagentur Verbraucher, Gesundheit und Ernährung sowie der EU Generaldirektion DEVCO/EuropeAid für die Unterstützung dieses Projekts, gemeinsam mit den teilnehmenden nationalen Partnerinstitutionen und dem Italienischen Gesundheitsministerium. Dies ermöglichte die Konsolidierung des EpiSouth Networks, das 2006 mit neun EU-Ländern in Südeuropa gegründet und rasch um 18 Nicht-Mitgliedsstaaten in Nordafrika, dem Mittleren Osten und am Balkan erweitert wurde. Wir sind sehr stolz darauf, diesen Preis erhalten zu haben, und diesen Erfolg mit den 80 Country Focal Points und 33 Country Lab Focal Points zu teilen, die das durch ihr Engagement und ihre Professionalität erst ermöglichten, so der Experte.

Auf der Grundlage des Netzwerks von 27 EU- und Nicht-EU-Ländern, das vom vorangehenden Projekt EpiSouth (2006-2010) aufgebaut wurde, etablierte das EpiSouth Plus Projekt unter anderem ein Netzwerk regionaler Laboratorien im Mittelmeerraum, förderte gemeinsame Standardabläufe für Bereitschaftsplanung und Risikomanagement, richtete ein Frühwarmsystem für den Mittelmeerraum ein und stellte die Kompatibilität mit anderen Frühwarnsystemen sicher. Das Projekt hat zudem Richtlinien und ein Strategiepapier erstellt, die eine Implementierung der WHO-IGV vereinfachen sollen.

Das Projekt ist besonders wichtig die beteiligten Länder auf den Umgang mit Gesundheitsbedrohungen, Gesundheits- und Biosicherheit bestmöglich vorzubereiten, und zwar auch außerhalb der EU, so EHFG Präsident Prof. Dr. Helmut Brand in seiner Begründung für die Juryentscheidung. Die Leistungen von EpiSouthPlus sind ein hervorragendes Beispiel dafür, dass grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Bereich Public Health nicht nur nützlich, sondern in vielen Fällen wie auch hier einfach unverzichtbar ist.

Der European Health Award

Mit dem European Health Award werden Projekte und Initiativen gewürdigt, die zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung in Europa beitragen. Maßgebliche Kriterien: Es müssen mehrere europäische Staaten beteiligt sein, die Ergebnisse müssen auf andere Länder übertragbar sein und für einen wesentlichen Teil der Bevölkerung oder für größere Gruppen von Menschen einen unmittelbaren Nutzen haben. Unterstützt wird der Preis vom österreichischen Gesundheitsministerium sowie dem Forum der Forschenden Pharmazeutischen Industrie (FOPI).

Dr. Clemens-Martin Auer als Jury-Mitglied und Vertreter des Bundesministeriums für Gesundheit sieht die Zusammenarbeit der mediterranen Länder in Fragen der Kontrolle, Bekämpfung und Dokumentation von Infektionskrankheiten als wesentlichen Beitrag für die Gesundheit der Bevölkerung der beteiligten Länder und der Europäischen Union als Ganzes. Das EpiSouthPlus Projekt hat nicht zuletzt durch die Zusammenarbeit mit dem ECDC und der WHO einen hohen Grad an Professionalität und verfügt durch den finanziellen Beitrag der EU-Kommission auch über entsprechen Möglichkeiten wirkungsvoll und nachhaltig tätig zu werden, so Dr. Auer.

Mit der Vergabe des European Health Award unterstützt FOPI einmal mehr europäische Gesundheitsprojekte. Die veränderten Lebensbedingungen und die damit verbundenen gesundheitlichen Belastungen stellen die Länder vor große Herausforderungen. Diese wirken sich massiv auf deren Gesundheitssysteme aus. Und im Zeitalter des globalen Dorfs machen Erkrankungen besonders die übertragbaren nicht vor Ländergrenzen halt. Ein wesentlicher Schritt, um diesen veränderten Lebensbedingungen begegnen zu können, ist die multinationale Zusammenarbeit in der Forschung und Entwicklung von Innovationen in Medizin und Pharmazie. Das Siegerprojekt zeigt sehr gut, dass eine Forschungszusammenarbeit über die Ländergrenzen hinaus, gezielt drängende, weltweite Gesundheitsprobleme adressieren kann, erklärte FOPI-Präsident Mag. Ingo Raimon.

Sechs weitere grenzüberschreitende Gesundheitsprojekte waren für den renommierten, im Jahr 2007 von Prof. Dr. Günter Leiner als Ehrenpräsident und Gründer des EHFG eingeführten Health Award 2014 in der engeren Wahl. Sie deckten so unterschiedliche Themenbereiche ab wie das Management psychotischer Störungen, Tuberkulose, perinatale Gesundheit, Pharmakovigilanz, Gefahrenschutz und plötzlicher Herztod. Ein Gremium führender Gesundheitsexperten wählte den Gewinner des Preises.


EHFG Pressebüro
Dr. Birgit Kofler
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