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ATTO-TEC war Wegbereiter für den Chemie-Nobelpreis

09.10.2014 - (idw) Universität Siegen

Ausgründung der Uni Siegen entwickelte zusammen mit Preisträger Prof. Stefan W. Hell die Farbstoffe für das prämierte Verfahren. Für das just mit dem Chemie-Nobelpreis ausgezeichnete STED-Verfahren werden fluoreszieren-de Farbstoffe benötigt, an deren Entwicklung Siegener Forscher entscheidend beteiligt waren. Weltweit gibt es nur eine Handvoll Firmen, die in der Lage sind, solche Fluoreszenzfarbstoffe zu produzieren. Einer dieser Hersteller ist die ATTO-TEC GmbH eine Ausgründung der Universität Siegen.
Bereits Mitte der 90er Jahre hat ATTO-TEC-Mitgründer Prof. Karl H. Drexhage mit dem damals noch weniger bekannten Wissenschaftler Stefan Hell zusammengearbeitet. Der jetzige Chemie-Nobelpreisträger erkundigte sich nach Farbstoffen, die für seine Ideen der optischen Nanoskopie geeignet sein könnten. Für seine wegweisenden Forschungen zur Verbesserung der Auflösung in Lichtmikroskopen benötigt das von ihm entwickelte STED-Verfahren fluoreszierende Farbstoffe mit besonderen Eigenschaften. Mit diesen Farbstoffen können die einzelnen Zellbestandteile markiert und so bei Lichtbestrahlung zum Leuchten angeregt werden. Die für diese Art der opti-schen Höchstauflösung benötigten großen Laserintensitäten führen aber gewöhnlich zu einem sehr schnellen Ausbleichen der Farbstoffe. Dieses Phänomen ist aus dem Alltag bekannt: Bei starker und andauernder Sonneneinstrahlung gehen viele Farbstoffe kaputt.
Die in Siegen entwickelten ATTO-Farbstoffe zeichnen sich durch eine besonders hohe Licht-echtheit aus. In mehreren gemeinsamen BMBF-Projekten haben ATTO-TEC und Hells Arbeits-gruppe am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie in Göttingen in den Folgejahren zu-sammen gearbeitet. Die Siegener Forscher nahmen dabei mit der Entwicklung verbesserter Flu-orophore eine Schlüsselrolle ein und ebneten den Weg für das prämierte STED-Verfahren.

Gründung der Firma ATTO-TEC

Hauptgesellschafter und Leiter der Farbstoffentwicklung bei ATTO-TEC ist Prof. Karl H. Drexha-ge. Bevor Drexhage 1978 als Professor für Physikalische Chemie nach Siegen berufen wurde entwickelte er bei Eastman-Kodak in den USA hocheffiziente Laser-Farbstoffe. An der Universi-tät Siegen erforschte er bis zu seiner Emeritierung die Grundlagen der Lichtemission von Farb-stoffen. Als die praktische Nutzung solcher Fluorophore in der Biochemie und Medizin immer mehr zunahm, begann seine Arbeitsgruppe gänzlich neue Farbstoffe zu entwickeln, die sich be-sonders gut zur Markierung von Biomolekülen eignen. Der weltweit steigende Bedarf an solchen hochsensitiven Markierungsmethoden gab schließlich den Ausschlag für eine Vermarktung der Farbstoffe und die Gründung der Firma ATTO-TEC im Jahre 1999 mit Unterstützung der For-schungstransferstelle der Universität Siegen. Etliche MitarbeiterInnen von ATTO-TEC haben in Siegen studiert und bei Prof. Drexhage promoviert. Auch heute besteht aufgrund gemeinsamer Forschungsinteressen eine enge Bindung zwischen den WissenschaftlerInnen der Universität Siegen und ATTO-TEC. Weitere Informationen:http://www.atto-tec.com/
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