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Deutsch-japanische Konferenz zur künftigen Rolle der Hochschulen

09.10.2014 - (idw) Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

Wissenschaft und Wirtschaft formulieren gemeinsame Vorstellungen

Welche Rolle können und sollen die Hochschulen in Japan und Deutschland künftig spielen? Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), das Deutsche Wissenschafts- und Innovationshaus Tokyo und die Universität Tokyo haben gestern rund 250 Vertreterinnen und Vertreter von Wissenschaft und Wirtschaft in Tokyo zusammen gebracht, um über diese Frage zu diskutieren.

Ziel war es, Gemeinsamkeiten der Hochschulsysteme und ihrer Perspektiven in Japan und Deutschland vor dem Hintergrund der Globalisierung zu identifizieren und Wege für eine intensivere Zusammenarbeit auszuloten. Intensiv wurde diskutiert, welches Wissen und welche Kompetenzen von Hochschulabsolventinnen und -absolventen gefordert werden. In diesem Zusammenhang ging es auch um den Stellenwert des Bildungsideals Bildung durch Wissenschaft in der aktuellen gesellschaftlichen und hochschulpolitischen Situation. Kritisch sahen die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer die kontinuierlich abnehmende Grundfinanzierung der Hochschulen durch den Staat. Auch teilten die japanischen und deutschen Expertinnen und Experten die Sorge, dass die Leistungen der Hochschulen in Forschung und Lehre immer häufiger allein auf Grundlage rein quantitativer Indikatoren beurteilt würden und dies zunehmend ausschlaggebend für die Mittelvergabe sei.

Die Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer formulierten eine Reihe von gemeinsamen Vorstellungen, die für die künftige Entwicklung der Hochschulen in Japan und Deutschland leitend sein sollten. Dazu gehörten:

- die Autonomie der Institution Hochschule und die Freiheit des forschenden Individuums als Grundlage allen hochschulischen Handelns,

- der Bildungsauftrag der Hochschulen im Sinne eines Beitrags zur Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden,

- die gesellschaftliche Verantwortung der Hochschulen, die sich in einer kontinuierlichen Reflexion über die Ziele des Lehrens und Lernens und den Lernprozess widerspiegelt,

- ein nachhaltiger Dialog zwischen Hochschulen, Wirtschaft und der Gesellschaft,

- Qualitätsorientierung als Leitgedanke bei der weiteren Internationalisierung der Hochschulen sowie

- Hochschulen als multilinguale Institutionen.

Unser heutiger Austausch hat gezeigt, dass die japanischen und deutschen Hochschulen sich in vergleichbarer Weise mit den Effekten der Globalisierung auseinander setzen müssen. Dies wird uns nur dann gelingen, wenn wir gemeinsam Leitvorstellungen zu Rolle und Auftrag der Hochschulen formulieren und global für deren Umsetzung eintreten, so HRK-Vizepräsident Professor Dr. Dieter Lenzen in Tokyo.

Die japanischen und deutschen Experten kamen überein, den Austausch bei einem nächsten Treffen in Deutschland fortzusetzen. Weitere Informationen:http://www.hrk.de
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