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Und der Zukunft zugewandt? Die Weiterbildung an der Humboldt-Universität zu Berlin 1945-1989

16.10.2014 - (idw) Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

An den Hochschulen sind in den letzten Jahren sehr verschiedene Angebote für wissenschaftliche Weiterbildung entstanden. Die vorliegende Studie arbeitet am Beispiel der Humboldt-Universität die Erfahrungen mit der wissenschaftlichen Weiterbildung im DDR-Hochschulwesen auf, da hier ein erheblicher Teil der Studierenden in Weiterbildungsstudienformen immatrikuliert war. Weiterbildung und lebenslanges Lernen haben sich zu bildungspolitischen Schlüsselwörtern entwickelt. Allerdings schlägt sich dies im Hochschulbereich bislang nicht in wirklich zupackenden Angeboten nieder.
Einen Kontrastfall stellte diesbezüglich das DDR-Hochschulwesen dar: Zeitweise war dort in Wissenschaftszweigen wie zum Beispiel den Wirtschafts- und Rechtswissenschaften mehr als die Hälfte aller Studierenden in Weiterbildungsstudienformen immatrikuliert. Insbesondere mit der so genannten III. Hochschulreform Ende der sechziger Jahre war die Weiterbildung im tertiären Bildungsbereich völlig neu gestaltet worden. Deren Funktionen, Abläufe und Schwierigkeiten werden in diesem Band anhand des Weiterbildungsangebots der Humboldt-Universität zu Zeiten der DDR beschrieben und analysiert. Die Humboldt-Universität galt dabei als Schrittmacher im Hochschulwesen: Dort wurden neue Weiterbildungsangebote ausprobiert, bevor sie auch an anderen Hochschulen Anwendung fanden.
Anders als in den meisten anderen Bildungsbereichen in der DDR konnten die Hochschulen durch Weiterbildungsangebote eigene institutionelle Akzente setzen und auch institutionelle Strategien verfolgen. Diese Gestaltungsfreiheit blieb der hochschulischen Weiterbildung auch nach der Dritten Hochschulreform weitestgehend erhalten, da nunmehr die hochschulische Weiterbildung als natürliches Instrument gesehen wurde, um neue Forschungsergebnisse effizienter in die Praxis zu tragen. Weiterhin blieben die staatlichen Einflussmöglichkeiten auf die konkrete Ausgestaltung der entstehenden Weiterbildungsangebote in den meisten Fällen begrenzt. Den verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen gelang es, in Teilen selbst entscheiden zu können, inwiefern sie ideologischen Vorgaben nachkamen und staatliche Einflussnahme zuließen.

Johannes Keil: Und der Zukunft zugewandt? Die Weiterbildung an der Humboldt-Universität zu Berlin 1945-1989, Akademische Verlagsanstalt Leipzig 2014, 358 S. ISBN 978-3-931982-89-8

Bei inhaltlichen Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
Dr. Johannes Keil (johannes.keil@hof.uni-halle.de) Weitere Informationen:http://www.hof.uni-halle.de/publikation/buecher/und-der-zukunft-zugewandt/http://univerlag-leipzig.de/catalog/article/1568-Und_der_Zukunft_zugewandt_
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