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Alexander von Lichtenberg-Preis 2014

08.10.2014 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V.

Lückenlose Patientenversorgung durch interdisziplinäre Strukturen

Mit der 14. Ausschreibung des Alexander von Lichtenberg-Preises dem mit 5000 Euro dotierten originären Qualitätspreis in der niedergelassenen Urologie konnten sich die Deutsche Gesellschaft für Urologie, der Berufsverband der Deutschen Urologen und die Takeda Pharma Vertrieb GmbH & Co KG als Initiatoren des Preises wieder über zahlreiche Bewerbungen freuen. Seit der ersten Ausschreibung des Preises im Jahr 2000 haben über 100 niedergelassene Urologen durch ihre Teilnahme bewiesen, dass Kreativität, unkonventionelle Ideen und Leidenschaft für das Fach Urologie zu außergewöhnlichen Leistungen sowohl in der wissenschaftlichen Arbeit als auch in der praktischen Urologie führen können.

Die vierköpfige Fachjury des Alexander von Lichtenberg-Preises hatte es sich auch dieses Mal nicht leicht gemacht, unter den Bewerbungen einen oder mehrere Gewinner auszuwählen zeugten doch die meisten eingereichten Arbeiten von großem Engagement, wissenschaftlichem Sachverstand und thematischer Vielseitigkeit. Schließlich konnten vor allem die Konzepte zweier Zentren überzeugen, die sich der interdisziplinären Zusammenarbeit im ambulanten und stationären Bereich zur Verbesserung der Versorgung urologischer Onkologie-Patienten verschrieben haben: Das DKG-zertifizierte Prostatakarzinom-Zentrum (PKZ) Eschweiler, präsentiert durch die Kollegin Dr. Jennifer Kranz und die Kollegen Dr. Michael Schumacher, Oliver Deserno, Prof. Dr. Joachim Steffens und die afo Ambulante fachübergreifende Onkologie in Köln, vertreten durch die KollegInnen Dr. Frank Finke, Dr. Christina Grund, Dr. Horst Jülicher, Dr. Jörg Klier, Dr. Rolf Maus und Dr. Sassan Nazari, durften dieses Jahr den Preis gemeinsam entgegen nehmen. Außerdem wurde in alter Alexander von Lichtenberg-Preis Tradition wieder ein Sonderpreis verliehen: Dr. Horst Brenneis erhielt ihn für sein vorbildliches medizinisches und soziales Engagement in den Slums von Nairobi/Kenia.

Bei der Verleihung des Alexander von Lichtenberg-Preises auf dem diesjährigen DGU-Kongress in Düsseldorf hob Prof. Dr. Haas als Mitglied der Fachjury die Bedeutung der prämierten Arbeiten für eine optimierte und flächendeckende Versorgung urologischer Onkologie-Patienten hervor; Die Arbeit der beiden Zentren trägt in mehrfacher Hinsicht dazu bei, Lösungen zur Ressourcenfreisetzung sowohl in personeller, diagnostischer, therapeutischer und wirtschaftlicher Hinsicht zu finden und gleichzeitig die Konkurrenzsituation zwischen ambulantem und stationärem Sektor zum Wohle der Patienten langfristig zu überwinden.

Die prämierten Projekte

Das von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifizierte Prostatakarzinom-Zentrum Eschweiler (PKZ) besteht aus Vertretern der beteiligten Fachkliniken sowie 10 gleichberechtigten zertifizierten niedergelassenen Urologen und vereint somit die Expertise aller relevanten Fachbereiche, die zu einer bestmöglichen Versorgung von Prostatakarzinom-Patienten von der Diagnostik über die Therapie bis hin zur Nachsorge notwendig sind. Darüber hinaus initiierte das PKZ eine prospektiven Studie, deren Teilergebnisse zusammen mit dem Vergleich von Behandlungsdaten vor Zentrumsgründung, den Nachweis einer Behandlungsqualität bei Prostatakarzinom-Patienten erbringen konnten, die in zertifizierten Zentren behandelt wurden. Die Ergebnisse der umfangreichen Datenanalyse tragen insgesamt zur Behandlungs- und Ergebnisqualität zertifizierter Prostatakarzino-Zentren bei und ermöglichen es den Zentren langfristig, eine zuverlässige Entscheidungfindung und eine ehrliche Patientenaufklärung zu gewährleisten. Die engagierte Teilnahme des PKZ an der bundesweiten PREFERE-Studie und sein Engagement in der aktiven Patientenaufklärung durch regelmäßige Patienten-Veranstaltungen und Prostatakrebs-Thementage macht das PKZ zu einem verdienten Preisträger des Alexander von Lichtenberg-Preises.

Eine verbesserte ambulante Versorgung urologischer Onkologie-Patienten hat die afo Ambulante fachübergreifende Onkologie in Köln im Fokus. Die afo wurde aus einer seit über 10 Jahren in Köln bestehenden engen Kooperation von sechs niedergelassenen UrologInnen gegründet. Zunächst waren es der intersektorale, in Deutschland wohl einzigartige Qualitätszirkel Uro-Onkologie/ intravasale Chemotherapie und die darauf folgende Teil-Berufsausübungsgemeinschaft, immer mit dem Ziel, ambulante Chemotherapien bei urologischen Krebspatienten nach klar definierten Standards durchzuführen und damit deren Qualität zu verbessern. Mit der Gründung der afo, einem interdisziplinären uro-onkologischen Zentrum mit niedergelassenen Urologen und Hämato-Onkologen, werden nun die Chemotherapien in den Räumlichkeiten einer großen Hämato-onkologischen Schwerpunktpraxis durchgeführt mit allen Vorteilen, die dies für die behandelnden Ärzte und die Patienten bietet: gemeinsame Nutzung aller medizinischen und wirtschaftlichen Ressourcen, Gewährleistung einer persönlichen Patientenbetreuung, Sicherstellung der ständigen fachärztlichen Erreichbarkeit sowie der kontinuierlichen Aktualisierung des medizinischen Wissenstransfers.

Dr. Horst Brenneis engagiert sich seit nunmehr fast 10 Jahren in einem Projekt, das sich im Rahmen des Medical-Center des SOS Kinderdorfs in Buru-Buru Nairobi/Kenia auch gegen viele organisatorische Widerstände für die Ärmsten der Dritten Welt einsetzt. Gemeinsam mit einem medizinischen und pflegerischen Team circumcidiert er dort Kinder und Jugendliche, leistet allgemeine medizinische Hilfe, führt diverse kleinchirurgische Eingriffe durch und leistet neben der medizinischen auch humanitäre Unterstützung in den Bereichen Aids-Aufklärung und Prävention. Für dieses vorbildliche Engagement wird ihm der Alexander von Lichtenberg-Sonderpreis 2014 verliehen.


Die Veranstalter des Alexander von Lichtenberg-Preises gratulieren den Preisträgern, bedanken sich bei allen Teilnehmern für die engagierten Bewerbungen und wünschen allen niedergelassenen Kollegen weiterhin viel Erfolg und Freude an ihrer Arbeit. Weitere Informationen:http://www.dgu-kongress.dehttp://www.urologenportal.de
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