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Mannheimer Experten für Bindegewebetumoren europaweit federführend

10.10.2014 - (idw) Universitätsmedizin Mannheim

Jahrestagung der internationalen Fachgesellschaft für Bindegewebetumoren in Berlin von Mannheim aus organisiert An nahezu jeder Stelle des Körpers können Tumoren entstehen, die von Binde- und Stützgeweben ausgehen, nämlich überall dort, wo sich Muskulatur-, Binde- und Fettgewebe findet. Diese Tumoren, die unter dem Begriff Weichgewebesarkome zusammengefasst werden, treten dennoch nur selten auf. Pro Jahr trifft es im Schnitt vier von 100.000 Bürgern in Deutschland.

Die Zahl der Experten dieses Fachgebietes ist entsprechend überschaubar. Trotzdem wird aktiv geforscht, um die Behandlungsmöglichkeiten von Patienten mit Sarkomen zu verbessern. Die weltweite wissenschaftliche Vernetzung spielt dabei eine wichtige Rolle, etwa in Form von internationalen Therapiestudien, die von den Fachorganisationen koordiniert werden. Die molekularen Mechanismen, die diesen seltenen Erkrankungen zugrunde liegen, sind daher relativ gut erforscht und es stehen gezielte, so genannt Targeted-Therapien zur Verfügung. Mehrere Untergruppen der Sarkome bildeten bereits Modellsysteme für den Einsatz neu entwickelter Medikamente mit spezifischen Angriffspunkten, wie Imatinib oder Trabectedin, das aus Meeresschnecken gewonnen wird.

Alle zwei Jahre richtet die Connective Tissue Oncology Society (CTOS) ihre Jahrestagung in einem europäischen Land aus. Die Mitglieder der internationalen Fachgesellschaft, die sich mit Tumoren des Bindegewebes befasst, repräsentieren mehr als 30 Länder. In diesem Jahr findet die Tagung erstmals in Deutschland statt, Tagungsort vom 15. bis 18. Oktober 2014 ist Berlin. Geplant und ausgerichtet wird die Fachtagung aber nicht von der Bundeshauptstadt, sondern von Mannheim aus. Denn Mannheim nimmt in der Person von Professor Dr. Peter Hohenberger, Leiter der Sektion Spezielle chirurgische Onkologie und Thoraxchirurgie an der Universitätsmedizin Mannheim, europaweit eine führende Stellung bei dieser seltenen Erkrankung ein.

Als so genannter Program Chair ist Professor Hohenberger nicht nur organisatorisch, sondern auch inhaltlich für den Kongress verantwortlich, zu dem sich die komplette internationale Wissenschaftsriege, die sich mit der Erforschung und Therapie dieser Tumore befasst, einfindet. Rund 800 Teilnehmer, Ärzte und Wissenschaftler verschiedener Fachdisziplinen, werden zu der weltweit größten Tagung dieses Fachgebietes erwartet. Die einschlägigen Vereinigungen aus Amerika (Sarcoma Alliance for Research through Collaboration, SARC), Europa (European Organisation for Research and Treatment of Cancer, EORTC) und dem Vereinigten Königreich (Cancer Research UK) sind ebenso vertreten wie EU-geförderte Studiengruppen, etwa euroSARC, und Patientenvertretungen (Chordoma Foundation, SOS-Desmoid).

In etwa 75 Vorträgen und 350 Postern befassen sich die Teilnehmer sowohl mit der Grundlagenforschung als auch der klinischen Forschung dieser Erkrankung. Ziel des wissenschaftlichen Austauschs ist es, die Diagnostik und die Behandlung der von dieser relativ seltenen Erkrankung Betroffenen zu verbessern.

Professor Hohenberger ist in allen einschlägigen Organisationen vertreten: er ist Erster Vorsitzender der deutschen Studienorganisation GISG (German Interdisciplinary Sarcoma Group) und leitet das Sarkomzentrum am Interdisziplinären Tumorzentrum Mannheim. Von 2009 bis 2011 war er Vorsitzender der Soft Tissue and Sarcoma Group der EORTC, der größten Organisation für Krebstherapiestudien in Europa. Das Mannheimer Zentrum ist darüber hinaus eines von 14 Zentren das einzige in Deutschland des World Sarcoma Network.

Der Standort Mannheim profitiert von der Förderung hochkarätiger wissenschaftlicher Projekte durch die Europäische Kommission. Nacheinander wurden drei EU-geförderte Projekte eingeworben, die für eine bessere Versorgung der Patienten mit Weichgewebesarkomen forschen. Der Standort Chirurgie ist dabei von besonderer Wichtigkeit, da hier die Tumorgewebe für die Grundlagen-orientierte Forschung gewonnen werden.

Bei der Erforschung seltener Erkrankungen sind Vernetzungen unter den Wissenschaftlern besonders wichtig. In den letzten Jahren sind erhebliche Fortschritte in der Therapie und Diagnostik von Sarkomen erzielt worden, gerade in Europa. Dies ist nicht zuletzt auf die Erkenntnisse zurückzuführen, die wir in gemeinsamen Therapiestudien mit anderen europäischen Ländern gewonnen haben, so Professor Hohenberger.


The Connective Tissue Oncology Society
2014 CTOS Annual Meeting
15. bis 18. Oktober 2014 (Mi bis Sa)
Berlin
InterContinental Berlin Hotel Weitere Informationen:http://www.ctos.org/ - The Connective Tissue Oncology Society Anhang
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