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Stefan Hell erhält Chemie-Nobelpreis - das DZHK gratuliert!

08.10.2014 - (idw) Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung e.V.

Stefan Hell vom Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen hat für die Erfindung der superauflösenden Fluoreszenzmikroskopie den Chemie-Nobelpreis 2014 erhalten. Seine Methode erlaubt es Forschern, in das molekulare Innenleben von Zellen zu blicken und Strukturen zu erkennen, die kleiner sind als die Wellenlänge des sichtbaren Lichts. Einen solchen Blick werfen Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK) auch in Herzzellen. Hell ist deshalb einer von 130 Principal Investigators des DZHK und entwickelt diagnostische Strategien für Herzmuskelerkrankungen auf nanoskopischer Ebene. DZHK-Vorstandssprecher Thomas Eschenhagen ist froh, dass ein solch exzellenter Grundlagenforscher wie Hell zum DZHK gehört. Der Vorstand gratuliert Stefan Hell ganz herzlich. Wir freuen uns sehr für ihn und sind stolz, ihn als Mitglied im DZHK zu haben. Die Zusammenarbeit mit Hell zeige exemplarisch, wie wichtig exzellente Grundlagenforschung für den Prozess der Translation von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis sei.

Für die Kardiologie hat Hells Stimulated Emission Depletion-Mikroskopie (STED) eine besondere Bedeutung: Herzmuskelzellen sind ungewöhnlich hoch organisiert aufgebaut. Ihre intrazelluären Mikrostrukturen werden als Schlüssel für das Verständnis von Krankheiten wie Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen angesehen. Stefan Hell konnte gemeinsam mit anderen DZHK-Forschern mittels STED zum ersten Mal in lebenden Herzzellen zeigen, dass strukturelle Veränderungen von Zellmembranorganellen bereits früh nach einem Herzinfarkt zu beobachten sind.

Die Forscher wollen nun basierend auf der STED-Technologie weitere intrazelluläre Strukturen analysieren und deren Rolle bei der Entstehung und dem Fortschreiten von Herzmuskelerkrankungen klären. Gemeinsam wollen sie Hells Technologie auch für grundlegend neue Anwendungen in der Diagnostik von Herzerkrankungen weiterentwickeln und darauf basierend neue Therapieverfahren etablieren.

Originalarbeiten:

Superresolution microscopy in heart - cardiac nanoscopy. Kohl T, Westphal V, Hell SW, Lehnart SE., J Mol Cell Cardiol. 2013 May; 58:13-21.

Stimulated emission depletion live-cell super-resolution imaging shows proliferative remodeling of T-tubule membrane structures after myocardial infarction. Wagner E, Lauterbach MA, Kohl T, Westphal V, Williams GS, Steinbrecher JH, Streich JH, Korff B, Tuan HT, Hagen B, Luther S, Hasenfuss G, Parlitz U, Jafri MS, Hell SW, Lederer WJ, Lehnart SE., Circ Res. 2012 Aug 3;111(4):402-14

Kontakt:

Christine Vollgraf, Deutsches Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 030 4593 7102, christine.vollgraf@dzhk.de
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