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Jens Friedemann (FAZ) zeigt Visionen auf

31.01.2004 - (idw) Fachhochschule Biberach

Er ist der Pionier im Bereich des Immobilien-Journalismus: Jens Friedemann (Jahrgang 1944) ist seit 1980 Mitglied der Wirtschaftsredaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) und seit 1990 Leiter der Immobilien-Redaktion. Zur Bauakademie Biberach - und damit zur Fachhochschule Biberach - steht Friedemann in enger Verbindung. Nicht zum ersten Mal war er im Januar Referent innerhalb des dritten Masterstudienganges "Internationales Immobilienmanagement". Der Einladung war Friedemann gerne gefolgt: Denn den Masterkurs betrachtet er "als wertvolle Ergänzung der bestehenden Angebote", wobei die internationale Dimension besonders wichtig sei.

Seinen beruflichen Aufstieg schildert er - ganz Journalist - spannend: Er war ein junger Schreiber und gehörte fast zehn Jahre lang der Redaktion der Hamburger Wochenzeitung "Die Zeit" an. Ende der siebziger Jahre hatte er einen Beitrag über die gewerkschaftseigene Wohnungsbaugesellschaft "Neue Heimat" in der "Zeit" über die merkwürdigen Geschäfte des Herrn Vietor veröffentlicht, damals Vorstandsvorsitzender des Wohnungsbauunternehmens. Das war der Beginn der Aufdeckung der Skandale bei der Gesellschaft, die Mitte der achtziger Jahre dann unrühmlich unterging. Wenige Tage nach dem Erscheinen des Artikels sprach ihn der Mitherausgeber der FAZ, Jürgen Eick, an und bot ihm an, Mitglied der FAZ-Redaktion zu werden. Diesem Ruf folgte Friedemann Anfang 1980. Zehn Jahre später begründete er die jeweils freitags erscheinende erste serienmäßige Immobilienseite in der deutschen Presselandschaft.

Vor den Master-Studenten der Bauakademie Biberach referierte Friedemann über die "Professionalisierung in der Immobilenwirtschaft". Während es im Jahr 1990 nicht eine Ausbildungsstätte für immobilienökonomische Fragen gab, nicht ein einziges wissenschaftliches Forschungsinstitut, das sich kontinuierlich um diese Fragen kümmerte, gebe es heute mehrere Dutzend immobilienbezogener Akademien und etwa zehn Lehrstühle an den Universitäten. Diese Professionalisierung habe bereits ein hohes Niveau erreicht und werde weiter gehen, sagte Friedemann.

Für die kommende Zeit sieht er drei Schwerpunkte voraus: die Finanzierung von Immobilieninvestitionen vor dem Hintergrund der neuen Kreditvergabemodalitäten nach Basel II; die Anstrengungen großer Unternehmen und Institutionen ihr weitgehend brach liegendes Immobilienvermögen professionell verwalten zu lassen oder vor dem Hintergrund der internationalen Bilanzierungsstandards zur Steigerung der Unternehmensrentabilität betriebliches Anlagevermögen auszulagern (off-balance-sheet-transactions); eine Verlagerung der Wohnungs- und Ansiedlungspolitik vom Bund auf die Städte und Kommunen mit einer wachsenden Bereitschaft, öffentliche Einrichtungen privat finanzieren und bewirtschaften zu lassen.

Dabei forderte Friedemann eine Besinnung auf eigene Stärken und die Suche nach starken Partnern in anderen Branchen, um "Effizienz durch Kooperationen zu steigern". Der Kommunikationsbedarf zwischen Bündnispartnern von morgen sei der eigentliche Wachstumsmarkt der Zukunft. Der Begriff der Vernetzung fachlich unterschiedlicher Kompetenzen schaffe neue Arbeitswelten. Das könne bis zu neuen Formen der Darstellung unternehmerischer oder auch institutioneller Leistungen reichen, die Friedemann als "Industrieerlebniswelten" bezeichnete.

Die Immobilie sei nach wie vor auch für Kapitalanleger unverzichtbar, denn sie biete Schutz vor der Inflation, der Deutschland und Frankreich mit dem Verstoß gegen die Konvergenzkriterien die Tür ein weiteres Stück geöffnet hätten. Zusammen mit steigenden Zinsen sieht Friedemann in ein paar Jahren ein neues "all-time-high" auf einem dann erheblich professionalisierten Markt.

Visionen für eine neue Wachstumsbranche - und Visionen für angehende Immobilen-Manager.
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