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Wissenstransfer: Wissenschaft soll Gesellschaft verändern

10.10.2014 - (idw) Alpen-Adria-Universität Klagenfurt

Wie gelangen Erkenntnisse der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften in die Gesellschaft? Und welche Inputs bekommt ihre Forschung aus der Gesellschaft? Diesen Fragen widmet sich ein Kooperationsprojekt an der Alpen-Adria-Universität (AAU), das im Rahmen des vom Bundeministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft eingerichteten Wissenstransferzentrums Süd umgesetzt wird. Universitäten sind verpflichtet, zur Bewältigung von gesellschaftlichen Herausforderungen und der Lösung von Problemen beizutragen. Der wechselseitige Austausch zwischen Wissenschaft und Gesellschaft wird als Wissenstransfer bezeichnet. In der EU-Strategie Europa 2020 sowie der Strategie der Bundesregierung für Forschung, Technologie und Innovation sind die Begriffe Wissens- und Technologietransfer zu zentralen Schlagwörtern geworden, um den Nutzen der Wissenschaft für die Gesellschaft sichtbar zu machen.

Das Wissenstransferzentrum Süd bestehend aus AAU, Uni Graz, MedUni Graz, Kunstuni Graz, Montanuni Leoben und TU Graz beschäftigt sich unter anderem mit dem Thema Wissenstransfer in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften (GSK) und der Frage, wie der Transfer von Erkenntnissen in diesen Disziplinen besser gelingen kann.

Unter der Leitung der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt wird in einem Teilprojekt das Ziel verfolgt, das Bewusstsein für Wissenstransfer im GSK-Bereich zu stärken. In vielen Fällen liegt die Aufmerksamkeit der Gesellschaft auf technologischen oder wirtschaftswissenschaftlichen Errungenschaften und ihrem Nutzen für die Praxis. Dabei fehlt oft das Bewusstsein für den Einfluss und die Leistungen der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften auf unterschiedliche Gesellschaftsbereiche oder eine Region. Das Projekt soll zeigen, welche sozialen Innovationen, mit denen gesellschaftliche Probleme reduziert, vermieden oder gelöst werden, aus den GSK kommen.

Forschung in den GSK-Wissenschaften greift gesellschaftlich relevante Themen auf und gibt die daraus resultierenden Ergebnisse wieder an die Gesellschaft weiter. Dies ist anders als beispielsweise in den technischen Wissenschaften nicht in der Anzahl der Patente und Erfindungen messbar, so Daniel Wutti, Projektbeauftragter an der Fakultät für Kulturwissenschaften der AAU. Daher ist die Erarbeitung von relevanten Kriterien und Indikatoren zur Bewertung von Wissenstransfer im GSK-Bereich ein wesentliches Ziel des Projektes.

In einem ersten Schritt führen wir Interviews mit Expertinnen und Experten aus den GSK-Wissenschaften, um den Ist-Zustand an Transferleistungen zu erfassen. Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind sich gar nicht bewusst, welchen Beitrag sie für den Wissenstransfer leisten, erläutert Wutti.

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts ist die Zusammenarbeit Wissenschaft Wirtschaft im GSK-Bereich. Insbesondere sollen hier Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung und zur Initiierung von beispielgebenden Kooperationsprojekten zwischen GSK-Wissenschaften und Unternehmen erarbeitet und umgesetzt werden. Dazu zählt auch das Thema Geistiges Eigentum (IPR) unter besonderer Berücksichtigung von Urheberrecht sowie Open Access.

Als Ergebnis des Kooperationsprojekts soll ein Leitfaden zum Thema Wissenstransfer entwickelt werden, der Best Practice-Beispiele und Vorschläge für qualitative Kriterien beinhalten soll.

Das Wissenstransferzentrum Süd (WTZ)
Das WTZ Süd hat sich zur Aufgabe gemacht, in Kooperation mit seinen Partnern gemeinsame, universitätsübergreifende Lehrveranstaltungen zum Thema Wissenstransfer für Studierende, WissenschaftlerInnen und externe Personen zu entwickeln sowie auch gezielte Professionalisierungsmaßnahmen der im Wissens- & Technologietransfer tätigen Personen abzuhalten. Das Bereitstellen von Infrastruktur für eine zielgerichtete Verwertung von Wissen und die stärkere Vernetzung der WTZ-Partner untereinander als auch mit allen Stakeholdern aus Forschung und Wirtschaft hat einen besonders hohen Stellenwert im WTZ Süd. Weitere Informationen:http://www.uni-klu.ac.at/main/inhalt/uninews_43336.htm

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