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Nobelpreis-gewürdigte Arbeiten am Magdeburger LIN genutzt

10.10.2014 - (idw) Leibniz-Institut für Neurobiologie

Nobelpreis-Ehrungen für wichtige Entdeckungen in der Biomedizin, die in dieser Woche verliehen wurden, haben große Bedeutung für die Forschungstätigkeit am LIN: Nanoskop und Hirn-Navi. Am Mittwoch bekam der Göttinger Wissenschaftler Stefan Hell zusammen mit den Amerikanern Eric Betzig und William Moerner den Nobelpreis für Chemie verliehen. Hell hat ein hochauflösendes Fluoreszenzmikroskop entwickelt, mit dem man Objekte betrachten kann, die kleiner als 100 Nanometer sind, also kleiner als ein Tausendstel eines menschlichen Haares. 1999 hat er die Stimulated Emission Depletion-Mikroskopie (STED) zum ersten Mal eingesetzt. Am LIN wurde 2010 das weltweit erste kommerziell verfügbare Zweikanal-STED-Mikroskop in Betrieb genommen, mit dem es gelingt, die Sender- und Empfänger-Strukturen von Synapsen im Gehirn getrennt sichtbar zu machen. Seit knapp zwei Wochen verfügt das LIN nun auch über ein neueres Modell, das die Hochauflösung für Objekte mit einer Größe von bis zu 50 Nanometern in allen drei Raumrichtungen ermöglicht.

Bereits am Montag hatten der britisch-amerikanische Forscher John O'Keefe und die norwegischen Wissenschaftler May-Britt und Edvard Moser den Nobelpreis für Medizin erhalten. Die Neurophysiologen gingen der Frage nach, wie Tiere und Menschen sich räumlich orientieren können, und wie gedankliche Landkarten der Umgebung im Gehirn entstehen können. Was sie dabei fanden, war spektakulär: Tief im Gehirn unter der Großhirnrinde gibt es hoch spezialisierte Nervenzellen, die wie ein Navigationssystem den aktuellen Standort und die räumliche Orientierung signalisieren. Durch dieses Hirn-Navi wissen wir, wo wir uns gerade befinden und wie wir von einem Ort an den anderen gelangen. Auf diesen Erkenntnissen baut auch die Lern- und Gedächtnisforschung am LIN auf. Die Magdeburger Neurowissenschaftler gehen der Frage nach, warum solche neuronalen Netzwerke plastisch sind, und wie sie sich beim Altern verändern.

Das Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) in Magdeburg ist ein Zentrum für Lern- und Gedächtnisforschung.
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